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Boris Stein vor dem Ironman Tulsa
“Seit Corona sind die Profifelder deutlich größer und dichter geworden”

Nach einem Sturz im Frühjahr will sich Boris Stein am Sonntag in Tulsa sein Hawaii-Ticket sichern. Im Interview erklärt er, wie sehr ihn der Radunfall im Training zurückgeworfen hat, warum es seit dem Ausbruch der Coronapandemie nicht mehr reicht, einzelne Konkurrenten im Blick zu haben, und warum er ohne Plan B in den Frühsommer startet.

Tommy Zaferes

Boris Stein, wie ist die Form nach dem Radsturz Anfang April und dem Bruch der Elle? Bist du wieder zu 100 Prozent belastungsfähig?

Die Elle hält. Der Wettkampf wird der Gradmesser meiner Form. Nach dem Sturz habe ich mich auf zielgerichtetes Training konzentriert. Da war wenig Zeit für Formtests.

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Wie kam es zu dem Sturz und wie sehr hat dich die Verletzung trainingstechnisch in den vergangenen Wochen zurückgeworfen und eingeschränkt?

Ich bin ohne Fremdeinwirkung in einer engen Kurve mit dem Pedal aufgesetzt und über mein Fahrrad geflogen. Die geringe Geschwindigkeit machte den Aufprall umso härter. Durch den Unfall habe ich zweieinhalb Wochen allgemeines Training verloren. Das Schwimmen funktionierte erst in den vergangenen Tagen wieder normal.

Wie sehr war dieser Rückschlag nach der verletzungsfreien Off-Season auch mental eine Herausforderung? Eigentlich wolltest du zusammen mit deinem Trainer Björn Geesmann ja in den vergangenen Monaten an einigen Feinheiten arbeiten.

Da ich selbst Schuld an meiner Misere war, fiel es mir lange schwer, meinen Verletzungsstatus zu akzeptieren. Die vergangenen Jahre mit den vielen Rückschlägen haben mir aber gezeigt, dass “einfach weitermachen” die einfachste Exit-Strategie ist, egal wie zufrieden ich momentan mit mir selbst bin.

In Tulsa geht ein extrem gutes Profifeld an den Start. Welche Konkurrenten hast du bei der Vergabe der Kona-Slots besonders im Blick?

Die Zeiten, in denen man sich auf einzelne Konkurrenten konzentrieren konnte, sind seit Corona vorbei. Die Starterfelder sind zu groß und zu dicht. Es schadet sicher nicht, das Stärken-Schwächen-Profil der Konkurrenz im Blick zu haben. Nach einigen Jahren im Langdistanzzirkus kommt dies jedoch automatisch.

Du hast den Radkurs nach einem ersten Streckencheck als “unerwartet anspruchsvoll bezeichnet”. Wie sehr spielt dir das als starker Radfahrer in die Karten?

Der Kurs ähnelt europäischen Radstrecken. Er hat für amerikanische Verhältnisse viele Kurven und der Asphalt ist nicht immer optimal. Man muss auch technisch gut Rad fahren können. Das liegt mir.

Gibt es eine spezielle Taktik, die du zusammen mit deinem Trainer für das Rennen aufgestellt hast? Wirst du auf dem Rad die Offensive suchen, um dich möglichst früh in eine gute Position zu bringen?

Mein Schwimmen ist eine Wundertüte. Daher werde ich der altbekannten Taktik treu bleiben: Versuchen nach dem Schwimmen einen Überblick zu gewinnen und abwägen, wie viel Risiko Sinn macht.

Gibt es einen Plan B, falls es in Tulsa nicht mit dem Hawaii-Ticket klappt? Würdest du dann noch einmal bei einem späten Ironman in Europa im August an den Start gehen, oder wird dann dein sechster Start bei der WM auf Hawaii für dieses Jahr ad acta gelegt?

Ich mache in meiner Rennplanung keine B-Pläne und setze alles auf Plan A. So verschwende ich keine Gedanken an Ausreden.

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