Auf dem mexikanischen Festland ging es für Jonas Deichmann bei seinem Triathlon rund um die Welt erst einmal in Richtung Berge. Auf einer kleinen Straße nahezu ohne Verkehr lief er im Zickzack bis auf 2.800 Meter hoch in die Berge. Nachdem der Abenteurer zu Beginn seines Anstiegs noch tropische Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit ertragen musste, lief er auf dem Weg nach oben an spektakulären Landschaften, Canyons und Wasserfällen, aber auch Drogenplantagen vorbei. Und auch die Temperatur änderte sich, „oben war es schon recht frisch“, erzählt Deichmann. In der Gegend des Gebirgszugs Sierra Madre, durch den Deichmann lief, liegen viele Plantagen der Drogenkartelle, Sinaloa sei dafür besonders bekannt, erzählt er. Er habe auch Bekanntschaften mit den Kartellen gemacht, immer wieder seien Jugendliche auf Motorrädern mit Walkie-Talkies und Waffen vorbeigekommen und hätten die Straße patrouilliert. „Aber die haben schon von Anfang an gewusst, dass ich komme und das ist im Moment eine ruhige Gegend.“ Am ersten Tag seiner Tour durch die Region wurde Deichmann von einem Motorradfahrer mit Walkie-Talkie angesprochen, der ihn fragte, was er mache und ihm zu verstehen gab, dass er sich nicht zu weit von der Straße wegbewegen sollte. Aber das sei alles sehr nett gewesen und es habe keine Probleme gegeben, erzählt Deichmann.
„Ich bin mittlerweile top fit, es läuft“
In einer Nacht, in der Deichmann im Zelt schlief, erwischte ihn ein tropischer Regenschauer. „Das war mein erster Regen, seit ich in Mexiko bin“, freute sich Deichmann über die Erfrischung. Weiter ging es für ihn in den Bundesstaat Durango, 47 Kilometer ging es an einem Tag den Berg nach oben bis auf 2.800 Meter. „Ich bin mittlerweile top fit, es läuft“, freut sich Deichmann über diese Etappe. Bevor er sich wieder an den Abstieg in Richtung Durango Stadt, der Hauptstadt des Staates machte, stand noch ein wenig Sightseeing in La Ciudad auf dem Programm. Wie auch schon beim Anstieg lief er durch wunderschönen Landschaften mit Canyons und dichten Wäldern. In El Salto begleitete ihn der einheimische Laufclub ein Stück. Dort traf Deichmann auch seine Begleitung für die nächsten 130 Kilometer.
Abschied nach mehr als 100 Kilometern
La Coqueta, eine Straßenhündin, die sonst oft mit den Läufern mitläuft, wollte sich nicht von Deichmann trennen und begleitete ihn über mehrere Tage, nachts schlief sie vor seinem Zelt. Nachdem Deichmann die Hündin nicht zurückschicken konnte, adoptierte er sie vorübergehend, bis sie in Durango Stadt ankamen. Dort musste er sich von seiner tierischen Begleiterin trennen, die weitere Strecke mit viel Verkehr wäre zu gefährlich für sie gewesen. Für la Coqueta ging es zurück nach El Salto, wo sie herzlich empfangen und mit einer Medaille und dem Fernsehen begrüßt wurde. „Das ist jetzt die berühmteste Hündin Mexikos“, sagt Deichmann über seine Reisebegleitung.
Mehr als 200 Kilometer lief Deichmann in den vergangenen Tagen, bis kurz vor die Grenze des Bundesstaates Zacatecas. Dort muss er in der nächsten Woche etwas aufpassen, da es dort aktuell einen Konflikt und Schießereien gibt. „Aber die Leute wissen, dass ich komme, die passen auf mich auf“, sagt Deichmann zuversichtlich.
Jonas Deichmann berichtet auf tri-mag.de regelmäßig von seinem Triathlon rund um die Welt. Weitere Informationen zu seinen bisherigen Abenteuern sowie ein Livetracker zu seinem Triathlon rund um die Welt finden sich auf seiner Website jonasdeichmann.com.