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Triathlon rund um die Welt
Jonas Deichmann hat seine “Lieblingswüste” gefunden

Hitze, Distanzen, Verpflegung: Jonas Deichmann hat seine Lauftaktik den Gegebenheiten in der mexikanischen Wüste der Baja California angepasst. Die Landschaft mit Felsformationen und Kakteen zieht in in ihren Bann.

privat Spektakuläre Landschaft: Felsformationen und Kakteen beeindrucken Jonas Deichmann.

Zu Fuß durch die Wüste – da kommt es auf die richtige Planung an. Hitze, Distanzen, Verpflegung: Jonas Deichmann hat in den ersten Tagen auf der mexikanischen Halbinsel Baja California seine Erfahrungen gesammelt. Und der Abenteurer hat auf seinem Triathlon rund um die Welt seine Strategie und die Logistik den Gegebenheiten vor Ort angepasst. Nur so schafft er es, sein Ziel, jeden Tag mindestens einen Marathon zu laufen, zu erreichen. Oder sogar noch darüber hinaus zu gehen. „Um mittags schon die ersten 30 Kilometer absolviert zu haben, starte ich früh und schaue auch immer, ob ein Restaurant auf dem Weg liegt und wie weit es entfernt ist, dass ich es mittags erreiche. Sonst gibt es einfach keinen Schatten. Meist mache ich dann eine Pause und laufe nachmittags nochmal zwei Stunden“, verrät Deichmann, der bei Gelegenheit aber auch auf eine andere Taktik zurückgreift. „Ich time die Tage auch mal so, dass ich abends bei einem Restaurant bin, in dessen Nähe ich dann übernachten kann. Dann habe ich auch gleich Frühstück und Abendbrot.“

Spektakuläre Landschaft in der Wüste

Seit 272 Tagen ist der 34-Jährige bei seinem aktuellen Projekt bereits unterwegs, hat bei seinen bisherigen Abenteuern schon viele Orte gesehen, stellt aber fest: „Ich bin schon in vielen Wüsten gewesen, aber das ist meine Lieblingswüste. Riesige Kakteen, in allen Formen, Felsformationen, es ist spektakulär.“ Bevor es in die Wüste ging, war aber zunächst Klettern angesagt. „Ich musste auf die Hochebene“, berichtet Deichmann, der auf seinem Weg durch die Halbinsel immer wieder Begegnungen mit Tieren hat. „Klapperschlangen waren dabei, einen Tag ist auch mal ein Skorpion an meinem Zeltplatz vorbeigelaufen, aber die sind harmlos, solange man aufpasst, wo man hinläuft. Und die Klapperschlangen sind ja so nett, eine Warnung abzugeben, wenn man ihnen zu nahe kommt. Das minimiert das Risiko.“

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Kein Schatten, große Hitze

Vom Meer war es 650 Meter in die Höhe gegangen. „Der Tag hatte 1.000 Höhenmeter, das ist brutal, weil ich noch den 20 Kilogramm schweren Anhänger mitziehen muss. Dazu die Hitze und kein Schatten.“ Der Abenteurer muss sich weitgehend selbst verpflegen, bekommt aber immer wieder Unterstützung. „Ich selbst habe immer zwischen sechs und sieben Liter Wasser und Verpflegung für zwei Tage dabei. Aber hier gibt es ja nur eine Straße – und die meisten Autofahrer hier kennen mich schon. Die hupen zur Motivation, halten an und geben mir Wasser, es sind unglaublich nette Leute. Das ist ein kleineres Problem als ich erwartet habe.“

privat Auch wenn die Kakteen riesig sind: Schatten spenden sie nur bedingt.

Mariachi sorgen für Motivation

Eine ganz besondere Begegnung gab es für ihn kurz vor Cataviña. „Als ich kurz Pause gemacht habe, am Straßenrand, mitten in der Wüste, hielt plötzlich ein Auto an. Herausgesprungen ist eine Gruppe Mariachi, die angefangen hat zu spielen. Die haben in den Medien über mich gelesen und wollten mich motivieren. Das hat auch geklappt, ich bin danach schneller gelaufen, was bei so einer mentalen Unterstützung nicht schwer fällt.“ Einladungen zu Einheimischen nach Hause sind dagegen rar geworden. Für Deichmann kein Problem. „Das Schönste an der Wüste sind die Zeltplätze. Ich habe jeden Tag einen neuen Traumplatz und ich muss nirgendwo länger als fünf Minuten suchen, weil die an allen Ecken zu finden sind.“

“Zurück in die Einsamkeit”

Gestern erreichte er die kleine Stadt Guerrero Negro am Pazifik. Für einen Tag wurde es zivilisierter, mit Internet und Dusche. „Es war meine erste Dusche seit einer Woche und ich konnte meine Sachen waschen, damit ich keine Probleme mit Scheuerstellen bekomme. Jetzt geht es für mich zurück in die Einsamkeit der Wüste.“

privat Körperlich fit: Jonas Deichmann hat derzeit keine Probleme, täglich einen Marathon zu laufen.

Körperlich befindet sich Deichmann in Bestform. „Ich habe keinerlei Probleme und meinen Rhyhtmus gefunden. Ich bin fünf Tage hintereinander jeweils mehr als einen Marathon gelaufen und dem Plan einen Halbmarathon voraus, um einen Puffer zu haben. Denn wenn ich das Festland erreiche und es in die Berge geht, wo es auch mal 3.000 Höhenmeter an einem Tag werden, wird es mit dem Anhänger schwierig, den Schnitt zu halten. Bei einem Abenteuer, wie dem Lauf durch Mexiko, gibt es immer die kleinen spannenden unvorhersehbaren Schwierigkeiten, die sicherlich auch noch kommen werden. Aktuell aber werde ich jeden Tag stärker und laufe den Marathon relativ locker.“

Jonas Deichmann berichtet auf tri-mag.de regelmäßig von seinem Triathlon rund um die Welt. Weitere Informationen zu seinen bisherigen Abenteuern sowie ein Livetracker zu seinem Triathlon rund um die Welt finden sich auf seiner Website jonasdeichmann.com

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