Ironman kündigt Pro-Serie für 2024 an: Höhere Siegprämie als bei PTO und Challenge Family

Der weltgrößte Triathlonveranstalter Ironman hat für die Saison 2024 eine neue Serie für die Profis angekündigt. Bei maximal fünf Rennen aus einer Auswahl von 18 Events können die Sportler Punkte sammeln, um am Jahresende an der Verteilung von insgesamt 1,7 Millionen US-Dollar Bonus teilzuhaben.

spomedis Laura Philipp gewann 2022 den Ironman Hamburg. Am 2. Juni 2024 findet hier wieder die Ironman-EM der Frauen statt, erstmals als Teil der Ironman Pro Series.

Sechs Ironman- und neun Ironman-70.3-Rennen sowie die drei Weltmeisterschaften bilden die erste „Pro Series“ von Ironman, die mit 1,7 Millionen US-Dollar dotiert ist. Die Siegerin und der Sieger bekommen neben den Preisgeldern der einzelnen Rennen ein Serienpreisgeld von 200.000 US-Dollar, was deutlich mehr ist als die Prämie für den Sieg bei den Ironman-Weltmeisterschaften, der mit 125.000 US-Dollar dotiert sind, und als die Serienboni der Professional Triathletes Organisation (PTO) mit einer Siegprämie von 100.000 US-Dollar oder der Challenge Family (25.000 US-Dollar).

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Punktesystem: Jede Sekunde zählt

Die Athletinnen und Athleten werden dabei anhand eines Punktesystems gerankt: Für den Sieg bei einem Ironman-Rennen (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen) gibt es 5.000 Punkte, bei einem Ironman 70.3 (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen) sind es 2.500 Punkte. Die Weltmeisterschaften sind auf der vollen Distanz mit 6.000 Punkten dotiert, auf der 70.3-Strecke mit 3.000 Punkten. Auf den weiteren Plätzen wird für jede Sekunde Rückstand ein Punkt abgezogen – zwei Minuten Rückstand ergeben damit unabhängig von der Platzierung 4.880 Punkte (5.000 Punkte minus 120 Sekunden). Jede Athletin und jeder Athlet geht mit seinen besten fünf Ergebnissen in die Wertung ein, wobei maximal drei Rennen über die volle Distanz gewertet werden.

Preisgelder für Top 10, Reisekostenzuschüsse für Platz 11 bis 50

Die Preisgeldverteilung sieht pro Geschlecht eine Siegprämie von 200.000 US-Dollar vor, für den zweiten Platz gibt es 130.000 US-Dollar, für den dritten 85.000 US-Dollar. Die Prämien staffeln sich herunter bis zu 10.000 US-Dollar für Platz 10, die Plätze 11 bis 50 sind mit jeweils 5.000 US-Dollar als Reisekostenunterstützung belegt. Der neue Bonuspool umfasst damit 1,7 Millionen US-Dollar, mit den Tagespreisgeldern schüttet die Ironman Group damit im Jahr 2024 insgesamt sechs Millionen Dollar aus. Die Preisgelder pro Rennen sollen dabei gleich bleiben wie in diesem Jahr – bei einem Gesamtpreisgeld von 100.000 US-Dollar beispielsweise erhalten die Sieger jeweils 15.000 US-Dollar, die Zweitplatzierten 9.000 US-Dollar und die Dritten 7.000 US-Dollar. Lediglich bei der erst Mitte Dezember stattfindenden Ironman-70.3-WM, die schon in diesem Jahr Konkurrenz durch gut dotierte Rennen der Professional Triathletes Organisation (PTO) im gleichen Saisonzeitraum bekommen hatte, wird das Gesamtpreisgeld von 350.000 auf 500.000 US-Dollar erhöht.

Rennserie startet in den USA – und im Livestream

Die Ironman Pro Series 2024 beginnt am 6. April 2024 beim zum Saisonauftakt stets stark besetzten Ironman 70.3 Oceanside (Kalifornien) und führt nach den US-Stationen in The Woodlands (Texas) und St. George (Utah) am 11. Mai erstmals nach Europa zum Ironman 70.3 Mallorca. Mit zur Serie gehören die Europameisterschaften der Frauen am 2. Juni in Hamburg und der Männer am 18. August in Frankfurt. Auch die Weltmeisterschaften, für die die Qualifikation bei den Profis im Jahr 2024 im gleichen Modus erfolgen soll wie 2023, gehörten zur Serie: Die Ironman-WM der Frauen wird am 22. September 2024 in Nizza (Frankreich) ausgetragen, die der Männer am 24. Oktober 2024 in Kailua-Kona, Hawaii (USA). Die Titelkämpfe im Ironman 70.3 stehen für den 14. und 15. Dezember 2024 in Taupō (Neuseeland) im Rennkalender. Alle Rennen der Ironman Pro Series werden bei Livestream weltweit kostenlos übertragen.

Die Rennen der Ironman Pro Series 2024

DatumRennenOrt
06.04.2024Ironman 70.3 Oceanside Oceanside, Kalifornien (USA)
27.04.2024Ironman North American ChampionshipThe Woodlands, Texas (USA)
04.05.2024Ironman 70.3 North American ChampionshipSt. George, Utah (USA)
11.05.2024Ironman 70.3 MallorcaAlcúdia (Spanien)
19.05.2024Ironman 70.3 Chattanooga Chattanooga, Tennessee (USA)
02.06.2024Ironman European Championship FrauenHamburg (Deutschland)
08.06.2024Ironman 70.3 BoulderBoulder, Colorado (USA)
16.06.2024Ironman CairnsCairns, Queensland (Australien)
23.06.2024Ironman 70.3 Mont-Tremblant Mont-Tremblant, Quebec (Kanada)
30.06.2024Ironman 70.3 Les Sables d'OlonneVendėe (Frankreich)
16.07.2024Ironman Vitoria-Gasteiz Vitoria-Gasteiz (Spanien)
21.07.2024Ironman Lake PlacidLake Placid, New York (USA)
18.08.2024Ironman European Championship Männer Frankfurt (Deutschland)
25.08.2024Ironman 70.3 European Championship TallinnTallinn (Estland)
01.09.2024Ironman 70.3 Zell am See-KaprunZell am See (Österreich)
22.09.2024Ironman World Championship Frauen Nice (Frankreich)
26.10.2024Ironman World Championship MännerKailua-Kona, Hawaii (USA)
01.12.2024Ironman 70.3 Western AustraliaBusselton (Australien)
14./15.12.2024Ironman 70.3 World ChampionshipTaupō (Neuseeland)

„Wir wollten einen Weg finden, um das außergewöhnliche Talent unserer Top-Profi-Triathleten zu würdigen und gleichzeitig aufstrebenden Profis die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln und sich einen Namen zu machen“, sagt Andrew Messick, scheidender Präsident und CEO der Ironman Group. „Die Veranstaltungen wurden sorgfältig ausgewählt, um sicherzustellen, dass sie für unsere Profi-Athleten gut zugänglich sind, aber auch unterschiedliche Strecken anbieten, damit die Athleten die Rennen auswählen können, die am besten zu ihren Stärken passen.“ Außerdem wolle man mit starken Profifeldern die Attraktivität der Rennen vor Ort und im Livestream stärken und den besten Profis mehr Möglichkeiten geben, gegeneinander anzutreten. 

Drei Rennserien kämpfen um Profis

Damit reagiert Ironman auch auf die Ankündigung der PTO, im kommenden Jahr eine Open-Series mit Rennen auf allen Kontinenten auszutragen. Die PTO hatte angekündigt, den Rennkalender für das Jahr 2024 in diesem Oktober zu veröffentlichen, womit Ironman ihr nun zuvorgekommen ist. Im Jahr 2023 gab es bei den drei Open-Rennen der PTO jeweils einen Preisgeldtopf von 600.000 US-Dollar, wovon die Sieger jeweils mit 100.000 US-Dollar profitierten, die Zweitplatzierten mit 50.000 US-Dollar und die Dritten mit 35.000 US-Dollar. Zum Jahresende wird auch hier zusätzlich ein „Bonus Prize Pool“ von zwei Millionen US-Dollar ausgeschüttet, wobei der jeweils Erstplatzierte 100.000 US-Dollar, der Zweite 90.000 und der Dritte 80.000 US-Dollar erhält. Ironman dotiert seine Rennen damit in der Spitze besser, die PTO bisher in der Breite, wobei die Organisation sich noch nicht zu Verteilung im kommenden Jahr geäußert hat. Der Bonuspool des Triathlon-Weltverbands World Triathlon sieht für den Weltmeistertitel auf der Kurzdistanz 70.000 US-Dollar vor, wobei die teilnehmenden Athleten durch ihren Nationalmannschaftsstatus teilweise eine andere Grundabsicherung mitbringen und die Wettkampfreisen oft aus den Verbandskassen finanziert werden.

Auch die Challenge-Serie bietet ihren Profis ein Punktesystem und einen Bonustopf zum Jahresende an, der mit aktuell 125.000 US-Dollar deutlich weniger attraktiv ausfällt: Die Sieger beim Challenge Family World Bonus erhalten jeweils 25.000 US-Dollar, der Zweite 16.500, der Dritte 12.000, der Vierte 6.000 und der Fünfte 3.000 US-Dollar.

Preisgelder zum Saisonende in den Rennserien

Alle Angaben in US-Dollar
PlatzIronman Pro Series 2024PTO Bonus Prize Pool 2023World Championship Series Bonus Pool 2023Challenge Family World Bonus 2023
1200.000100.00070.00025.000
2130.00090.00040.00016.500
385.00080.00026.00012.000
470.00070.00020.0006.000
550.00060.00015.0003.000
640.00050.00013.000
730.00045.00011.000
820.00040.00010.000
915.00035.0009.000
1010.00030.0008.000
115.00025.0007.000
125.00020.0006.000
135.00019.0005.500
145.00018.0005.000
155.00017.0004.500
165.00016.0004.000
175.00015.0003.600
185.00014.0003.300
195.00013.0003.100
205.00012.0003.000
215.00011.0002.900
225.00010.0002.800
235.00010.0002.700
245.00010.0002.600
255.00010.0002.500
265.00010.0002.400
275.00010.0002.300
285.00010.0002.200
295.00010.0002.100
305.00010.0002.000
315.0008.000
325.0008.000
335.0008.000
345.0008.000
355.0008.000
365.0008.000
375.0008.000
385.0008.000
395.0008.000
405.0008.000
415.0005.000
425.0005.000
435.0005.000
445.0005.000
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9 Kommentare

  1. An für sich eine gute Idee. Die Profis haben es ja nicht einfach in unserem Sport. Jetzt darf man trotzdem gespannt auf die Entwicklung der Startgebühren und der Preise im Merchandise Store etc. sein. Geld fällt ja nicht einfach vom Himmel. Das ganze wird dann wohl wieder auf dem Geldbeutel der Amateure aufgebaut. Bin bin gespannt ob alles noch teurer wird oder ob noch mehr an Qualität gespart wird. Es sei aber jedem Profi sein Preisgeld gegönnt. In unserem Sport ist es bestimmt nicht einfach als Profi zu überleben.

  2. Es sei den Profis gegönnt. Der größte Teil der Athleten sind aber keine Profies und dürfen dann vermutlich mit ihrem Startgeld die Prämien mit finanzieren. Die Pannen und Tote die es immer wieder bei Ironman gibt, schreckt mich ab. Ich mag daher Veranstaltungen wie Roth lieber.

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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