Montag, 15. Juli 2024

Olympia-Testevent in Paris: Tim Hellwig qualifiziert sich bei Yee-Sieg für die Olympischen Spiele 2024

Mit dem siebten Platz beim Olympia-Testevent in der französischen Hauptstadt hat sich Tim Hellwig seinen Startplatz für die Spiele 2024 an gleicher Stelle gesichert. Den Sieg in Paris sicherte sich Alex Yee, der Olympiazweite aus Tokio, vor Vasco Vilaca und Dorian Coninx.

Frank Wechsel / spomedis Schwimmstart vor der Pont Alexandre III in der Seine.

Einen Tag nach dem Rennen der Frauen in Paris stand für die männlichen Athleten das Testrennen auf den Olympiastrecken des kommenden Jahres an. Wie schon am Donnerstag fand das Schwimmen in der Seine, deren offizielle Temperatur bei 23,1 Grad Celsius lag, ohne Neoprenanzug statt. Im Sonnenlicht fiel um 8:00 Uhr der Startschuss, schnell zog sich das Feld in die Länge. Den Schwimmkurs hatten die Organisatoren aufgrund der schwierigen Strömungsverhältnisse noch einmal angepasst – die Taktik beim Schwimmen wird auch im kommenden Jahr eine entscheidende Rolle spielen.

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Aufgereiht wie an einer langen Perlenkette bewegten sich die Athleten durchs Wasser. Am Australien Exit nach 910 Metern lag der Ungar Márk Dévay in Führung vor Vincent Luis aus Frankreich. Drei Sekunden hinter dem Führenden stieg Jonas Schomburg aus dem Wasser und ging auf die zweite Runde. Ähnlich ging es auch in der zweiten Runde weiter: am Ende der Schwimmstrecke stieg Luis nach 18:12 Minuten als Erster aus dem Wasser, dicht gefolgt von Dévay und Schomburg (+ 4 Sekunden). Tim Hellwig als zweiter Deutscher beendete die erste Disziplin auf Position 18 (+ 19 Sekunden), Lasse Lührs (+ 29 Sekunden) und Johannes Vogel (+ 40 Sekunden) verließen das Wasser auf den Rängen 25 und 30. Supersprint-Weltmeister Hayden Wilde war auf dem Weg zum Start mit dem Rad gestürzt und musste nach dem Schwimmen einen Rückstand von 1:06 Minuten hinnehmen.

Frank Wechsel / spomedis Alex Yee zeigt schon in der ersten Wechselzone Laufstärke.
Frank Wechsel / spomedis Tim Hellwig auf dem Weg zum Rad – begleitet vom Briten Jonathan Brownlee.

Verfolgergruppe holt auf

Auf dem Rad bildete sich nach dem Wechsel eine 22-köpfige Führungsgruppe, zu der auch Schomburg gehörte, knapp 30 Sekunden dahinter arbeiteten die Verfolger daran, den Rückstand zu verkürzen. Das gelang in der dritten von sieben Runden, von diesem Moment an fuhren 55 Athleten gemeinsam in einer großen Gruppe.

Frank Wechsel / spomedis Kristian Blummenfelt (links) führt zunächst eine Verfolgergruppe an.

Während Wilde und Olympiasieger Kristian Blummenfelt immer wieder die Führungsarbeit übernahmen, präsentierten sich auch die deutschen Athleten Simon Henseleit, Lührs, Hellwig, Schomburg und Vogel immer wieder auf den vorderen Positionen. Wirklich nach vorn absetzen konnte sich auf den sieben Radrunden durch die französische Hauptstadt niemand.

Frank Wechsel / spomedis Tim Hellwig präsentiert sich auf dem Rad mit Kontrolle in Form.
Frank Wechsel / spomedis Nach dem Zusammenschluss: Das große Spitzenfeld auf der Avenue des ChampsÉlysées wendet vor dem Triumpfbogen.
Frank Wechsel / spomedis Immer im Blick: Der Eiffelturm von Paris.

Nach einem schnellen Wechsel ging die große Athletengruppe nahezu gemeinsam auf die abschließenden vier Laufrunden. Anders als in der vorherigen Disziplin blieb das Feld hier nicht so nah zusammen. Zum Ende der ersten Runde hatte der Brite Alex Yee eine kleine Lücke gerissen, die er über die weitere Strecke immer weiter ausbaute.

Frank Wechsel / spomedis Alex Yee macht von Beginn an Druck auf der Laufstrecke.

Nach fünf Kilometern lag Yee bereits 16 Sekunden vor seinen Verfolgern und machte nicht den Anschein, sich den Sieg nehmen lassen zu wollen. Dahinter kämpfte die siebenköpfige Verfolgergruppe, in der unter anderem auch Hellwig und Blummenfelt liefen, um die weiteren Plätze.

Silke Insel/spomedis Heute eine Klasse für sich: Alex Yee.

Yee läuft ungefährdet zum Sieg

Während Yee nach 1:41:02 Stunden ungefährdet zum Sieg lief, entbrannte dahinter ein spannender Kampf um die Plätze zwei und drei. Am Ende war es der Portugiese Vasco Vilaca, der sich im Zielsprint gegen Dorian Coninx aus Frankreich durchsetzte.

Frank Wechsel / spomedis

Als bester Deutscher finishte Tim Hellwig nach 1:41:26 Stunden auf dem siebten Platz und sicherte sich damit einen Platz für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr an gleicher Stelle. Tokio-Olympiasieger Blummenfelt, der zwischen PTO US Open und den PTO Asian Open beim Rennen in Paris über die kürzere Distanz antrat, konnte das hohe Tempo auf den letzten Metern nicht mehr mitgehen. Der Norweger finishte 50 Sekunden hinter dem Sieger auf Rang neun.

Frank Wechsel / spomedis Tim Hellwig jubelt über die Olympia-Quali – in Paris, für Paris.

Seine gute Position nach dem Rad konnte Schomburg nicht halten, als zweitbester Deutscher finishte er als 21. (1:42:42 Stunden), Lührs (1:43:23 Stunden) und Vogel (1:43:24 Stunden) belegten die Plätze 30 und 31, Henseleit finishte auf Rang 47 (1:44:44 Stunden).

Hayden Wilde, der seinen Schwimmrückstand auf dem Rad egalisiert hatte und an die Spitze der großen Gruppe gefahren war, musste das Rennen auf der Laufstrecke schließlich vorzeitig beenden.

Frank Wechsel / spomedis Das Podium von Paris 2023: Vasco Vilaca, Alex Yee und Dorian Coninx.

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6 Kommentare

  1. Ich wollte dem Olympischen Triathlonformat (Profis im TV) nach jahrelanger Abstinenz mal wieder eine Chance geben mich davon zu überzeugen, dass es doch ein interessantes Format ist (mich hat das Drafting beim Radfahren immer gestört). Leider muss ich sagen, dass es mich nur noch mehr darin bestärkt hat, dass es sich um einen 10km Lauf mit Vorgeplänkel aus Schwimmen und Radfahren handelt. Echt schade, weil es tolle Athleten sind, die unglaubliche Leistungen in den einzelnen Disziplinen erbringen können. Aber das Drafting machts aus meiner Sicht einfach total „langweilig“, weil von vornherein klar ist, dass der schnellste Läufer gewinnt. Hätte ich heute nicht gewusst, dass es sich um einen Triathlon handelt, hätte ich vermutet, dass wir uns auf den letzten 80 km der Schlussetappe der Tour de France befinden.

    Nichts desto Trotz: Glückwunsch, vor allem an die deutschen Athleten (Frauen und Männer)!

  2. Die Strecke ist wenig anspruchsvoll/selektiv. Das hat man gestern schon bei den Frauen mit dem großen Radpulk gemerkt und das war bei den Männern heute noch extremer. Die Zeiten sind auch entsprechend schnell für eine OD. Dementsprechend werden die kommenden Olympischen Spiele beim Triathlon eine reine Laufentscheidung. Nun können sich alle Teilnehmer darauf vorbereiten, wie sie eine 28:xx nach der Vorbelastung (Schwimmen, Radfahren) rennen können, weil vorher wird keine Selektion herbeigeführt werden können (Ausnahme: es regnet und es kommt zu Unfällen).

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Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin bei spomedis nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und immer öfter beim Laufen, denn inzwischen startet sie in einem Liga-Team im Triathlon.

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