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Topmodell von Argon 18
Das “E-119 Tri+ Disc” im Test

Wir haben das „E-119 Tri +“ in der neuen Disc-Version unter die Lupe genommen und einem Praxistest unterzogen. Was hat das Topmodell von Argon 18 zu bieten und für wen ist es geeignet?

Joe Skipper fährt es, Sam Long fuhr es bis Anfang des Jahres: Das „E-119 Tri+“ von Argon 18 muss einfach schnell sein. In konkreten Zahlen verspricht der kanadische Hersteller zehn Watt Ersparnis im Vergleich zum Vorgänger. Dies erscheint aus mehreren Gründen plausibel. Dass an einem Triathlonrad Scheibenbremsen verbaut sind, ist mittlerweile keine Innovation mehr, sondern kann zur Grundausstattung gezählt werden. Im Falle des E-119 Tri+ wurden die Brems­sättel allerdings in den Rahmen integriert, und das ist tatsächlich eine Neuerung, die es so bislang noch nirgends gab. Nachteile hinsichtlich der Aerodynamik, der einzige Wermutstropfen bei Disc-­Brakes, sollen damit passé sein. Insgesamt lag der ­Fokus bei der Entwicklung des ­Bikes auf einer vollständigen Systemintegration, der Optimierung des Rahmens sowie auf der Kompatibilität mit weiteren Aero-­Komponenten wie etwa Laufradsätzen. All diese Upgrades und Entwicklungen sollen dazu beitragen, dass Bike und Fahrer perfekt zusammenpassen.

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Die Komponenten

Auf die Komponenten des E-119 Tri+ einzugehen, ist gar nicht so einfach. Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um das persönliche Traumrad mit der gewünschten Ausstattung zu konfigurieren. Manche, jedoch nicht alle Teile sind mit einem entsprechenden Aufpreis verbunden. Das Komplettpaket ist schließlich ab einem Preis von 8.200 Euro zu haben.

Unser Testmodell kam mit Srams „Force eTap“ ohne Powermeter in der 2-x-12-fach-Version mit 10–28 Zähnen sowie einer Abstufung der Kettenblätter von 48/35. Eine Übersetzung, die für einige Athleten zu klein sein kann, doch auch hier lassen sich Anpassungen nach den persönlichen Vorlieben vornehmen. Geschaltet wird an den Extensions oder an der Innenseite des Basebars per Knopfdruck, was tadellos und präzise funktioniert. Das Cockpit wurde neu gestaltet und stammt aus einer Zusammenarbeit mit Mat Steinmetz von 51 Speedshop. Ziel war es, maximale Flexibilität hinsichtlich der Einstellmöglichkeiten zu bieten und dabei ein besonderes Augenmerk auf den Fahrkomfort zu legen. So soll jeder Fahrer zu seiner optimalen Aero-Position finden. Die Höhe lässt sich an einer einzelnen Säule am Lenker leicht verstellen, auch sehr aufrechte Positionen sind möglich. Die Neigung der Extensions kann stufenlos angepasst werden und für ein sehr aggressives Set-up lässt sich der Basebar umdrehen. Hier hat Argon 18 auf jeden Fall an viele unterschiedliche Fahrertypen gedacht.


Auch am Sattel lassen sich zahlreiche Einstellungen realisieren, da er sich wie auf einem Schlitten weit nach vorn und hinten schieben lässt. Zwischen den Armschalen findet ein Flaschenhalter Platz, bei unserem Testrad war dieser montiert. Ein anderes Trinksystem, möglicherweise sogar integriert, sucht man derweil vergeblich. Im Rahmendreieck sind am ­Unterrohr die üblichen Schrauben für einen (Aero-)Flaschenhalter zu finden, abgesehen davon muss man kreativ werden und sich entsprechende Anbauten organisieren, um die benötigte Flüssigkeit transportieren zu können. Während der Faktor „Hydra­tion“ aus unserer Sicht ausbaufähig ist, hat ­Argon 18 beim Thema Storage die Hausaufgaben gemacht – oder dies zumindest beabsichtigt.

Auf dem Oberrohr ist eine formschöne Bentobox befestigt – auf der Unterseite besteht sie aus Kunststoff, an der Öffnung aus Silikon. Hier sitzt alles sehr fest und auch auf Kopfsteinpflaster hat nichts gewackelt oder geklappert. Die Box soll laut Hersteller ausreichend Platz bieten, um die Verpflegung für 180 Wettkampfkilometer zu verstauen. Hierzu muss man allerdings auf das Angebot des jeweiligen Veranstalters zurückgreifen, denn mehr als vier Gels passen nicht in die Box. Es muss also auf jeden Fall nachgerüstet werden, um mit fester oder flüssiger Verpflegung über die Runden zu kommen. Angeschlossen an die Bentobox ist die Abdeckung für Kabel und Blipbox. Das alles darunter zu verstauen, ist etwas fummelig, sorgt schließlich aber für eine aufgeräumte Optik, bei der kein Kabel mehr zu sehen ist. Toll gelöst ist die Vorrichtung für Werkzeug und Ersatzteile, die sich hinter einer Tür über dem Tret­lager verbirgt. Öffnet man diese, kommt eine ­geräumige Tasche inklusive Pannenkit zum Vorschein.


Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Bikes ist die Bremse. Beim „E-119 Tri+ Disc“ hat Argon 18 die weltweit erste integrierte Scheibenbremse verbaut. Was bedeutet das? Die Hydraulik sowie die Bremssättel sind verborgen und bieten somit weniger Angriffsfläche für den Wind. Per Luftkanal kann Wärme jedoch abgeleitet und eine Überhitzung der Bremsen vermieden werden.

Auf der Straße

Im Praxistest schlägt sich die Renn­maschine ausgesprochen gut. Auffällig ist das agile Fahrverhalten. In der Basebar-­Position kann man kaum unterscheiden, ob man gerade auf einem Renn- oder Triathlonrad unterwegs ist. Beim Losfahren lässt sich schnell Geschwindigkeit aufnehmen, dennoch wirkt das Ganze nicht besonders aggressiv. Kurven nimmt das E-119 Tri+ Disc mühelos, wenn diese kleiner als 90 Grad sind, beispielsweise bei einem Wendepunkt, zeigt es die typischen Eigenschaften eines Triathlonrads. Mit etwas Übung ist das jedoch kein Problem und das Prädikat „wendig“ trifft definitiv zu. Wenn es bergauf geht und man in den Wiegetritt wechselt, spielt das Rad sein agiles und ­lebendiges Fahrverhalten ebenfalls aus. Hier muss man im Vergleich zu einem Rennrad kaum Abstriche machen, was sich extrem komfortabel anfühlt und für Wettkämpfe mit wechselnder Topo­grafie ein großer Vorteil sein kann. Apropos komfortabel: In Aero-­Position kann man es sich richtig gemütlich machen. Der Geradeauslauf leidet durch die Agilität zwar etwas, doch das tut dem Fahrspaß keinen Abbruch. Auch bei Seitenwind lässt sich das Rad gut stabilisieren, die hochwertigen Laufräder von DT Swiss tun ihr Übriges, um Fahrer und Fahrrad nach vorn zu ­beschleunigen.

Fazit

Das E-119 Tri+ Disc von Argon 18 ist ein vielseitiges und agiles Triathlonrad, mit dem viele Fahrertypen unter verschiedenen Bedingungen Freude haben werden. Die Ausstattung kann nach den eigenen Bedürfnissen konfiguriert werden. Man bekommt ein Bike, das in vielen Situationen ein rennradartiges Verhalten an den Tag legt und für maximales Tempo sorgt, wenn es darauf ankommt. Kritikpunkte gibt es zwar kaum, dafür jedoch sehr wichtige hinsichtlich des Einsatzes im Wettkampf. An den Transport der Verpflegung wurde zwar gedacht, jedoch ist der Platz für die Bedürfnisse auf der Mittel- und Langdistanz recht klein. Am Ende muss man sich schließlich selbst um Systeme oder Halter kümmern, die für die eigene Strategie am besten funktionieren.

Daten

  • Rahmenset: E-119 Tri+ Disc
  • Cockpit: ONEness 3.0 integriert
  • Extensions: 51 Speedshop
  • Sattel: Prologo Dimension Tri
  • Bremsen: TRP
  • Antrieb: Sram Force AXS (48/35)
  • Schaltung: Sram Force eTap AXS
  • Laufräder: DT Swiss ARC 1100 Dicut
  • Reifen: Vittoria Corsa Control Tanwall 25 mm
  • Größen: XS, S (Testgröße), M, L, XL
  • Gewicht: 9,3 kg (Rahmengröße S / 51–53)
  • Preis: ab 8.200 Euro
  • Kontakt: argon18.com

Bewertung

Einstellbarkeit

Bewertung: 4 von 5.

Geradeauslauf

Bewertung: 3 von 5.

Wendigkeit

Bewertung: 4 von 5.

Kletterverhalten

Bewertung: 4 von 5.

Komfort

Bewertung: 3 von 5.

Ausstattung

Bewertung: 4 von 5.

Preis/Leistung

Bewertung: 3 von 5.

Viele Konfigurationsmöglichkeiten

Bei Argon 18 habt ihr die Möglichkeit, euch das Bike nach euren Wünschen zu konfigurieren. Ihr könnt zwischen zwei Farben wählen, euch zwischen mehreren Schaltgruppen (alle elektronisch) entscheiden, den Laufradsatz aussuchen sowie die Reifen und den Sattel – teilweise natürlich nur gegen einen Aufpreis. Wer alle Register ziehen möchte, bekommt zudem auf Wunsch direkt bei der Bestellung Schaltröllchen von Ceramicspeed dazu.

Hier geht es direkt zum Konfigurator.

Fotos: Hersteller

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