Kate Waugh hat sich mit einer eindrucksvollen Renngestaltung den Tagessieg beim T100-Finale gesichert und wird damit Weltmeisterin der Serie. Für Julie Derron und Lucy Charles-Barclay reichten ebenfalls starke Auftritte für Platz zwei und drei in der WM-Wertung.
Kate Waugh macht im Lauf alles klar und holt sich mit einem kontrollierten, abgeklärten Auftritt den T100-WM-Titel. Dahinter wird es noch einmal eng: Georgia Taylor-Brown und Julie Derron laufen aufs Podium, Lucy Charles-Barclay fällt zurück, bleibt aber WM-Dritte.
Favoritinnen schon beim Schwimmen vorn
Beim Schwimmen zeigte sich im wabbeligen Wasser ein gewohntes Bild: Nach einem Sprung vom Ponton zog sich das Feld schnell auseinander und Lucy Charles-Barclay setzte sich an die Spitze. Die Britin zog ihre Konkurrentinnen auf dem Weg zum Australian Exit wie an der einer Perlenkette hinter sich her, den sie nach rund 13 Minuten als Erste erreichte. Mitfavoritin Kate Waugh befand sich mit sechs Sekunden Rückstand in Schlagdistanz, Julie Derron folgte nach 36 Sekunden in einer sechsköpfigen Verfolgerinnengruppe. Nach 26:25 Minuten setzte Lucy Charles-Barclay als Erste ihren Fuß auf festen Boden, von Vorsprung konnte jedoch keine Rede sein. Mit zwei bis drei Sekunden Abstand folgten bereits Jessica Learmonth, Taylor Spivey und Kate Waugh, außerdem befanden sich Holly Lawrence, Sara Perez Sala, Georgia Taylor-Brown und India Lee in der Spitzengruppe. Die dritte Titelaspirantin, Julie Derron erreichte T1 mit einem Rückstand von 1:18 Minuten – in einer Gruppe mit unter anderem ihrer Landsfrau Imogen Simmonds, Caroline Pohle und Paula Findlay.
Trio übernimmt Führung auf dem Rad
Nach einem schnellen und reibungslosen Wechsel nahm Waugh die Radstrecke als Führende in Angriff und brachte auf den ersten zwei Kilometern bereits 20 Sekunden zwischen sich und ihre Verfolgerinnen. Der Vorsprung währte jedoch nicht lang. Insbesondere Jessica Learmonth gelang der Move nach vorn, nach sieben Kilometern hatte sie die Lücke geschlossen. Auch Lucy Charles-Barclay investierte, um an die Spitze zu gelangen. So waren es nach etwa einem Viertel der Radstrecke diese drei Athletinnen, die eine Allianz bildeten. Die Zusammenarbeit funktionierte insofern, dass das Trio den Abstand zu den Verfolgerinnen, angeführt von India Lee, stabil bei rund einer Minute halten konnte. An einer Attacke schien aber auch (noch) keine Athletin Interesse zu haben. Lucy Charles-Barclay etablierte sich schließlich als Führende, Jessica Learmonth im Schlepptau. Zu Kate Waugh ging im letzten Drittel der Strecke derweil eine kleine Lücke von rund 15 Sekunden auf – eigentlich kein Grund zur Sorge für die starke Läuferin, doch es schien unklar, ob Waugh bewusst etwas Energie für den Lauf sparen wollte oder nicht mehr mithalten konnte. Etwa fünf Kilometer vor der zweiten Wechselzone hatte sich die Britin wieder gefangen und zu Charles-Barclay und Learmonth aufgeschlossen. Mit India Lee, Georgia Taylor-Brown und Lucy Byram wurden auch die Positionen vier bis sechs von Britinnen eingenommen. Mitfavoritin Julie Derron konnte zwar nicht wesentlich Positionen gutmachen, dafür jedoch Zeit. Rund 1:45 Minuten betrug ihr Rückstand auf die Führenden – kein unmögliches Unterfangen, diesen beim Laufen zu egalisieren.
Nach 2:23 Stunden Renndauer erreichten Kate Waugh, Lucy Charles-Barclay und Jessica Learmonth nahezu zeitgleich die zweite Wechselzone. Angesichts des Stärkenprofils der Athletinnen war damit alles angerichtet für ein Duell zwischen Waugh und LCB. Mit gut einer Minute Rückstand folgten India Lee und Georgia Taylor-Brown, die restlichen Athletinnen der Top Ten (Lucy Byram, Julie Derron, Paula Findlay, Hannah Berry, Caroline Pohle) wechselten im Pulk mit rund 1:45 Minuten Rückstand.
Waugh beim Laufen unschlagbar
Beim Laufen klemmte sich Kate Waugh sofort das sprichwörtliche Messer zwischen die Zähne und suchte sofort die Flucht nach vorn. 30 Sekunden holte sie auf den ersten zwei Kilometern bereits auf Charles-Barclay heraus, Learmonth fiel schnell auf eine Minute zurück. Julie Derron machte derweil effizient Boden gut, befand sich nach zwei Kilometern bereits auf Position fünf – mit dem schnellsten Tempo. Der Abstand zwischen Kate Waugh und Lucy Charles-Barclay vergrößerte sich rasch. Charles-Barclay fiel auf den ersten fünf Kilometern auf rund eine Minute zurück. Richtig spannend wurde es dahinter im Hinblick auf Derrons Aufholjagd. Jessica Learmonth wurde von der Schweizerin nach knapp fünf Kilometern eingeholt, nach etwa 6,5 Kilometern war auch Georgia Taylor-Brown fällig und Derron auf einer Podiumsposition. Das Duo agierte beim Laufen auf Augenhöhe und kam immer näher an Lucy Charles-Barclay heran. In einer Verpflegungsstation kurz vor Kilometer neun kam es schließlich zum Überholvorgang, Charles-Barclay war endgültig geschlagen. Auch Waugh gemeinsam einzuholen, schien jedoch unmöglich. Diese zeigte nämlich kein Zeichen von Schwäche und lief extrem kontrolliert dem Tages- und Gesamtsieg entgegen. Kurz vor Beginn der letzten Laufrunde fasste sich Georgia Taylor-Brown schließlich ein Herz und stellte ihre Laufstärke mit einer Attacke unter Beweis, als sie auf einem leicht abschüssigen Streckenabschnitt das Tempo verschärfte und Julie Derron distanzierte. Nach 3:31:30 Stunden lief Kate Waugh schließlich als Tagessiegerin und T100-Weltmeisterin über die Ziellinie, Georgia Taylor-Brown folgte 20 Sekunden später. Julie Derron schaffte es mit Platz drei (3:32:31 Stunden) auf Rang zwei der Serienwertung. Ellie Salthouse wurde starke Vierte (3:34:51 Stunden) im Finale. Der fünfte Platz für Lucy Charles-Barclay (3:35:08 Stunden) bedeutete für die Britin dennoch Platz drei der WM-Wertung in der T100 Triathlon World Tour. Caroline Pohle schaffte es als einzige deutsche Athletin auf Platz zehn im Finale (3:37:19 Stunden).
Katar T100 2025 | Frauen
12. Dezember 2025 | Doha (QAT)| Platz | Name | Land | Gesamt | 2 km Swim | 80 km Bike | 18 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kate Waugh | GBR | 3:31:30 | 26:28 | 1:55:35 | 1:07:12 |
| 2 | Georgia Taylor-Brown | GBR | 3:31:50 | 26:35 | 1:56:23 | 1:06:16 |
| 3 | Julie Derron | SUI | 3:32:31 | 27:43 | 1:55:55 | 1:06:30 |
| 4 | Ellie Salthouse | AUS | 3:34:51 | 27:33 | 1:56:03 | 1:08:11 |
| 5 | Lucy Charles-Barclay | GBR | 3:35:08 | 26:25 | 1:55:26 | 1:10:34 |
| 6 | Ashleigh Gentle | AUS | 3:35:30 | 29:13 | 1:58:18 | 1:05:20 |
| 7 | Holly Lawrence | GBR | 3:36:27 | 26:31 | 1:57:25 | 1:09:53 |
| 8 | Jessica Learmonth | GBR | 3:36:46 | 26:27 | 1:55:28 | 1:12:11 |
| 9 | Sara Pérez Sala | ESP | 3:37:14 | 26:32 | 1:57:43 | 1:10:17 |
| 10 | Caroline Pohle | GER | 3:37:19 | 27:43 | 1:55:51 | 1:10:54 |
| 11 | Lucy Byram | GBR | 3:37:45 | 29:15 | 1:54:21 | 1:11:35 |
| 12 | Hannah Berry | NZL | 3:38:39 | 27:35 | 1:55:56 | 1:12:17 |
| 13 | Lisa Perterer | AUT | 3:39:04 | 29:16 | 1:56:54 | 1:10:12 |
| 14 | Lizzie Rayner | GBR | 3:40:09 | 28:31 | 1:57:19 | 1:11:28 |
| 15 | Taylor Spivey | USA | 3:40:48 | 26:28 | 2:03:21 | 1:08:17 |
| 16 | India Lee | GBR | 3:42:05 | 26:37 | 1:56:11 | 1:16:32 |
| 17 | Imogen Simmonds | SUI | 3:43:02 | 27:38 | 1:56:12 | 1:16:24 |
| 18 | Grace Thek | AUS | 3:44:33 | 27:46 | 2:01:18 | 1:12:41 |
| 19 | Megan McDonald | GBR | 3:45:00 | 28:37 | 2:00:34 | 1:13:00 |
| 20 | Kaidi Kivioja | EST | 3:45:37 | 30:28 | 1:58:19 | 1:14:02 |
| 21 | Diede Diederiks | NED | 3:46:25 | 32:57 | 1:58:30 | 1:12:14 |
| 22 | Leana Bissig | SUI | 3:47:54 | 30:03 | 2:01:39 | 1:13:38 |
| 23 | Els Visser | NED | 3:56:19 | 32:56 | 2:04:35 | 1:15:47 |
| 24 | Hanne De Vet | BEL | 3:59:54 | 28:34 | 2:10:49 | 1:18:00 |
| DNF | Paula Findlay | CAN | DNF | 27:40 | 1:55:53 | - |