NEU! triathlon-News Ausgabe vom 26. Oktober, 18:03 Uhr · 1:02 Min · Kurzfassung

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Bakterien in der Seine: Schlechte Wasserqualität beim Olympia-Testevent in Paris

Mit Schnelltests wurde die Wasserqualität der Seine vor den Olympia-Testevents überprüft – und für unbedenklich befunden. Offizielle Wasserproben der Stadt ergaben: Das Schwimmen im Fluss war zum Zeitpunkt des Wettkampfs gesundheitsgefährdend.

Frank Wechsel / spomedis

In Paris finden im kommenden Jahr die Olympischen Spiele statt, die Wettkämpfe im Freiwasserschwimmen und das Schwimmen der Triathlonrennen sollen dabei in der Seine ausgetragen werden. Zuletzt war jedoch die Wasserqualität des Flusses unzureichend. Anfang August musste der Freiwasser-Weltcup nach heftigen Regenfällen abgesagt werden, zwei Wochen später wurde bei den Einzelrennen des Olympia-Testevents geschwommen, während wieder zwei Tage später bei der Mixed Relay jedoch auf die erste Disziplin verzichtet wurde. Zahlreiche Athletinnen und Athleten sollen sich in den Einzelwettbewerben mit Fäkalbakterien infiziert haben.

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Wie der österreichische Rundfunk ORF berichtet, habe man sich bei der Bewertung der Wasserqualität vor den Triathlonwettkämpfen auf Schnelltests verlassen. Diese testen das Wasser auf ein Enzym, das ein Indikator für Coli-Bakterien ist. Ein schnelles, jedoch ungenaues Verfahren. Zuverlässiger, jedoch auch deutlich zeitintensiver, sei ein Nachweis der tatsächlichen Coli-Werte im Wasser. So ein Test dauere bis zu zehn Stunden. Zum Zeitpunkt des Frauenrennens am 17. August betrug der Wert an E-Coli-Bakterien nach den Messungen der Stadt Paris mehr als 2.420 pro 100 Milliliter Wasser, der Grenzwert für Wettkampfveranstaltungen liegt bei 1.000 pro 100 Milliliter. Der mit dem Schnelltest ermittelte Wert lag weit darunter, sodass man entschied, die Wettkämpfe durchzuführen.

Keine Alternative für Olympia-Wettbewerbe im Fluss

Schwimmen in der Seine ist seit 100 Jahren im Großraum Paris gesetzlich verboten, zu schlecht ist die Qualität des Wassers. Bis zu den olympischen Wettkämpfen im kommenden Jahr soll sich das ändern. Das Olympische Komitee erklärte, dass bis zum Sommer 2024 eine neue Infrastruktur in Betrieb genommen werden soll, die eine bessere Wasserqualität und Schwimmen in der Seine gewährleisten wird. Die geplanten unterirdischen Regenrückhaltebecken in den Kläranlagen, in denen das Wasser mit einem Säuregemisch desinfiziert werden soll, sind noch nicht vollständig in Betrieb. Und auch dann wird es immer einige Zeit dauern, bis die Wasserqualität nach großen Regenfällen wieder auf einem unbedenklichen Niveau ist. Einen Plan B für Olympia gibt es nicht. „Es gibt keine Alternative, das Schwimmen der Freiwasser- und Triathleten findet in der Seine statt“, sagte Organisationschef Tony Estanguet nach den Testwettkämpfen.

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Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin bei spomedis nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und immer öfter beim Laufen, denn inzwischen startet sie in einem Liga-Team im Triathlon.

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