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SzeneKlatschen statt Singen

Klatschen statt Singen

Das International Olympic Committee (IOC), das International Paralympic Committee (IPC) und das Tokyo 2020 Organising Committee halten trotz der weltweiten Coronapandemie an der Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele fest. Die Spiele wurden vom Sommer 2020 um ein Jahr verschoben: Die Olympischen Spiele sollen nun vom 23. Juli bis 8. August ausgetragen werden, die Paralympischen Spiele vom 24. August bis 5. September. Trotz der Verlegung firmiert das größte Sportereignis der Welt unter dem Titel “Tokyo 2020”.

“Playbooks” für alle Olympia-Beteiligten

Damit die Spiele sicher ausgetragen werden können, veröffentlichen die Organisatoren in diesen Tagen eine Reihe von “Playbooks” mit Handlungsanweisungen für die einzelnen an den Spielen beteiligten Gruppen. Das erste wurde am Mittwochabend an die internationalen Verbände wie den Triathlonweltverband “World Triathlon” versandt, weitere folgen für die TV-Sender (8. Februar), die Athleten und Teamverantwortlichen (9. Februar) und die Medien (10. Februar).

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Das nun veröffentlichte Dokument richtet sich an die Teams der Dachverbände der Sportarten, die mit ihren Delegierten, Gästen, Kampfrichtern, Technikern, Pressesprechern, dem medizinischen Personal und weiteren Mitarbeitern an den Spielen teilnehmen. Aber viele der Handlungsanweisungen dürften auch in den weiteren Playbooks zu finden sein.

Allgemeine und spezielle Hygienevorschriften

Die Anweisungen geben Richtlinien für das Verhalten der Beteiligten vor und während ihres Japan-Aufenthalts, während der Spiele und nach der Ausreise aus dem asiatischen Inselstaat, um die Spiele trotz der Coronapandemie sicher durchführen zu können. Neben den üblichen Hygienemaßnahmen sollen die Verbandsmitarbeiter ihre Kontakte auf ein notwendiges Minimum beschränken, Menschenansammlungen, Händeschütteln und Umarmungen vermeiden, zu den Sportlern stets mindestens zwei und zu anderen Menschen mindestens einen Meter Abstand halten. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist verboten, eine Art Tagebuch über Aufenthaltsorte und Aktivitäten vorgeschrieben. Und ganz wichtig im Athletenumgang: Zur Unterstützung ist Klatschen erlaubt, Singen und Anfeuern aber verboten.

Quarantäne und bevorzugte Impfung?

Vor der Japanreise sollen sich die Beteiligten in eine Art 14-tägiger Quarantäne begeben, 72 Stunden vor Einreise muss ein negativer Coronatest vorliegen. Auch direkt nach der Einreise wird erneut auf Corona getestet, weitere Tests sollen während der Spiele erfolgen.

Und die Spiele selbst beschränken sich für die Verbandsmitarbeiter auf die Durchführung des jeweiligen Events: “During your stay in Japan, you will be expected to limit your activities to what is required in order to carry out your role”, heißt es in klaren Worten im Playbook. Konkret: Es ist dem Verbandspersonal untersagt, als Zuschauer zu anderen Sportarten zu gehen, auch wird während des Japan-Aufenthalts nur der Besuch einer “begrenzten Anzahl von Orten” erlaubt sein. Eigentlich, so heißt es sogar, dürfe man seine Unterkunft nur verlassen, um seiner Arbeit an den olympischen Trainings- und Wettkampfstätten nachzugehen.

Bevorzugte Impfungen?

Das IOC hegt offenbar auch den Wunsch, dass möglichst viele Olympiabeteiligte geimpft nach Japan reisen. Vorschreiben will das IOC das zwar nicht, denn man unterstütze das Anliegen, dass zuerst besonders gefährdete Menschen und medizinischen Personal geimpft werden müssten. Allerdings stehe man in engem Kontakt mit den 206 nationalen Olympiaorganisationen, um eine möglichst große Impfquote unter den Japanreisenden zu erreichen. So sollen sich die nationalen Komitees aktiv bei ihren Regierungen für eine bevorzugte Impfung einsetzen.

Olympischer Wille ohne Olympischen Geist

Das erste veröffentlichte Playbook stellt klar: Der olympische Wille, die Spiele 2020 im Jahr 2021 auszurichten, ist 169 Tage vor der geplanten Eröffnungsfeier ungebrochen. Doch es gibt auch einen Vorgeschmack darauf, wie diese Spiele aussehen werden: steriler, leiser, verklemmter. Ein Olympiasieg in Tokio 2021 wird sich anders anfühlen als zuletzt in Sydney, Athen, Peking, London oder Rio. Und so freut sich die Sportwelt insgeheim schon jetzt auf großartige Olympische Spiele. Auf die von Paris 2024.

Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.
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1 Kommentar

  1. So bitter es sein mag: lieber gar keine Spiele als schlechte Spiele- um mal ein Zitat eines FDP Politikers zu missbrauchen.
    Ich bin mir bewusst daß da für den ein oder anderen eine Welt zusammen bricht aber ich denke nicht das in Tokio diesen Sommer ein großes Turnier stattfinden wird/kann.
    Wollen wir Olympische Spiele für eine kleine geimpfte Elite unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Ohne Fans, Siegerehrung, Hymne nicht mitsingen etc.
    Ist das die olympische Idee?

    Ich weiß das dies eine steile These ist aber laut Politik und vielen Medizinern befindet sich die Welt ja im Kampf (der französische Präsident sprach von Krieg) gegen Covid (unter anderem) und da gibt es halt andere Prioritäten. Im letzten Jahrhundert sind schon mal Spiele ausgefallen-warum sollte das nun anderes sein wenn Schulen und Betriebe geschlossen sind ( Trainingsstätten für den Breitensport übrigens auch)
    Also Paris 2024.
    Und nun Feuer frei.

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