Donnerstag, 12. Februar 2026

Die VO₂max: Goldstandard oder Gadget-Zahl?

Sportuhren versprechen eine treffsichere VO₂max-Schätzung – ganz ohne Labor. Doch wie gut sind die Zahlen wirklich? Und was sagt die VO₂max überhaupt über deine Wettkampfleistung aus? Ein fundierter Blick auf Sinn, Grenzen und Anwendung.

Nils Flieshardt / spomedis

Die VO₂max, also die maximale Sauer­stoffaufnahme pro Minute und Kilogramm Körpergewicht (ml/kg/min), ist im Ausdauersport ein zentraler physiologischer Marker. Sie gibt an, wie viel Sauerstoff unter maximaler Belastung vom Organismus aufgenommen und zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Als solche gilt sie als wichtiger Prädiktor für das Leistungsvermögen von Triathleten, ­insbesondere auf der Kurz- und Mitteldistanz. Aber auch im Langdistanzbereich, obwohl dort andere Parameter wie Ökonomie und die Schwelle dominieren. Die VO₂max ist, seitdem Sport­uhren diesen Wert „on the fly“ erfassen und anzeigen, eine besondere Sammelkarte: Manch einer bringt mit seinem Wert andere zum Staunen – oder gibt sogar damit an. Doch wie aussagekräftig sind die Werte wirklich? Und welche Rolle spielt die VO₂max im Gesamtbild der Ausdauerleistungsfähigkeit? 

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Was ist die VO₂max?

Die Abkürzung VO₂max steht für das ­Volumen (V) an Sauerstoff (O₂), das maximal (max) metabolisiert werden kann. Die VO₂max ist das Maß für die ­maximale Sauerstoffzufuhr (Atmung), den ­-transport (Blutkreislauf) und die -verwertung ­(aerober Muskelstoffwechsel) bei maximaler körperlicher Belastung. Oder kürzer: das maxi­male Sauerstofftransportvermögen aus der Atemluft in die Arbeitsmuskulatur. Sie ist das Produkt aus Herzminuten­volumen (Herzfrequenz × Schlagvolumen) und ­arteriovenöser Sauerstoffdifferenz. Ein ­hoher VO₂max-Wert ist das Ergebnis ­eines leistungsfähigen ­Herz-Kreislauf-Systems, einer effektiven Lungenfunktion, einer guten Kapillarisierung und einer hohen mitochon­drialen Dichte in der ­Muskulatur.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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