Sonntag, 23. Juni 2024

Kristian Blummenfelt gewinnt den Ironman Cozumel in neuer Weltbestzeit

Der Olympiasieger von Tokio, Kristian Blummenfelt, ist nun auch der schnellste Mensch auf der Langdistanz. (Archivbild)

Kristian Blummenfelt ist der große Coup von Cozumel tatsächlich gelungen. Laut Ironman-Tracker gewann der Norweger den Ironman auf der mexikanischen Insel in 7:21:12 Stunden und stellte damit bei seiner Langdistanzpremiere eine neue Weltbestzeit auf. Diese hatte zuvor bei 7:27:53 Stunden gelegen – aufgestellt von Jan Frodeno beim Tri Battle Royale gegen Lionel Sanders.

Möglich wurde die Fabelzeit, die Blummenfelt die Qualifikation für die Ironman-WM 2022 auf Hawaii einbrachte, offenbar auch durch die guten Schwimmbedingungen vor Ort. Die 3,8 Kilometer lange Punkt-zu-Punkt-Strecke ist für schnelle Zeiten bekannt, da es dort zu Rückenströmungen kommen kann. Blummenfelts 39:41 Minuten (1:02 min/100 m) waren sogar nur die zweitbeste Schwimmzeit des Tages. Den Topwert erbrachte Paul Schuster, den der Ticker mit 39:39 Minuten an erster Stelle führt.

- Anzeige -

Wer Zweifel hatte, ob Blummenfelt in der Lage sein würde, 180 Kilometer in Aero-Position in einer schnellen Zeit zu meistern, bekam eine klare Antwort. Der Olympiasieger absolvierte die zweite Disziplin in 4:02:40 Stunden und ging mit großem Vorsprung auf die Laufstrecke.

Dort brannte der Ironman-Rookie dann schließlich das finale Feuerwerk ab und lief den Marathon in 2:35:24 Stunden ins Ziel, was einer durchschnittlichen Pace von 3:42 min/km entspricht. Zweiter in diesem insgesamt sehr schnellen Rennen wurde der Schweizer Ruedi Wild, der zwar rund 15 Minuten nach Blummenfelt das Ziel erreichte, aber immer noch in 7:36:35 Stunden finishte und sich damit den zweiten Kona-Slot sicherte. 

Dritter wurde schließlich Paul Schuster, der sich durch das Feld aufs Podium arbeitete. Seine 7:41:32 Stunden bedeuteten am Ende rund 20 Minuten Rückstand auf den Sieger.

Das Rennen der Frauen

Auch bei den Frauen ging der Sieg nach Skandinavien, doch hier war es die schwedische Flagge, die hinter dem ersten Platz angezeigt wurde. Sara Svensk gewann in 8:22:41 Stunden und sicherte sich damit ihr Kona-Ticket für die Herbst-WM 2022 auf Hawaii.

Da die zweitplatzierte Gurutze Frades Larralde (8:31:12 Stunden) bereits im Vorfeld für die WM qualifiziert war, ging der zweite Slot im Frauenrennen an Carrie Lester. Die Australierin wurde kurz vor Schluss noch auf den dritten Rang verdrängt und kam nach 8:36:40 Stunden ins Ziel.

Fehler gefunden? Bitte teile uns hier mit, was wir verbessern können!

Für öffentliche Kommentare und Diskussionen nutze gern die Funktion weiter unten.

- Anzeige -

35 Kommentare

    • Da es Blumefelts erster Wettkampf war, gibt es keine Referenz/ Zeiten zum Vergleich. Aber man muss anmerken, dass die Zeiten der Zweit- und Drittplatzierten deutlich darauf hinweisen, dass die Strecke zu kurz war. (Verbesserungen um ca. 30 – 40min zu IM Hamburg 2019 RW: 8:16h PS:8:24h)

      • Kannst du beweisen, dass die Strecke zu kurz war? Ich denke nicht! Guck dir doch bitte auf Strava die Einheiten von Blummenfelt an und du wirst sehen was für Unsinn du geschrieben hast. Wie leider so manch ein anderer hier bei diesem Thema: Erst recherchieren und dann überlegen, ob man solch einen Kommentar verfasst. Du redest von Referenz und Vergleichen und vergleichst dann Äpfel mit Birnen, super.

      • Die Zeit ist doch eindeutig das Ergebnis einer zu kurzen Strecke und der Strömung im Wasser. Ruedi Wild mit 7:36h, Leute! Und Sara Svensk mit 8:22h. Da müssen mindestens 10min draufgeschlagen werden, eher 15min. Coole Zeiten dennoch, aber eben keine echte 7:21… mal sehen was nächstes Jahr so kommt…

      • ich war selbst vor Ort als Teilnehmer und es ist die einzige Schwimmstrecke die die letzen Jahren immer auf den Meter genau ist das sie von Punkt zu Punkt geht aber es war an diesem Tag eine gut Strömung. Die Radstrecke, die auch immer gleich ist sowie auch die Laufstrecke habe auch auf den Meter gepasst. Alles auf meinem GPS Tracker aufgenommen.
        Es wahr dieses Jahr einfach gut Bedingungen, den nicht ganz so heiß, gute Rückenströmung dafür verrückte Wetterkapriolen mit teilweise Überschwemmungen.
        Um es kurz zu machen, man muss auch so einen Wettkampf bei hoher Luftfeuchtigkeit erstmal in das Ziel bringen 😉

  1. Ich mache seit über 10 Jahren Triathlon. Diese Zeiten auf der Langdistanz bedeuten für mich nichts mehr. Ich finde es eher lächerlich. Kein Mensch weiß wie lange die Strecken wirklich sind und dann das komische gefasel von Weltbestzeiten….
    Irgendwie hat sich der Tri auf der LD nicht zum besseren gewandelt. Daher zählt am Ende nur noch Hawaii. Da sind alle top pros in Bestform und dann kann verglichen werden.

  2. Ich glaube an das Gute im Sport! Das ist eine ganz andere Liga von Athleten die da heran wächst. Da können „Quereinsteiger“ wie Kienle etc. einpacken.
    Die jungen wilden Norweger wurden auch im Thema Ernährung und Pacing genauestens gebrieft. Mit dem enormen Grundspeed welche sie aufweisen, müssen sie „nur“ möglichst lange im niedertourigen Gang durchhalten und performen viel viel besser als die alteingesessene Garde. Die neuen Laufschuhe mit Carbonsohlen und optimierte TT-Fahrräder inkl. bessere Aero-Supermanposition machen den Rest, so dass die Rekorde derzeit nur so purzeln.
    Die Ausnahme bestätigt die Regel: Casper Stornes ist in Frankfurt im wahrsten Sinne des Wortes explodiert 🙈 und lief von Toitoi zu Dixi…

      • Kienle ist kein gelernter Triathlon Profi mit ITU Background. Er hat den Durchbruch als Überbiker geschafft. Ich war dabei in Las Vegas, als er 70.3 Weltmeister wurde und bin auch ein Fan von ihm, don’t get wrong. Aber das Schwimmen hat er nie richtig hingekriegt wie die „Echten“. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – trifft leider bei Sebi zu. Gegen die jungen Wilden wird es wirklich wirklich schwierig. Aber natürlich hatte er eine phänomenale Karriere und ich drücke ihm die Daumen für 2022!

  3. Also irgendwie bin ich irritiert, ob des kurzen Berichts.
    Da fackelt der amtierende ITU-Weltmeister & Olympiasieger – im gleichen Jahr (!) – mal kurz ein Weltbestzeit-Feuerwerk bei seinem Premierenrennen ab und hier gibt es einen gefühlten Dreizeiler + erste Dopingmutmaßungen tauchen in den Kommentaren auf.

    Ich stelle jetzt mal die These auf bei Frodo oder einem sonstigen, deutschen, Atheleten würden sich die Lobhudeleien hier nur so überschlagen.

    Aber sei es drum, bei einem Triathlon-Magazin mit zumindest nationalem Führungs-/Leitmediumsansprruch hätte ich in Anbetracht der gezeigten Leistungen doch mehr erwartet, als da wären:

    – Detailanalyse des Rennes durch Simon
    – Versuch eines Kommentares von Frodo/Sanders/Lange zur gezeigten Leistung + Implikationen auf die eigene Vorbereitung für 2022 (Utah/Hawaii)
    – Expertenstimmen ehemaliger Athleten/Coaches
    – Aussagen von Blummenfelt selbst
    – etc. pp.

  4. Alle Strecken (swim, bike, run) waren die korrekte Länge bzw. war es beim Bike mehr als 180km. Bei hunderten von Athleten auf Strava nach zuschauen. In der Berichterstattung hätte man zusätzlich erwähnen können, dass man bei der Durchfahrt durch die Stadt (3x)durch völlige überschwemmte Straßen fahren musste. Oh man — Neid kennt wirklich keine Grenzen!!!

  5. Als Starter in Cozumel am vergangenen Wochenende kann ich die 3,5 km Schwimmstrecke bestätigen. In unserer Hannes Hawaii Tours Crew bzw. der Strava Gruppe hatten alle Athleten zwischen 3,4 – 3,5 km (laut meinen 500m Splits teilweise mit aber auch gegen Strömung). Was meines Erachtens die Leistung von Kristian nicht schmälert.
    Rad und Marathon waren etwas länger. Maßgeblich für die guten Leistungen war der ständige Regen der gut runter kühlte (nur das letzte Drittel der TN stand bei Sturzregen bis zur Kurbel tief im Wasser)

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nils Flieshardt
Nils Flieshardt
Nils Flieshardt ist Chefredakteur der Zeitschrift triathlon und seit über 15 Jahren als Radexperte im Einsatz. Wenn er nicht am Rechner sitzt, findet man ihn meist hinter der Kamera auf irgendeiner Rennstrecke oder in Laufschuhen an der Elbe. Als Triathlet ist er mehr finish- als leistungsorientiert, aber dafür auf allen Distanzen zu Hause.

Verwandte Artikel

Ironman-Weltmeisterschaften 2024: Diese Athletinnen und Athleten sind bereits qualifiziert

Die Hälfte des Jahres ist fast vorbei und für die Profis sind die Möglichkeiten einer Qualifikation zur Ironman-WM beinahe ausgeschöpft. Pro Geschlecht gibt es nur noch drei Gelegenheiten. Ein Überblick über alle bisher qualifizierten Athletinnen und Athleten.

Carbon & Laktat: 7 Stunden, 50 Minuten und 42 Sekunden

So schnell wie Lars Wichert vor zwei Tagen war noch kein Agegrouper auf der Langdistanz. Heute sitzt er wieder ganz normal in der triathlon-Redaktion – und natürlich auch am Podcast-Mikrofon. Zusammen mit Nils Flieshardt und Frank Wechsel blickt er auf den Ironman Hamburg zurück.

ePaper | Kiosk findenAbo

Aktuelle Beiträge

Mehr lesen und erleben mit triathlon+

Triathlon ist mehr als Schwimmen, Radfahren und Laufen. Mit der Mitgliedschaft bei triathlon+ erlebst du den schönsten Sport der Welt so umfangreich wie nie zuvor. Wir haben drei attraktive Modelle für dich: Mit dem Monatsabo hast du die volle Flexibilität. Mit dem Halbjahresabo kannst du unseren Service umfangreich testen und mit dem Jahresabo sparst du bares Geld.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

89,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar

Halbjahresabo

39,95 -
Ein halbes Jahr zum Vorteilspreis
  • Mindestlaufzeit 6 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 6 Mo. monatlich kündbar