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Interview vor der Challenge Gran Canaria
Jan Frodeno – “Ich hoffe, dass Patrick und ich uns richtig einen auf die Fresse geben können”

Sechs Wochen nach seinem Sieg in Miami startet Jan Frodeno nun auf Gran Canaria. Welche Chancen er sich ausrechnet, warum er auf einen harten Kampf mit Patrick Lange hofft und welche Athleten für ihn die heimlichen Favoriten sind: fünf Fragen und fünf aussagekräftige Antworten im Interview.

Jan Frodeno, wie kam es zu der Entscheidung, nun relativ kurzfristig auf Gran Canaria zu starten?

Mal ganz ehrlich, was willst du denn machen? Es steht ja sonst nichts am Horizont. Jeder, der momentan einen Wettkampf veranstaltet, ist in meinen Augen ein Held. Dementsprechend ist so ein Rennen mit dieser Strecke, das mir sonst so niemals in den Sinn käme, weil es mir de facto nicht liegt, auf einmal auch interessant. Watt pro Kilogramm ist ja nicht unbedingt meine ausgewiesene Stärke. Natürlich hat aber die ewige Suche nach Herausforderungen eine Rolle gespielt. Es ist ein Rennen, bei dem sonst andere Athleten ganz starke Leistungen zeigen und dann gewinnen. Ich wollte nun herausfinden, ob ich mich auf so einen Wettkampf entsprechend vorbereiten kann. 

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Hat der Name Patrick Lange auf der Startliste im Entscheidungsprozess auch eine Rolle gespielt?

Ne, gar nicht. Wir wussten nicht, dass er auch hier startet. Ehrlicherweise habe ich mir die Startliste auch erst am Mittwoch angeguckt. Bei so einem Rennen suche ich aber auch nicht nach den klassischen Jungs. Giulio Molinari zum Beispiel, der nur bei Rennen wie diesem antritt, ist dann eher ein Faktor. Dementsprechend gucke ich mir die Liste gar nicht an, weil ich weiß, dass eben solche Jungs da sind, die sich auf Wettkämpfe wie hier in Gran Canaria spezialisieren. Ich weiß, dass ich im Training Vollgas geben muss, um einen Berg hochzukommen. Ich bin ja sonst jemand, der konstant kontrollierte Rennen ganz gut abrufen kann, aber mich eben gegen 60- oder 65-Kilo-Jungs oftmals schwer tue, weil ich eben keine sechs Watt pro Kilogramm fahren kann.

Das oft betitelte Duell zwischen dir und Patrick spielt also überhaupt keine Rolle und du fokussierst dich voll auf deine eigene Leistung?

Ich freue mich, Patrick zu sehen, weil es auch irgendwie spannend ist, wie er sich nun unter Björn Geesmann entwickelt hat. Sein Trainer hat zu Beginn der Zusammenarbeit mal gesagt, dass die beiden eineinhalb Jahre brauchen, um die Lücke zu schließen. In diesem Zeitraum sind wir ja genau jetzt. Dementsprechend hoffe ich einfach darauf, dass das in Kraft tritt. Ich kann wahren Herzens sagen, dass ich die Challenge suche und hoffe, dass Patrick für ein gutes Rennen fit ist und wir uns richtig einen auf die Fresse geben können.

Fotos: Felix Rüdiger

Siegchancen rechnest du dir trotz deiner vermeintlichen Nachteile auf der Radstrecke trotzdem aus?

Ich wäre nicht hier, wenn diese Chance nicht bestehen würde. Ich muss sagen, dass das Rennen in Miami für mich eine große Unsicherheit bedeutet hat, weil die Entscheidung für den Start dort relativ spontan fiel. Aber jetzt kann ich sagen, dass die Form momentan stimmt. Es ging schon richtig ab in den letzten Wochen im Training und ich habe noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt. Ich bin fit. 

Gibt es bereits Planungen für den weiteren Saisonverlauf, jetzt da der Sommerhöhepunkt in Roth verschoben wurde?

Wenn du mir ein entsprechendes Rennen nennst, dann bin ich gewillt dort mitzumachen. Einen Plan gibt es immer, aber momentan ist echt alles abgesagt. Das Visum in die USA war sicherlich nicht leicht zu erhalten, vielleicht tut sich da auch mit den Impfungen in nächster Zeit noch etwas. Wir versuchen einen Plan zu machen, aber es ist noch nichts Definitives am Horizont, was ja auch ein Kriterium gewesen ist, nun hier auf Gran Canaria an den Start zu gehen.  

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