5 Schilder am Alii Drive und ihre manchmal versteckte Bedeutung für die Ironman-Geschichte

Der Alii Drive ist so etwas wie die Nabel der Triathlonwelt. Was hier passiert, beeinflusst die Triathlongeschichte. Manchmal muss man aber auch nach versteckten Botschaften suchen, die mit der jüngsten Triathlongeschichte verwoben sind.

1. Der König der Athleten

Wenn der Ironman nach einer Woche die Insel wieder verlässt, bleibt einer da: King Kamehamea thront über dem Schild, das das ganze Jahr über den Touristen zeigt, wo sich Start und Ziel der Ironman-Weltmeisterschaften befinden. Genauso, wie er über anderen Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten entlang des Alii Drive, der Straße der Adeligen, thront. Ganz aktuell ist sein Hinweis aber nicht, denn das Wort „Triathlon“ wurde schon vor vielen Jahren aus dem offiziellen Veranstaltungstitel gestrichen. Und eigentlich ist es ja auch nur eine der beiden Ironman-Weltmeisterschaften – aber das ist eine andere Geschichte. Diese hier zeigt: Irgendwie ist Stillstand.

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2. Nachtisch für Soldaten

Unter den Finishern des Ironman Hawaii sind traditionell viele Angehörige der Streitkräfte. Nicht nur aus den USA. Den Amerikanern erweist man 50 Meter vor dem Zieleinlauf aber eine besondere Ehre: Wenn sie sich als Soldat oder Veteran zu erkennen geben, wird ihr Tisch mit der Flagge der Vereinigten Staaten geschmückt und es gibt einen Appetizer und ein Dessert gratis. Nun, in der Rennwoche sind Appetizer und ein Dessert bei Triathletinnen und Triathleten nicht unbedingt der Renner. Wir nehmen an, dass dieses Schild keine große Relevanz für sie hat, sondern eher für die Besucher, die täglich aus den Bäuchen der Kreuzfahrtschiffe gespült werden, um sich am Alii Drive die Bäuche vollzuschlagen. Gehen wir daher über zu …


3. Kirche von Erzengel Michael

In der Kirche von Erzengel Michael ist man auf jeden Fall gegen eins: Abtreibungen, wie tägliche Mini-Demos vor dem großzügigsten Gelände im Herzen von Kailua-Kona zeigen. Ob man auch rigoros gegen Triathleten ist? Wir wissen es nicht. Man wünscht aber allen, die hier vorbeikommen, einen gesegneten Tag. Solange sie nicht während eines Rennens am Sonntag zu Besuch sind, denn an diesem Wochentag ist der Parkplatz vor der Kirche, die so hoch ist, weil sie zusätzlich auf mindestens einem Parkdeck steht, voll. Daher scheidet der Sonntag als zweiter Renntag für den Ironman aus, ebenso wie jeder Wochentag. Denn auf Big Island stockt die Wirtschaft.


4. Zu vermieten

Ein Zimmer mit Meerblick für Gewerbetreibende? Gute Aussichten auf baldige Vermietung gibt es im maroden Altstadt-Komplex von Kailua-Kona wohl kaum. Von den letztjährigen Geschäften sind einige gegangen, keine neuen hinzugekommen. Leerstand, wohin man nur blickt. Auch in der Rennwoche, wo sich früher schon mal der eine oder andere Pop-up-Store hier für einige Tage niedergelassen hat. Die Geschäfte stocken in Kailua-Kona, in einer Region, die in den USA zu denen mit dem größten Anteil von Tagelöhnern zählt. Und wenn die an einem Werktag nicht auf ihre Baustelle, in eines der Ressorts an der Kona-Küste oder zu einer sonstigen Arbeitsstelle kommen, fehlt ihnen bares Geld. Das war einer der Gründe für die Politik, die Genehmigung eines Zweitagesevents neu zu überdenken. In Kailua-Kona jedenfalls wird es das auf absehbare Zeit nicht wieder geben.


5. Die achtbesten Burger der USA

Man hatte den Gewerbetreibenden 2022 versprochen, dass sie Mehrumsätze machen würden, wenn mehr Triathleten in der Stadt seien. Nun, dabei hat man eines vergessen: Diese Triathleten haben sich den Traum von der WM-Teilnahme teilweise lange vom Munde abgespart und waren weitaus weniger konsumfreudig als erwartet, zumal schon Salatgurken und Toastbrote im Supermarkt mit teilweise acht Dollar zu Buche schlugen. Und Burger essen Triathleten in der Rennwoche schon gar nicht. Vielleicht in der Woche nach dem Rennen, wenn es das Budget dann doch noch zulässt, einen Urlaub dranzuhängen (den man dann aber meistens auf einer der anderen Inseln verbringt). Der Grillmaster von Ono Loa jedenfalls beteuert, dass er in der Rennwoche keinen nennenswerten Mehrumsatz macht. Wir beteuern: An unserer Redaktion liegt das sicher nicht!

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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