Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Tomaz Druml

Manchmal muss man sich einfach etwas trauen. Auch wenn man denkt, dass die Fähigkeiten dazu nicht ausreichen. Aber es kann sich bezahlt machen – denn: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! 

Und so kam es, dass ich kürzlich meinen ersten Wintertriathlon in Angriff genommen habe und witziger Weise dabei österreichische (!!!) Vizestaatsmeisterin geworden bin. Ich könnte immer noch schmunzeln, wenn ich gerade noch mal darüber nachdenke. Aber der Reihe nach. 

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Dreikampf im Winter

Ich stand ja schon öfter mal bei einem Wintertriathlon an der Strecke, aber selbst habe ich mich einfach noch nicht getraut, mich der Herausforderung der drei Sportarten im Winter zu stellen: erst Laufen, dann Mountainbiken und dann Skilanglauf (vorzugsweise Skating). Eigentlich dachte ich immer, ich würde zu schlecht auf den Langlaufski stehen. Doch so langsam aber sicher war dann eher das Mountainbiken die Hürde. 

Schon vor Jahren hatte ich das Skaten für mich als perfekte alternative Wintersportart entdeckt. Spaß hat es mir schon immer gemacht, gekonnt habe ich es nur mäßig. Aber das war mir ziemlich egal. Schließlich wollte ich keine Rennen machen, sondern einen coolen Sport im Winter betreiben, bei dem ich mich auspowern kann. Die Technik brauchte ich also nicht zu verfeinern. Rauf auf die Ski, kräftig anschieben und schön anstrengen. So reicht das völlig. 

Jetzt bin ich anderer Meinung. Denn unumstritten macht mir das Skaten viel mehr Spaß, seitdem ich nicht mehr Passagier auf meinen Skiern bin, sondern die Kontrolle zumindest bei guten Loipenverhältnissen mehr und mehr innehabe. Und das kam so: Vorletzten Winter habe ich mich in unsere Nachwuchsgruppe vom Verein HSV Triathlon Kärnten bei deren Skating-Einheiten sozusagen eingeschlichen. Mit der Begründung, dass ich als Sportdirektorin schließlich wissen müsse, was dort trainiert wird, durfte ich zusammen mit unseren Youngsters von den Tipps des Trainers profitieren. Und das war kein Geringerer als der ehemalige professionelle nordische Kombinierer Tomaz Druml. Nach kurzer Zeit war ich bei gleicher subjektiver Belastung zwei km/h schneller als zuvor. Und obendrein hat es viel mehr Spaß gemacht. Klar, ein wenig abhängig von den Bedingungen der Loipe, aber doch ein spürbarer Fortschritt. 

Perfekt präpariert

Während des Corona-Winters habe ich aufgrund der ausgefallenen Lanzarote-Camps über 1.200 Kilometer auf Loipen verbracht. Das Jahr darauf waren es auch knapp 1.000 Kilometer – und heuer haben wir sofort begonnen, sobald die erste Loipe präpariert war. Wir nutzen jede Gelegenheit, um auf die Skier zu steigen, so auch zwischen Weihnachten und Neujahr: Ich sause gerade über den Schnee (es hat sich zumindest schnell angefühlt), da läuft ein Athlet auf mich auf und wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass eben jener für „meinen“ Triathlon-Verein bei den Wintertriathlon-Staatsmeisterschaften am Start steht. Und er war zunehmend hartnäckig in seiner Auffassung, dass ich unbedingt auch starten müsse, um in der Teamwertung (bestehend aus zwei Männern und einer Frau) ganz vorn dabei zu sein. Wäre da nicht das Mountainbiken, hätte ich mich nicht so geziert. Schlussendlich gab ich mir einen Ruck – schließlich kann ich nicht Jahr für Jahr von unseren Athleten erwarten, bei Wintertriathlons zu starten, ohne je selbst einen gemacht zu haben. Und dann kam unglaublicher Weise die Meldung, dass auch ausländische Athleten (erst habe ich mich gar nicht angesprochen gefühlt) bei den Staatsmeisterschaften gewertet werden, sofern sie seit mindestens 1. Januar 2022 ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben. Na, den habe ich seit September 2018 und einen Meldezettel dazu vorzuweisen war eine der leichtesten Übungen. 

Die Distanzen waren acht Kilometer (vier Runden) laufen auf der Jogllandloipe in der tiefsten Steiermark, im Schnee, zwei Runden direkt auf der Loipe. Durch die Wechselzone aufs Mountainbike und auf ebendieser Loipe in gleicher Richtung fünf Runden zu radeln und dann in entgegengesetzter Richtung fünf Runden zu skaten. Als wir ankamen, war es tiefer sulziger Schnee und beim Einradeln konnte ich keine zehn Meter auf dem Rad bergauf schaffen. Aber egal, zumindest war ich mir bewusst, dass ich notfalls auch 18 Kilometer laufen kann – neben meinem Rad. Und dass es ein Nachttriathlon mit Start um 17 Uhr war, kam uns eigentlich entgegen. Es wurde kälter und die Strecke wurde härter. Und mit jeder Runde habe ich mehr Zeit auf dem Sattel verbracht, die letzten beiden Runden konnte ich sogar durchfahren. So wächst man an seinen Herausforderungen. Eigentlich war dann eher das Skaten schwierig, weil es doch ziemlich eisig wurde. Egal, wie (zum Glück war es dunkel), bin ich als zweite Frau gesamt ins Ziel gekommen. Ich war Erste in der Altersklasse und in der Teamwertung, was ich wirklich lässig fand. 

Marathon im Schnee

Jetzt bin ich total gespannt, weil ich doch glatt zum Geburtstag von einem guten Freund einen Startplatz für meinen ersten Ski-Marathon geschenkt bekommen habe. Der findet in Obertilliach statt und ich habe mich für die längere der beiden Skating-Distanzen angemeldet: 42 Kilometer beim Dolomitenmarathon. Nächstes Jahr traue ich mich vielleicht sogar an die Kombiwertung ran: am Samstag Skaten und am Sonntag klassisch. Aber das muss ich erst noch ein wenig üben. Der Anfang ist gemacht und jetzt schaue ich erst mal, wie es mir dabei dann geht, mit Massenstart. Die vielen Skier und Stöcke auf einem Haufen flößen mir ziemlich Respekt ein. Ich werde auf jeden Fall berichten. Gewinnen werde ich in dem Fall zwar keine Medaille, aber sicher Erfahrung und tolle Momente. Also wage ich es! Genauso wie ich es wagen werde, beim Swissman zu starten: Am 24. Juni 2023 fällt der Startschuss und ich fühle mich mehr und mehr bereit, mich der Herausforderung zu stellen. Die vielen Höhenmeter zu managen, den Wetterbedingungen zu trotzen und das Beste aus jeder Situation zu machen. Denn: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Und zu gewinnen, gibt es nicht nur erste Plätze, sondern auch Stolz, Erfahrung, Traumerfüllung, Emotionen und Erlebnisse. 

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