Brooks Levitate im Test

Seit Ende September ist der Brooks Levitate auf dem Markt. Sieben Jahre Entwicklung stecken laut Hersteller in dem Schuh. Wir wollten wissen: Wie gut läuft sich der Schuh wirklich? Der Praxis-Test.

Von > | 23. Oktober 2017 | Aus: EQUIPMENT

Silberpfeil: Der Brooks Levitate kommt mit 8 mm Sprengung aus.

Silberpfeil: Der Brooks Levitate kommt mit 8 mm Sprengung aus.

Foto >Hersteller

Nicht weniger als sieben Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Brooks Levitate. Bedenkt man, dass wir seit 2010 mit Sebastian Kienle, Jan Frodeno und Patrick Lange vier deutsche Hawaii-Siege bejubeln konnten, kommen einem sieben Jahre ziemlich lang vor. Doch manche Dinge brauchen ihre Zeit, so auch die völlig neu konzipierte Mittelsohle des Brooks Levitate. In Zusammenarbeit mit BASF hat der Laufschuhhersteller versucht, die Schuhdämpfung auf ein neues Level zu heben. Das Besondere an der sogenannten DNA-AMP-Technologie der Mittelsohle soll laut Hersteller die Energierückführung sein. Tatsächlich scheint sich in der Laufschuh-Industrie ein Trend zur Abkehr von unterschiedlichen Mittelsohlen-Elementen abzuzeichnen. Bei Adidas heißt das geschäumte Material "Boost", bei Asics "DynaFlyte", bei Saucony "Everun" und bei New Balance "Fresh Foam". Das Resultat überzeugt bei allen Herstellern: Hohe Dämpfungseigenschaften bei niedrigem Gewicht. Der Brooks Levitate ist also materialtechnisch mindestens "up to date".

Der Brooks Levitate im Praxis-Test

Der erste Eindruck fällt gleich positiv aus: Denn man fühlt sich in dem Schuh auf Anhieb wohl. Die Passform erinnert stark an den Brooks Launch – die Ähnlichkeit ist kein Zufall. Laut Hersteller handelt es sich beim Levitate um einen "Performance-Laufschuh". Die sportliche Passform in Anlehnung an den Launch ist daher nur folgerichtig. Neu ist auch das gestrickte Obermaterial, "Fit Knit" genannt. Das flexible Gewebe minimiert Druckstellen und schmiegt sich während des Laufens angenehm an den Fuß. Bleibt die Frage: Kann das Dämpfungsmaterial halten, was der Hersteller verspricht? Wir sagen nach den ersten Testläufen: ja. Interessant ist vor allem, dass sich der Schuh beim Laufen etwas härter anfühlt, als es das Material zunächst vermuten lässt. Dadurch bietet der Schuh die nötige Direktheit, die schnellere Läufer sich wünschen. Auch beim Tempo um 4 Minuten pro Kilometer fühlt sich der Levitate weder schwammig oder überfordert an – und sitzt dank des gewebten Obermaterials sicher am Fuß. Auch schnelle Läufer kommen mit dem Schuh auf ihre Kosten. Genauso eignet sich der rund 300 Gramm schwere Schuh auf für lockere und längere Trainingsläufe. Würde man den Maßstab von vor sieben Jahren anlegen, hätte man den Levitate sicher als Leightweightrainer klassifiziert – ein guter Allrounder für ambitionierte Läufer. Die Sprengung von 8 mm fällt ebenfalls sportlich aus und setzt eine gute Lauftechnik voraus. Denn der Schuh kommt ohne Unterstützung aus und richtet sich an Läufer mit neutralem Abrollverhalten. Ein Schuh ohne Schwächen? Nicht ganz. Auf nassem Asphalt und Laub fehlt es dem Levitate an Traktion.

Fazit

Wer einen Trainingsschuh mit hervorragenden Dämpfungseigenschaften und einer sehr guten Passform sucht, wird auf trockenem Untergrund mit dem Brooks Levitate bei jedem Tempo glücklich werden. Das Warten hat sich also gelohnt. 170 Euro sind zugegeben ein stolzer Preis für einen Laufschuh. Daher wäre interessant, wie es sich mit der Langlebigkeit des neuen DNA-AMP-Mittelsohlenmaterials verhält. Hierzu können wir nach dem vierwöchigen Testzeitraum noch keine Aussagen treffen.