Montag, 20. Mai 2024

Arena Games Triathlon: Showdown um den WM-Titel in London

Unter dem Hallendach des Aquatic Centre in London kommt das stärkste Teilnehmerfeld der Saison zum entscheidenden Kräftemessen zusammen. Die Vorschau zum Rennen.

www.thatcameraman.com Geballte Rennaction und Athleten in greifbarer Nähe, das ist das Prinzip der Arena Games der Super League Triathlon.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird am Samstag zum zweiten Mal der Weltmeistertitel bei den Arena Games Triathlon verliehen. Das Teilnehmerfeld im Aquatic Centre in London wird dabei das größte aller drei in diesem Jahr auf dem Programm stehenden Etappen sein. Nachdem die Meldezahlen bei den Veranstaltungen in Montreal und Sursee überschaubar gewesen waren und die Wettkämpfe teils für Nachwuchsathleten dazu gedient hatten, Wettkampferfahrung zu sammeln und Rennhärte zu erlangen, weist die Startliste für den Wettkampf in der Metropole an der Themse sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern einige Überraschungen auf. 

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Wer wird Weltmeister?

Die Weltmeister werden nach einem Punktesystem ermittelt, das die Ergebnisse des Finales in London sowie das beste Ergebnis jedes Athleten bei einem weiteren Arena-Games-Event kombiniert. Die Gewinner der Serienrennen aus Montreal und Sursee haben jeweils 250 Punkte erhalten, die Gewinner des Meisterschaftsfinales in London bekommen 500 Punkte gutgeschrieben. Die nachfolgenden Athleten erhalten jeweils 7,5 Prozent weniger Punkte als der vor ihnen Platzierte. World Champion der Arena Games Triathlon werden am Ende die Triathletin und der Triathlet mit der höchsten Gesamtpunktzahl aus dem Finale in London und einem weiteren Serienrennen.

www.thatcameraman.com Der Südafrikaner Henri Schoeman zählt zu den heißen Anwärtern auf den Weltmeistertitel.

Format des Rennens

In London wird es im Gegensatz zu den Serienrennen in Montreal und Suresee einen Hoffnungslauf geben. Dadurch ergibt sich ein verändertes Qualifikationssystem für das Finale. Die Distanzen betragen 200 Meter Schwimmen auf einer 50-Meter-Bahn, vier Kilometer Radfahren auf einem Smarttrainer in der virtuellen Welt von Zwift, für das die Windschattenfreigabe deaktiviert ist, sowie einen Kilometer Laufen auf einem selbst angetriebenen Laufband.

Vorläufe: In den Vorläufen werden die Athleten zweimal antreten. Beide Rennen werden in der klassischen Abfolge der Triathlondisziplinen Schwimmen – Radfahren – Laufen ausgetragen. Das zweite Rennen ist ein Verfolgungsrennen, sodass der erste Athlet, der mit dem Laufen fertig ist, auch der Sieger des Vorlaufes ist. Die ersten beiden Athleten des Vorlaufes qualifizieren sich direkt für das Finale, wohingegen die Dritt- bis Siebtplatzierten in die Hoffnungsläufe müssen. Zusätzlich erreichen die fünf schnellsten, nicht qualifizierten Athleten den Hoffnungslauf.

Hoffnungslauf: Hier werden die Triathleten erneut zwei Rennen bestreiten, die identisch zum Modus des Vorlaufs ausgetragen werden. Es gibt jeweils zwei Hoffnungsläufe mit zehn Sportlern. Die beiden Schnellsten jedes Laufs erreichen das Finale, sodass der Endlauf mit insgesamt zehn Athleten ausgetragen wird.

Finale: Die ersten beiden Rennen werden im Massenstart ausgetragen. Die Reihenfolge der Disziplinen ändert sich jedoch vom ersten zum zweiten Lauf. So wird der erste Durchgang in klassischer Abfolge Schwimmen – Radfahren – Laufen absolviert, bevor es im darauffolgenden Rennen in umgekehrter Reihenfolge der Disziplinen (Laufen – Radfahren – Schwimmen) über die Strecken geht. Das letzte der drei Finalrennen wird wiederum im Verfolgungsmodus ausgetragen. Dabei ergeben die Zeiten der ersten beiden Läufe addiert den Startabstand der jeweiligen Athleten. Wer als Erste oder Erster über die Ziellinie läuft, ist Siegerin beziehungsweise Sieger der Arena Games Triathlon London.

Das Frauenrennen

Die beste Ausgangslage, um sich zur Weltmeisterin zu krönen, haben die Amerikanerin Gina Sereno und die Ungarin Zsanett Bragmayer, die die Rennen in Montreal und Sursee jeweils für sich entscheiden konnten. Durch ihre Siege haben beide Athletinnen 250 Punkte im Rennen um die Weltmeisterschaft auf ihrem Konto und damit eine gute Ausgangslage vor dem Finale am Samstag. Zsanett Bragmayer könnte angesichts ihrer Erfahrung aus der vergangenen Saison und der Leistung in Sursee am Ende die Nase hauchdünn vor Sereno haben.

www.thatcameraman.com Die Siegerin aus Sursee, Zsanett Bargmayer (Mitte), hat beste Chancen, auch in London auf dem Podium zu stehen.

Zwei Athletinnen, die nicht mehr um den Weltmeistertitel kämpfen können, da sie keines der ersten beiden Rennen absolviert haben, wollen dennoch ein ordentliches Wort um den Sieg in London mitreden: die Französin Cassandre Beaugrand und die Britin Beth Potter. Beide haben gute Erinnerungen an das Rennen in London. Beaugrand, die das Event vor einem Jahr für sich entscheiden konnte, bringt mit nur einem Rennen unter dem Hallendach etwas weniger Arena-Games-Erfahrung mit als Potter. Die Zweitplatzierte der London-Veranstaltung im vergangenen Jahr wurde später erste Weltmeisterin des Rennformates. Die Britin, die jüngst ihren ersten Sieg beim WTCS-Rennen in Abu Dhabi einfahren konnte, stand bei fünf Arena-Games-Veranstaltungen fünfmal auf dem Podium. Zweimal davon als Siegerin.
Die deutschen Farben werden durch Anabel Knoll und Céline Kaiser vertreten. Beide Athletinnen waren in Sursee schon dabei. Kaiser belegte in der Schweiz Rang elf, Knoll kam als 13. ins Ziel.

Das Männerrennen

Bei den Männern könnte es im Kampf um den Weltmeistertitel auf ein Duell zwischen Chase McQueen und Henri Schoeman hinauslaufen. Der Amerikaner McQueen entschied das erste Rennen in Montreal für sich und hatte dabei einen kleinen Vorsprung von sieben Sekunden auf seinen südafrikanischen Widersacher. Schoeman allerdings fasst nach langer Verletzungszeit in der Saison 2022 in diesem Jahr wieder Fuß im Rennzirkus. Neben McQueen und Schoeman werden auch die weiteren drei bisherigen Podiumsplatzierten der Serie, Simon Westermann (SUI), Maxime Hueber-Moosbrugger (FRA) und der Brite Jack Stanton-Stock in London an der Startlinie stehen.

Ein Name, der nicht erst seit Oktober 2022 in den Meldelisten für Aufmerksamkeit sorgt, ist der von Gustav Iden. Für den Ironman-Weltmeister von Hawaii im vergangenen Jahr geht es darum, Punkte für das Olympia-Qualifikationsranking zu sammeln. Schließlich will der Norweger seine Chance auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 wahren und verbessern. Der Wechsel zurück auf die Kurzdistanz ist ihm beim WTCS-Rennen in Abu Dhabi noch nicht ganz geglückt. Mit Spannung wird daher erwartet, wie sich Iden bei dem harten Rennformat der Arena Games schlägt.

www.thatcameraman.com Lasse Nygaard Priester ist einer von drei deutschen Startern.

Nieschlag fühlt sich fit

Des Weiteren ist Justus Nieschlag, der vor zwei Wochen den Ironman 70.3 Lanzarote gewann, als noch amtierender Vizeweltmeister mit am Start und hat mit einem guten Ergebnis die Chance, um eine WM-Medaille zu kämpfen. In Sursee präsentierte sich der Deutsche im Wasser und auf dem Rad mehr als konkurrenzfähig. Lediglich beim Laufen passte es im Finale nicht ganz zusammen. Nieschlag selbst schaut recht zuversichtlich dem Wochenende entgegen: „Ich freue mich, wieder an der Startlinie zu stehen. Um dem Gröbsten aus dem Weg zu gehen, möchte ich mich direkt im Vorlauf für das Finale qualifizieren, um genügend Erholungszeit zu haben. Nach dem Ironman 70.3 Lanzarote ist die Frische noch nicht wieder zu 100 Prozent da. Aber ich fühle mich fit für das Rennen.“

Neben dem von der Kurz- auf die Mitteldistanz gewechselten Athleten werden auch noch Lasse Nygaard Priester, der in Sursee den siebten Platz belegte, und Johannes Vogel, der sein Debüt bei den Arena Games feiert, ins Rennen gehen.

Übertragung und Startzeiten

Die Vor- und Hoffnungsläufe werden nicht übertragen. Die Vorläufe der Frauen (15 bis 16:40 Uhr deutscher Zeit) und Männer (17:40 bis 19:20 Uhr) finden jeweils am Freitag statt. Athleten, die sich über den Hoffnungslauf für das Finale qualifizieren müssen, bekommen ihre Chance am Samstag von 11 bis 12:40 Uhr. Anschließend geht es abends in die Finalrennen: Die Frauen starten um 18:41 Uhr, die Männer folgen um 19:58 Uhr. Die Übertragungen auf YouTube, der Super-League-Webseite sowie auf TriathlonLive beginnen um 18:30 Uhr beziehungsweise um 19:30 Uhr.

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2 Kommentare

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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