Das richtige Pacing auf der Mitteldistanz

Auf den kurzen Distanzen geht es von Beginn an zur Sache, anders auf der Mitteldistanz, wo ein ein kluges Pacing zum Pflichtprogramm gehört. Teilen Sie sich Ihre Kraft gut ein!

Von > | 11. Juni 2018 | Aus: TRAINING

Wenn der Startschuss ertönt, sind viele Athleten nicht mehr zu halten. Ein kluges Pacing kann Kräfte sparen.

Wenn der Startschuss ertönt, sind viele Athleten nicht mehr zu halten. Ein kluges Pacing kann Kräfte sparen.

Foto >Daniel Eilers / spomedis

Mitteldistanz

Die richtige Dosierung der Belastungsintensität ist natürlich nicht nur im Training, sondern auch im Wettkampf von großer Bedeutung. Vor allem im Wettkampf ist dafür der Begriff Pacing verbreitet – man könnte es auch Wettkampfsteuerung nennen. Und die spielt beim Triathlon eine außerordentlich wichtige Rolle, denn bei einem Mitteldistanzrennen entscheidet das Pacing darüber, ob die Kräfte bis zum Zielbogen reichen. Vielleicht standen Sie aber auch schon einmal nach einem Wettkampf im Ziel und haben sich gefragt, ob da noch mehr gegangen wäre. Wären Sie beim Laufen vielleicht nicht eingebrochen, wenn Sie es auf dem Rad langsamer hätten angehen lassen? Leider gibt es kein Patentrezept und keine Standardformeln, mittels derer sich die perfekte Pacing-Strategie errechnen ließe. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle: Streckenlänge und -beschaffenheit, individuelle Ziele, körperliche Voraussetzungen und persönliche Leistungsfähigkeit sowie psychologische Faktoren.

Ein guter Schwimmer kann das Rennen anders angehen als ein starker Läufer und wird sich bereits beim Start anders positionieren. Jemand, der auf dem Rad über 90  Kilometer einen Schnitt von 35 Kilometern pro Stunde halten kann, ohne sich zu verausgaben, kann anders agieren als jemand, der mit Mühe 27 Kilometer pro Stunde schafft. Denn glücklicherweise sind die Möglichkeiten, sich die Kräfte zwischen Start und Finish einzuteilen, mannigfaltig, was es allerdings über die Wettkampfdauer nicht gerade einfacher macht. Im Gegenteil: Eine Mitteldistanz kann man nicht von Anfang bis zum Ende mit Vollgas durchpowern, man muss sich seine Kräfte einteilen. Ziel ist es, eine Routine zu entwickeln, sodass man das Gefühl hat, die Abläufe im Rennen, die theoretisch der eigenen Kontrolle unterliegen, in der Praxis tatsächlich auch kontrollieren zu können.

Am besten haben Sie neben Plan A deshalb auch einen Plan B in der Tasche und haben im Vorhinein schon mal ein paar Was-wäre-wenn-Situationen durchgespielt, sodass zum Beispiel ein platter Reifen Sie nicht gleich aus dem Konzept bringt. Das gibt Sicherheit in der Rennaufregung und hilft, stressbedingte Fehler zu vermeiden. Neben solchen Routinen ist es entscheidend für das individuell richtige Pacing, sich die Besonderheiten eines typischen Starterfelds auf der Mitteldistanz bewusst zu machen.