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10 Tipps: Was tun, wenn dir beim Joggen ein Wolf begegnet?

Eine Horrorvorstellung: Du läufst auf einem Singletrail durch den dichten Wald – und plötzlich steht ein Wolf vor dir. Ein unwahrscheinliches Szenario? Unserem Kollegen Simon Müller ist es passiert. Was sollte man bei einer solchen Begegnung tun (und lassen)?

Jimdarby8 | Dreamstime.com

Zur Beruhigung vorweg: In Deutschland waren direkte Begegnungen zwischen Wölfen und Menschen bisher äußerst selten. Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat jedoch zu vermehrten Sichtungen geführt, vor allem in ländlichen Gebieten. Sichtungen bedeuten jedoch nicht zwangsläufig Begegnungen mit Menschen. Die meisten Wölfe versuchen, den Kontakt mit Menschen zu vermeiden – es sei denn, sie fühlen sich bedroht oder provoziert. Außerdem sind Wölfe nachtaktiv, was die Wahrscheinlichkeit von Begegnungen weiter verringert.

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Simon und das Wolfsrudel

Unserem Kollegen Simon Müller ist es trotzdem passiert: „Das war echt ein Erlebnis“, erzählt Simon mit ein paar Tagen Abstand zu einer Laufeinheit in der Nähe von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), die er so schnell wohl nicht vergessen wird. „Ich hatte zuvor noch nie einen Wolf in freier Wildbahn gesehen. Als es jetzt so kalt war und viel Neuschnee gefallen ist, bin ich einfach eine Waldschneise geradeaus gelaufen, auch nur ein paar Hundert Meter von der Straße entfernt. Plötzlich kam ganz gemütlich ein Wolf aus dem Wald auf den Weg. Der hat mich wohl gar nicht gesehen und ich vermute mal, dass er meine Schritte im tiefen Schnee auch gar nicht gehört hat – sonst wäre er wohl weggelaufen.“

Simon tat instinktiv das Richtige: „Ich bin dann erst mal stehen geblieben – zunächst irgendwie fasziniert, bis ich dann dachte: Okay, das ist echt krass. Aber ich hatte keine Angst. Ich war vielleicht 50 Meter von diesem Wolf entfernt. Und dann habe ich in den Wald reingeschaut und die fünf anderen gesehen, da ist mir schon ein bisschen mulmig geworden, weil ich nicht sicher war, wie die im Rudel so agieren.“ Simon hatte Glück: „Nach ein paar Sekunden haben die Wölfe mich bemerkt und sind schnell in unterschiedliche Richtungen weggelaufen. Da hat sich dann gar nicht mehr die Frage gestellt, was ich mache – und ich war auch sehr froh drüber.“

Wölfe gehören zur Natur, sagen die einen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis statt einer Kuh oder eines Schafs ein Kind oder ein Spaziergänger gerissen wird, behaupten die anderen. Weidetierbesitzer berichten immer wieder über Zwischenfälle. Einigkeit besteht aber wohl darin, dass sich der Wolf gar nicht erst in der Nähe menschlicher Behausungen aufhalten sollte. Unter keinen Umständen dürfen Wölfe daher gefüttert werden, denn an Fütterung durch Menschen gewöhnte Wölfe können in der Folge Futter aufdringlich oder aggressiv einfordern.

Wölfe sind streng geschützt

Wölfe sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt und unterliegen damit dem umfassenden Schutz des § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Über viele Jahre waren Wölfe in Deutschland ausgestorben, seit etwa zwei Jahrzehnten breiten sie sich wieder aus. Im Monitoringjahr 2022/23 wurden in Deutschland 184 Wolfsrudel gezählt, 47 Paare und 22 sogenannte territoriale Einzeltiere. Die Zahlen steigen, drei Jahre zuvor waren es nur 131 Rudel und entsprechend weniger vereinzelte Wölfe. Insgesamt wurden im letzten Jahr 635 Welpen bestätigt. Vor allem im nordöstlichen Bereich der Bundesrepublik wurden viele Rudel verortet, lediglich die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie das Saarland konnten keine sesshaften Tiere melden. Eine ständig aktuelle Karte der bekannten Wolfsterritorien gibt es auf der Website der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 160 Wölfe tot aufgefunden, drei Viertel davon nach Verkehrsunfällen, aber auch fünf Prozent durch illegale Tötung.


10 Tipps zum Umgang mit Wölfen

Auch wenn Begegnungen mit Wölfen sehr eher sind, sollte man sich in Regionen mit vermehrter Ansiedelung bewusst zu sein, wie man sich in einer solchen Situation verhalten sollte, um sowohl die eigene Sicherheit als auch die des Wolfs zu gewährleisten. Abstand halten, Panik vermeiden, Präsenz und Größe zeigen – hier sind die zehn wichtigsten Tipps.

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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