Clever geteilt

Etliche Profis fahren auf ihren Triathlonrädern mittlerweile Sättel mit geteilter Nase, wie etwa den PN 3.0 von ISM. Wir haben uns das beliebte Split-Nose-Modell genauer angeschaut.

Von > | 26. September 2018 | Aus: EQUIPMENT

Foto >Nils Flieshardt

Für Triathleten hat ein Rad, auf dem ein Sattel mit geteilter Nase montiert ist, mittlerweile das normalste Gesicht der Welt. Den Weg, den etwa ISM bei seinen Modellen geht, ist voll etabliert, auch weil zahlreiche Topstars des Sports auf die Teilung setzen. Der Hintergrund des Prinzips: Dank der geteilten Nase wird der Druck von den empfindlichen Weichteilen genommen, wodurch der Blutfluss ungehindert funktionieren soll und dadurch wiederum Schluss sei mit Taubheitsgefühlen.

Doch damit das funktionieren kann, ist ein wenig Arbeit bei der Einstellung nötig. ISM empfiehlt bei der Erstmontage die sogenannte „5-und-5-Regel“. Demnach soll der Sattel rund fünf Zentimeter weiter hinten platziert werden und gleichzeitig fünf Millimeter tiefer als ein „normaler“ Sattel mit langer, einteiliger Nase. Eine Empfehlung für die Neigung gibt der Hersteller nicht. Ob man ihn für den persönlich optimalen Komfort parallel zum Boden oder leicht nach vorn geneigt montieren müsse, sei von Person zu Person verschieden. Das alles will der Hersteller als Faustregel verstanden wissen und es könne sein, dass nach ersten Probefahrten weitere Korrekturen notwendig seien.

Foto >Nils Flieshardt

In Sachen Komfort und Einstellungsmöglichkeiten hat die neueste ISM-Form, der PN 3.0, einen entscheidenen Vorteil im Vergleich zu seinen Vorgängern: Während etwa der 1.0 oder der 2.1 der PN-Linie (Performance Narrow) zur hinteren Sitzfläche gleichmäßig breiter werden, bleibt die geteilte Nase des PN 3.0, die ohnehin schon einige Millimeter schmaler ausfällt, länger nahezu parallel. Dadurch berühren die Oberschenkelinnenseiten weniger schnell den Sattel und es ergibt sich ein längerer Bereich für die Suche nach der optimalen Sitzposition, in der Komfort, Aerodynamik und Stabilität durch den Bikefitter perfekt ausbalanciert sind.

Foto >Nils Flieshardt

Dieser vergrößerte Spielraum erleichtert die Suche nach dem „Sweet Spot“ ungemein. Und hat man ihn schließlich gefunden, ist auch kein Rutschen auf dem Sattel mehr nötig. Dies ist aus Performance-Gründen ohnehin unerwünscht und eher ein Zeichen der falschen Sattelwahl beziehungsweise -einstellung.

Foto >Nils Flieshardt

Was der ISM PN 3.0 mit nahezu allen vergleichbaren Split-Nose-Modellen gemein hat, ist der Fakt, dass sie nicht für das aufrechte Sitzen in komfortabler Haltung gemacht sind. Seine Stärke spielt der Sattel erst in gebeugter Aero-Haltung aus. Aber genau diese dauerhaft und komfortabel halten zu können, ist ja auch das Ziel eines jeden Fittings auf dem Triathlonrad. Und der ISM PN 3.0 kann ein passendes Puzzleteil dabei sein.

Foto >Nils Flieshardt

Erhältlich ist der Sattel mit schwarzem oder weißem Bezug und mit unterschiedlichen Farben der Schale. Zudem gibt es verschiedene Ausführungen: Neben dem 3.0, der mit Edelstahlstreben ausgestattet ist, gibt es mit dem 3.0 C auch eine leichtere Variante aus Carbon. Der 3.1 verfügt über die nahezu gleiche Form, hat aber im Vergleich zu den anderen 3er-Modellen ein dickeres Polster. Der Preis liegt bei 224,95 Euro für den 3.0. Für die Carbon-Variante werden satte 449,95 Euro fällig.