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Sonja Tajsich bloggt: Mehrere Portionen Aufregung

Die Spannung steigt: In etwas mehr als einem Monat steht Sonja Tajsich an der Startlinie des Swissman. Im neuen Blogeintrag nimmt sie euch mit in ihre Vorbereitung.

Es geht ans Eingemachte! Ich bin schon sehr aufgeregt, mein Training läuft super. Ich habe das Gefühl, ich bin in einer Superform. Zumindest, was man in meinem doch schon etwas fortgeschrittenen Sportalter erwarten kann. Kurzfristig habe ich mich noch zwei Wettbewerben gestellt und war äußerst zufrieden mit der abgelieferten Performance. Das eine war der Sonnenlauf Halbmarathon bei uns in der Nähe, den ich doch tatsächlich in einem Vierer-Schnitt laufen konnte. Das andere war ein Duathlon in der Villacher Alpenarena mit sehr kurzen Distanzen und vielen Höhenmetern, in dem ich mich gegen meine junge Konkurrenz sogar beweisen konnte.

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Das heißt also, dass ich aufgeregt bin, weil ich super drauf bin. Aber irgendwie ist es auch eine Mischung aus „Kann ich abrufen, was ich trainiert habe?“ oder „Werde ich mit den Wetterbedingungen zurechtkommen?“ oder „Wie fühlt sich der letzte Anstieg beim Laufen an?“ – also all die Dinge, mit denen sich jeder beschäftigt, der sich auf ein großes Ziel vorbereitet und hofft, dass es dann perfekt am Renntag läuft.

Aber das, was mich am meisten aufgeregt sein lässt, ist mein jetzt doch feststehendes Renntag-Set-up. Ich habe das Race-Booklet genauestens studiert und mir sehr viele Gedanken gemacht, was ich jeweils in den einzelnen Disziplinen anhaben und an Equipment dabeihaben möchte und ebenso wie meine Ernährung geplant sein wird. Aber ich habe festgestellt: Ich kann mir über Equipment, Kleidung und Ernährung so viele Gedanken machen wie ich will – wenn ich das entsprechende Team dazu nicht habe, nützt mir das alles nichts. Und das ist der Grund meiner wahren und größten Freude und Aufregung!

Einer für alle, alle für einen!

Mein Team steht: Mein Mann Tom, der ja außerordentliche Wettkampf-Betreuungserfahrung hat, wird mir auch bei diesem Event zur Seite stehen. Wir haben beschlossen, bereits am Mittwoch Klagenfurt zu verlassen und mit Auto und Wohnwagen anzureisen, damit wir die Möglichkeit haben, Zwischenstopps einzulegen, wann immer wir diese benötigen. Irgendwie müssen wir es schaffen, bis Freitagmittag in Ascona am Lago Maggiore zu sein. Dort findet die Startnummernausgabe und die Begrüßung statt. Wir werden unsere Tochter Julia mitnehmen. Sie hat extra von der Schule Donnerstag, Freitag und Montag freibekommen, um mich begleiten zu können, weil am Sonntag ihr Geburtstag ist und ich unter keinen Umständen bei diesem nicht dabei sein kann. Gott sei Dank hatte die Direktorin aus der Grundschule größtes Verständnis.

Und jetzt kommt mein Luftsprung: Ich habe so lange überlegt, wer infrage kommen würde, mit mir auf die Kleine Scheidegg zu laufen. Man muss eine Begleitperson dabeihaben, und es sollte natürlich jemand sein, der fit genug ist, den Berg hinaufzukommen. Da es von Klagenfurt bis Grindelwald gute 800 Kilometer sind, kann ich von keinem meiner Freunde verlangen, dafür diese lange Reise auf sich zu nehmen. Ein Schweizer Bekannter hatte mir angeboten, in seinem Verein zu fragen, ob sich jemand bereiterklärt, mich zu begleiten. Dann hätte ich jemanden, der von dort ist und die Gegebenheiten kennt. Allerdings würde ich diese Person nicht kennen und hätte bis zum Schluss Sorge, ob derjenige verlässlich am Checkpoint steht.

Und wie ich gerade so das Swissman Manual lese, kommt mir mal wieder eine Blitzidee! Vergangenes Jahr stand ich an der Finishline vom Ironman Klagenfurt, als meine Athletin und Freundin Jenny ins Ziel kam. Mit einer grandiosen Zeit nach einem grandiosen Rennen. Wir kennen uns schon länger und ich mag sie unheimlich gern und habe sie danach gefragt, bei meinem Februar-Trainingscamp auf Lanzarote Guide zu sein. Jenny wohnt in der Schweiz. Zwar nicht in Grindelwald, aber auch keine 800 Kilometer entfernt. Meine Blitzidee: Ich habe sofort zum Handy gegriffen und Jenny angerufen. Und was ist das Erste, was Jenny zu mir sagt, als sie abhebt: „Mensch Sonja! Ich muss zurzeit so oft an dich denken, wie du letztes Jahr beim Ironman im Ziel standest und mir die Medaille umgehängt hast. Und irgendwie denke ich dauernd: Ich würde gern etwas zurückgeben und wär so gern bei deinem Zieleinlauf beim Swissman dabei, aber ich weiß nicht, ob das möglich ist.“ Meine Antwort: „Jenny! Genau deswegen rufe ich dich gerade an! Du kannst sogar mit mir über die Ziellinie laufen!“ Jenny wusste erst gar nicht, wie ihr geschieht. Eine Nacht Bedenkzeit brauchte sie und dann kam die Nachricht von ihr: „Sonja, jetzt brauche ich schon bald zwei Nächte, dabei weiß ich es schon lange: Ich bin dabei! Ich möchte dich auf die Kleine Scheidegg begleiten!“ Ich habe einen Luftsprung gemacht und freue mich so über dieses Team, das ich jetzt habe. Das entspannt mich. Das gibt mir Zuversicht. Und ich bin mir sicher, dass mir Jenny dann auch die nötige Energie gibt, diese letzten Kilometer zu bewältigen. Wir werden da beide super hinaufkommen.

Die Grundlage ist gelegt

Ich habe mein Training strukturiert. Ich trainiere zwischen 20 und 25 Stunden pro Woche. Das meiste davon ist Grundlage, aber mit Höhenmetern ohne Ende. So fühlt es sich zumindest an. So mancher wundert sich schon auf Strava über meinen niedrigen Stundenkilometer-Schnitt, aber wir strampeln wirklich viel bergan. „Wir“, das sind meine Lieblings-Trainingspartnerinnen Ella und Elke. Wir fahren so viele Kilometer miteinander. Beide haben öfter am Vormittag Zeit und beide lieben es, Berge zu fahren. Was gibt es Besseres! Jede Tour suchen wir uns einen anderen Berg in der Umgebung aus, den wir einmal oder zweimal erklimmen, manchmal auch mehrere. Ich bin Ella und Elke so dankbar für diese Radeinheiten, die jedes Mal noch mehr Spaß machen und ich denke mir oft, wie es wohl wäre, wenn ich alles allein fahren müsste. Den Gedanken schiebe ich gleich wieder weg, zum Glück ist es ja nicht so.

Anfang Juni werden Ella und ich noch den Glockner König Ultra angehen, dann haben wir noch mal einen gewaltigen Berg im Renntempo und ich dürfte wirklich vorbereitet sein. Danach folgt eine letzte Umfangswoche, bevor ich die letzten zwei Wochen tapern werde. Nils Flieshardt hatte mich mal gefragt, was ich mir von dem Rennen erwarte. Ich werde jetzt noch die nächsten Trainingswochen abwarten und dieses Geheimnis meiner Erwartung in meinem letzten Block vor dem großen Rennen lüften. Ich werde euch erzählen, was ich auf die Reise mitnehme, wie alles abläuft und mit welchen Rennszenarien ich rechne. Ich freue mich, wenn ihr mich bis dorthin lesend begleitet. Es ist nicht mehr lang – unsere Tochter zählt schon die Tage rückwärts zu ihrem Geburtstag. Und das Rennen ist einen Tag vorher. Ich werde jeden Tag daran erinnert. Und wie gesagt, solltet ihr noch Tipps für mich haben: Ich freue mich sehr! Bis bald, eure Sonja.

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