Gustav Iden und Lisa Nordén gewinnen in Ratingen mit Streckenrekord

Rund 750 Athleten nutzten am vergangenen Wochenende beim 12. Stadtwerke Ratingen Triathlon in Nordrhein-Westfalen die Gelegenheit für einen erfolgreichen Saisonabschluss. Über die drei verschiedenen Strecken auf der Sprintdistanz (0,5 km, 20 km, 5 km), Kurzdistanz (0,8 km, 40 km, 10 km) und dem „76,5er-Triathlon“ (1,5 km, 60 km, 15 km) konnten sich die Sportler dank besonderer Auflagen und dem mittlerweile bewährten Hygienekonzept miteinander messen.

Während sich die Agegrouper bereits am frühen Morgen in unterschiedlichen Startwellen auf die 50-Meter-Bahn des Angerbads begaben, folgten am frühen Nachmittag die beiden Profirennen. Im Rahmen des Einladungsrennens beim „Pushing Limits Race“ über die Kurzdistanz mit 1.000 Metern Schwimmen, 40 Kilometern auf dem Rad inklusive rund 500 Höhenmetern und einem kurvigen 10-km-Lauf trafen 24 Männer und 15 Frauen aufeinander, darunter sowohl junge Kurz- als auch routinierte Langdistanzler. Gekämpft wurden unter anderem um 15.000 US-Dollar Preisgeld, welches von der Professional Triathletes Organisation (PTO) zur Verfügung gestellt wurde. Ein Umstand, der für Unmut in einigen Teilen der Profiszene sorgte, nachdem eine Vielzahl von Profiathleten, die Mitglieder der PTO sind und sich im Ranking teilweise unter den Top 100 befinden, von dem Rennen inklusive vorgestelltem Starterfeld erst durch eine Pressemitteilung und über Social Media erfahren hatten. Da die Unstimmigkeiten in persönlichen Gesprächen mit dem Veranstalter und der PTO zunächst nicht geklärt werden konnten, veröffentlichte eine Gruppe der Athleten am Sonntag einen offenen Brief mit dem Titel „Ein Appell an die Chancengleichheit im Deutschen Profitriathlon“.

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Männer glänzt im Becken, Funk auf der Radstrecke

Zuerst fiel bei den Profis der Startschuss für die Männer. Bei der Auftaktdisziplin konnten zunächst die Kurzdistanzler punkten: Die 1.000 Meter auf der Langbahn im Freibad dominierte der junge Nachwuchsathlet Magnus Männer. Der 20-Jährige stieg nach 11:39 Minuten mit rund 20 Sekunden Vorsprung als Erster aus dem Becken und sicherte sich damit die Preisgeldprämie von 500 Euro für die schnellste Schwimmzeit des Tages. Die alleinige Führung war allerdings nur von kurzer Dauer, nachdem die starken Radfahrer rasch aufgeholt hatten. Im Laufe der 40 Radkilometer formierte sich eine sechsköpfige Spitzengruppe aus Gustav Iden, der im Gegensatz zu seinen Konkurrenten auf einem Rennrad mit Auflieger unterwegs war, Florian Angert, Frederic Funk, Michael Raelert, Jan Stratmann und Pieter Heemeryck. Gegen Ende der zweiten Disziplin setzte sich Funk in seiner Paradedisziplin ab und kam mit rund 15 Sekunden Vorsprung vor seinen Verfolgern und dem schnellsten Split des Tages in die zweite Wechselzone. Seine Rekordfahrt in Zahlen: Laut Strava 51:36 Minuten Fahrzeit, 44,5 Kilometer pro Stunde, 330 Watt Durchschnittsleistung und 343 Watt gewichtete Leistung bei rund 73 Kilogramm. Zum Vergleich: Boris Stein, der auf dem Rad viel Zeit gut machte, allerdings auch größer und schwerer ist als Funk, legte den Kurs mit 44,2 Kilometern pro Stunde und 366 Watt Durchschnittsleistung (375 Watt gewichtete Leistung) zurück.

Ingo Kutsche Geschwommen wurde sowohl für Agegrouper als auch für die Profis auf der 50-Meter-Bahn im Angerbad.

Iden läuft ungefährdet zum Streckenrekord

Bereits nach gut einem Kilometer übernahm der amtierende Ironman-70.3-Weltmeister Iden, der am vergangenen Wochenende in Karlovy Vary aufgrund einer Lebensmittelvergiftung nicht beim ITU-Weltcup starten konnte, die Führung. Ungefährdet lief der 24-Jährige mit der schnellsten Laufzeit des Tages von 30:59 Minuten zum Tagessieg in 1:37:49 Stunden und damit ebenfalls zu einem neuen Streckenrekord, der zuvor von Maurice Clavel aus dem Jahr 2015 stammte und bei 1:44 Stunden lag. Hinter Iden, der damit seiner klaren Favoritenrolle gerecht wurde, verdrängte Pieter Heemeryck (1:39:47 Stunden) beim Laufen noch Frederic Funk (1:40:09 Stunden) auf den dritten Rang. Auf den beiden verbleibenden Preisgeldrängen vier und fünf landeten nach starker Leistung Jan Stratmann (1:40:32 Stunden) und Johannes Vogel (1:40:56 Stunden). Die Ränge sechs bis zehn sicherten sich Florian Angert, Jonathan Zipf im letzten Profirennen seiner Karriere, Boris Stein, Jonas Osterholt und Simon Henseleit. Alle weiteren Ergebnisse gibt es hier im Überblick.

Lisa Nordén siegt nach starker Radfahrt

Im Frauenrennen gab es am Ende einen ähnlich deutlichen Sieg mit neuem Streckenrekord: Die Schwedin Lisa Nordén, Olympiazweite von London 2012, setzte sich gegen ihre Konkurrenz durch, nachdem sie den Mitstreiterinnen auf dem Rad in ihrer Paradedisziplin keine Chance gelassen hatte. Zunächst war es die Britin Lucy Hall gewesen, bekannt und gefürchtet als starke Schwimmerin, die nach 12:34 Minuten als Führende aus dem Wasser stieg. Den Rückstand von einer Minute egalisierte Nordén auf dem Rad schnell und baute ihren Vorsprung auf die Verfolgerinnen auf mehrere Minuten aus. Inklusive Wechselzeiten benötigte die 35-Jährige 1:00:05 Stunden für den Radkurs, zwei Minuten schneller als die spätere Zweite Imogen Simmonds aus der Schweiz und fast dreieinhalb Minuten schneller als Lucy Hall. Nach einer soliden Laufleistung von 38:00 Minuten für die abschließenden zehn Kilometer kam die Schwedin nach 1:51:41 Stunden ins Ziel – ebenfalls Streckenrekord. Eineinhalb Minuten später folgte Simmonds mit einer Endzeit von 1:53:10 Stunden. Abgerundet wurde das Podium von Lucy Hall (1:53:54 Stunden), die vor Sarissa de Vries (NED / 1:54:19 Stunden) und Anne Reischmann (1:55:37 Stunden) auf Platz fünf landete. Die Ränge sechs bis zehn gingen an Carolin Lehrieder, Lena Berlinger, Anabel Knoll, Stine Dale aus Norwegen und Hannah Arlom. Die komplette Ergebnisliste mit allen Splitzeiten ist hier zu finden.

Ingo Kutsche Lisa Nordén gewinnt mit einer Endzeit von 1:51:41 Stunden vor Imogen Simmonds und Lucy Hall.
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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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