Normann Stadler, der nächste deutsche Überbiker

Das Jahr 2000 sieht mit Natascha Badmann und Peter Reid zwei Wiederholungstäter an der Spitze des Ironman Hawaii. Für die Pace auf dem Rad sorgt zuvor ein neues deutsches Gesicht.

Von > | 25. September 2018 | Aus: SZENE

Straßenhelm, runde Flaschen im Rahmen, Gels auf dem Oberrohr, ein gefalteter Schlauchreifen hinter dem Sattel - und trotzdem pfeilschnell: Normann Stadler hat den Queen Kaahumanu Highway um die Jahrtausendwende beherrscht.

Straßenhelm, runde Flaschen im Rahmen, Gels auf dem Oberrohr, ein gefalteter Schlauchreifen hinter dem Sattel - und trotzdem pfeilschnell: Normann Stadler hat den Queen Kaahumanu Highway um die Jahrtausendwende beherrscht.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Im Jahr 2000 weht der Mumuku stärker als je zuvor durch die Lava – und erneut kommen die Deutschen damit am besten zurecht. Allen voran der 27-jährige Normann Stadler, der in 4:35:14 Stunden Tagesbestzeit fährt und selbst den bisher einzigen deutschen Weltmeister Thomas Hellriegel (4:38:25 Stunden) in den Schatten stellt. Doch mit Peter Reid kann ein anderer ehemaliger Titelträger mithalten, dem Kanadier genügt ein 2:48er-Marathon, um den Titel in 8:21:00 Stunden klarzumachen. Als Zweiter steigert sich Tim DeBoom um einen Platz gegenüber dem Vorjahr – die USA hegen endlich wieder Hoffnungen, den Triumph eines Tages ins Mutterland des Triathlons zurückzuholen. 

Stadler Überraschungs-Dritter

Nach den Nordamerikanern dann ein deutsches Trio: Normann Stadler wird Überraschungs-Dritter, Lothar Leder Vierter, Thomas Hellriegel Fünfter. Nicht in die Entscheidung, auch nicht auf dem Rad, eingreifen kann der deutsche Ex-Radprofi Udo Bölts, der in 10:02:41 Stunden auf Platz 168 finisht. Für Aufsehen sorgt aber auch die spontane Absage des zweifachen Siegers Luc van Lierde – böse Zungen behaupten, die zuvor von der World Triathlon Corporation angekündigten verschärften Dopingkontrollen könnten damit zu tun haben.  

Badmann fliegt unter Mumuku hindurch

Bei den Frauen pedaliert Natascha Badmann auf ihrem extravaganten Cheetah-Bike weit voraus allein durch die Lava: Eine Viertelstunde schneller als alle anderen schlüpft die Schweizerin unter dem Wind hindurch. Beim Laufen dreht die Kanadierin Lori Bowden den Spieß mit erneut schnellster Laufzeit (3:04:19 Stunden) um und läuft eine Viertelstunde schneller als Badmann, die trotzdem knapp drei Minuten Vorsprung ins Ziel rettet. Fernanda Keller, die hübsche Brasilianerin, wird wieder einmal Dritte – zum sechsten Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge. Nicole Leder wird 14., Ute Mückel 15. 

Erster Livestream aus Kailua-Kona

Erstmalig wird das Rennen live im Internet übertragen. Alle 1.427 Finisher können dort bei der Überquerung der Ziellinie auf dem Alii Drive beobachtet werden.