Zum Cover der triathlon 181:
Kristian Hogenhaug zieht alle Hitze-Register

Mit einem Hitze-Special begrüßen wir in unserer triathlon 181 den Sommer. Der Däne Kristian Hogenhaug zieht auf dem Cover alle Register zu diesem Thema. Wir erklären die Details.

Der Däne Kristian Hogenhaug ist den deutschen Triathlonfans ein Begriff, seit er als nahezu unbekannter Athlet den Ironman Hamburg 2019 gewann. Ein Rennen, bei dem der deutsche Favorit Andreas Raelert der Hitze zum Opfer fiel. Auf Hawaii finishte Hogenhaug als 18. – und zog dabei alle Register des Hitzeschutzes, wie auf dem Cover der triathlon 181 zeigt.

Das Titelbild der Ausgabe entstand beim Ironman Hawaii 2019 auf dem Alii Drive an der Lyman’s Bay, etwa bei Kilometer 7 der Laufstrecke. Es war zu diesem Zeitpunkt windstill in Kailua-Kona an der Westküste von Big Island, die Sonne brannte zur Mittagszeit vom Himmel. Die ersten Kilometer der Laufstrecke auf dem ständig auf- und abrollenden Alii Drive sind heiß und kräftezehrend, hier kommt es auf gutes Pacing an. Und auf die perfekte Kühlung!

In der interaktiven Grafik mit anklickbaren Elementen seht ihr, wie professionell Kristian Hogenhaug diese Herausforderung in Angriff nimmt.

Klicke auf die Flächen für weitere Erklärungen

Kristian Hogenhaug beim Ironman Hawaii 2019
Kühlstirnband Weiße Laufkappe Brille Handschuh Armling Eigenverpflegung Offener Reißverschluss Kühltuch Einteiler Nasse Hose Kohlenhydrate

Kühlstirnband

Das futuristisch anmutende Stirnband wurde von der Firma Omius entwickelt und war beim Ironman Hawaii 2019 an den Köpfen einiger Profiathleten zu sehen. Das Prinzip dahinter ist, die Hautoberfläche zu vergrößern und dadurch für eine starke Kühlung zu sorgen. Der Effekt ist am besten nach Befeuchtung von außen sowie durch Konvektion spürbar (Wind).

Weiße Laufkappe

Eine Kopfbedeckung gehört zu den absoluten „Essentials“, wenn ihr in der Hitze trainiert oder an einem Wettkampf teilnehmt. Sie dient sowohl dem Sonnenschutz als auch der Kühlung. Ob ihr euch für eine klassische Cap oder einen Visor entscheidet, bleibt euch überlassen. Ein Visor schützt lediglich das Gesicht vor der Sonne, der Kopf liegt frei. Das ist ein Vorteil, um sich Wasser direkt überzukippen, allerdings nur bei dichtem Haar – sonst droht ein Sonnenbrand. Achtet bei der Kappe darauf, dass sie Flüssigkeit gut aufnimmt, dann ist der Kühleffekt effektiver.

Brille

Eine Sonnenbrille wird wahrscheinlich jeder von euch instinktiv beim Sport im Freien tragen. Sie schützt die Augen nicht nur vor UV-Strahlen, sondern auch vor Wind, Dreck oder Insekten. Achtet neben einem rutschfesten Sitz darauf, dass die Gläser groß genug sind und einen UV-Filter haben. Mit einer Brille seid ihr letztendlich auch sicherer unterwegs, wenn ihr nicht geblendet werdet.

Handschuh

Zugegeben, der Hogenhaugsche Handschuh ist ein eher ungewöhnliches Detail bei der Hitze-Prävention, doch er hat seine Berechtigung. Eingetaucht ins Wasser sorgt er per Verdunstungskälte für zusätzliche Wärmeabfuhr. Und: Die Baumwolle unterbricht die Wärmeleitung der Haut. Somit wird das Getränk nicht zusätzlich durch die Wärme der Hand erhitzt. Ob der Effekt allerdings bei hohen Außentemperaturen wirklich spürbar ist, bleibt fraglich.

Armling

Wie Kopf und Nacken sind auch die Unterarme sehr empfänglich für kühlende Maßnahmen, besonders im Bereich der Pulsadern. Ein Tuch oder ein klassisches Schweißband, das um das Handgelenk gewickelt ist, könnt ihr von Zeit zu Zeit nass machen und euch dadurch Kühlung verschaffen.

Eigenverpflegung

Mindestens so wichtig wie Kühlung ist die Flüssigkeitsaufnahme. Doch aufgepasst: Nicht (nur) die Menge ist entscheidend, sondern vor allem der Salzgehalt eures Getränks. Bei hohen Temperaturen solltet ihr lieber zu viel als zu wenig Salz zu euch nehmen. Wie viel genau ihr über den Schweiß verliert, könnt ihr mit einer Schweißanalyse herausfinden. Das Salz sorgt dafür, dass die aufgenommene Flüssigkeit schneller und besser aufgenommen wird.

Offener Reißverschluss

Bei Hitze möchte man sich am liebsten alle Kleider vom Leib reißen. Im Zweifel tut es aber auch ein offener Reißverschluss. Der Wind kann direkt mit der Haut in Kontakt kommen und somit für Kühlung sorgen.

Kühltuch

Die Kühlung von außen funktioniert am Kopf und am Nacken besonders gut. Unser Cover-Athlet macht es deshalb genau richtig und hat sich ein Stück Stoff um den Hals gelegt, das er bei jeder Verpflegungsstation nass machen kann.

Einteiler

Immer mehr spielen auch die Materialien des Race-Suits eine Rolle. Helle Stoffe nehmen grundsätzlich weniger Wärme auf als dunkle. Eine Ausnahme sind Anzüge, die mit der sogenannten coldblack-Technologie versehen sind. Sie sind schwarz, doch der Stoff ist speziell beschichtet, sodass ein Großteil der Sonnenstrahlen reflektiert und die Haut gekühlt wird.

Nasse Hose

Die Thermoregulation ist die natürliche Klimaanlage des Körpers. Schwitzen ist eine Maßnahme, die dazugehört, aber nur nicht uneingeschränkt funktioniert. Bei sehr hohen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann übermäßige Körperwärme nur schwer verdunstet werden und die Schweißproduktion trägt kaum noch zur Kühlung bei. Da hilft nur noch: Wasser marsch von außen!

Kohlenhydrate

Eine adäquate Kohlenhydratzufuhr ist zwar ohnehin fester Bestandteil der Verpflegung im Wettkampf und im Training, doch sie hat auch einen direkten Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt. Kohlenhydrate binden Salz und schleusen es in den Körper. Deshalb sollte wenigstens eine kleine Menge immer im Sportgetränk enthalten sein.

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1 Kommentar
  1. runsselarkus

    Wie einst Torbjørn Sindballe – Die weißen Kühl-Handschuhe scheinen ein dänisches Steckenpferd zu sein.

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