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Profi-Equipment für Agegrouper:
Das Felt IA Advanced im Test

Während die Triathlonsaison in Deutschland noch ruht, fallen in Neuseeland bereits wieder Startschüsse. Mittendrin: Braden Currie, der seit diesem Jahr auf Felt unterwegs ist. Wir haben die Agegroupervariante seiner Rennmaschine getestet.

Das „IA Advanced“ ist so etwas wie das zweite sehr gute Pferd im Felt-Stall. Es ordnet sich hinter dem Toprahmen „IA FRD“ ein, der unter anderem Daniela Ryf und Braden Currie als Arbeitsgerät dient. Erhältlich ist das IA Advanced in insgesamt vier Versionen: mit Sram „Force eTap AXS“, in der hier getesteten Variante mit Shimano „Ultegra Di2“, als mechanische Ultegra-Ausführung und als Einsteigermodell mit Felgenbremse und Shimano „105“. Zudem kann der Kunde zwischen mehreren Farboptionen wählen.

Sofort ins Auge fallen die Storage-Lösungen. Auf dem Oberrohr schmiegt sich eine kleine Box an den Rahmen an, die neben dem Platz für die Verbindungseinheit der elektronischen Schaltung auch noch Raum für ein wenig Verpflegung bietet. Hier gilt es allerdings die Unterbringungsmöglichkeit nicht zu voll zu stopfen und beim Füllen auf die Kabel der Schaltung zu achten. Hinter dem Sitzrohr ist eine weitere Box für Werkzeug und Ersatzschlauch angeschraubt. Diese ließe sich auch abnehmen, wie es im Rennen zum Beispiel Daniela Ryf bevorzugt, doch Agegrouper sind deutlich besser beraten, mit Box zu fahren. Erstens ermöglicht die „BTSpac“ die Unterbringung von wichtigen Helfern und zweitens soll sich durch die Nutzung kein Nachteil bei der Aerodynamik ergeben, da sie den Wind wie eine Art Spoilerflosse weiterleite. 

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Am Cockpit gibt es keine komplette Integration zu bestaunen, aber auch keinen Kabel- und Leitungssalat. Auffällig sind nur die Kabel, die aus den Extensions austreten und direkt wieder in der Oberrohrbox verschwinden. Das Kabel vom rechten Shifter und die Bremsleitungen kommen recht windgeschützt aus dem Lenker und verlaufen dann im Inneren des Spezialvorbaus und im Rahmen weiter zu den entsprechenden Komponenten.

Verschalten nicht mehr möglich

Interessant: Da es am linken Bremsgriff keine eigenen Schalttasten für den Umwerfer gibt, ist die Nutzung der Komponenten nur mit dem Synchro-Shift-Modus vorgesehen. Das heißt, dass die Schaltung beim Durchschalten der Gänge an werkseitig vorbestimmten Punkten den Wechsel zwischen den Kettenblättern übernimmt, wenn der Schräglauf der Kette zu stark werden würde. Eine besonders im Triathlon sinnvolle Einstellung, die ein Verschalten zuverlässig verhindert.

Beim Blick auf die restliche Schaltung fallen die Reynolds-Laufräder mit ihrer massiven Innenmaulweite von 21 Millimetern auf. Durch diesen großen Abstand auf der Innenseite zwischen den Flanken werden bereits die serienmäßig aufgezogenen 25-Millimeter-Reifen zu richtig breiten Schlappen. Dank der großen Durchlässe in Rahmen und Gabel laufen diese allerdings nie Gefahr zu schleifen. Hier hat Felt für moderne Laufrad-Reifen-Kombinationen wunderbar vorgesorgt.

Felt Das Felt IA kommt mit zwei Storage-Lösungen.

Die hydraulische Scheibenbremse kommt von TRP und funktioniert unauffällig, was für eine Bremse durchaus ein Kompliment ist. Sie verzögert ordentlich und ohne Quietschgeräusche. Wer oft in wirklich bergigem Gelände mit steilen Abfahrten unterwegs ist, auf denen viel und hart gebremst werden muss, sollte sich allerdings bewusst sein, dass 140 Millimeter die Untergrenze bedeuten, was den Durchmesser der Bremsscheibe am Vorderrad angeht, und dass diese hier an ihre Grenzen kommen kann. Im „normalen“ Triathlon- und Testeinsatz gab es jedoch mit der TRP-Bremse keinerlei Probleme. Kleiner Kritikpunkt: Die Schalt-/Bremshebel am Basislenker sind keine Handschmeichler. Deshalb ist es von Vorteil, dass man sie aus Aero-Gründen ohnehin nur selten länger greifen muss. Sie funktionieren einwandfrei, lediglich die Tasten klappern leicht auf ruppigem Untergrund.

Einfach gehaltenes Cockpit

Über das Cockpit gibt es nicht viel zu erzählen, denn die Zusammenstellung ist eher einfach gehalten. Die Alukomponenten funktionieren, bieten allerdings wenig Einstellmöglichkeiten. Hier muss man sich als Kunde fragen, wie viel Bedarf man hat, sein Rad immer wieder neu einzustellen. Eine Grundposition lässt sich auch im verbauten Set-up finden. Kleiner Kritikpunkt: Die mitgelieferten Armschalen sind reichlich klein und bieten im Vergleich mit größeren Modellen, die auch auf der Innenseite hochgezogen sind, wenig Halt für die Arme. Beim Trinksystem lässt Felt dem Kunden die Wahl, indem schlicht kein System mitgeliefert wird. Hier bietet es sich an, auf eine liegende Flasche eines Fremdanbieters zu setzen, was im Hinblick auf praktische Nutzung und Aerodynamik keine schlechte Wahl sein muss.

Felt Das Cockpit ist einfach gehalten und hat kein eigenes Trinksystem.

Im Praxistest fällt schon beim ersten Ziehen am Lenker auf, dass die Entwickler dem Felt eine enorme Steifigkeit verpasst haben. Dadurch reagiert das IA Advanced sehr direkt auf Lenkbefehle, was vor allem auf schnellen Abfahrten positiv auffällt. Kurven lassen sich präzise ansteuern und das Lenkgefühl geht fast schon Richtung Rennrad. Aber: Von Nervosität findet sich beim Felt keine Spur und auch Seitenwind bringt die flächige Konstruktion nicht aus der Ruhe, was selbst ungeübte Piloten befähigt, den Boliden stets im Zaum zu halten. Insgesamt eine gute Mischung aus Agilität und Geradeauslauf.

Fazit

Felt liefert mit seinem IA Advanced ein sehr gut abgemischtes Komplettrad mit einem modernen, hochwertigen Rahmenset, das so durchdacht bestückt ist, dass der Preis nicht in absurde Sphären steigt. Für 5.999 Euro bekommt man jede Menge Fahrspaß und man fragt sich, wie viel besser die reine Performance auf der Straße noch werden könnte, wenn man das Topmodell für fast 15.000 Euro als Vergleich nähme. Unser Tipp: nicht viel.

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