Samstag, 20. Juli 2024

DTU-Team vor dem WM-Auftakt: Training im Schwimmpalast der Wüste

Wasser ist rar in der arabischen Wüste. Schwimmbares Wasser noch viel rarer. Die Deutsche Triathlon Union hat sich vor dem WM-Auftakt in Abu Dhabi in einen wahren Schwimmpalast begeben. Wir haben die Spitzensportler begleitet.

Am Freitag beginnt mit den Sprintrennen von Abu Dhabi der Kampf um die Weltmeistertitel 2024. Je fünf deutsche Frauen und Männer sind beim Auftaktrennen der World Championship Series mit dabei. Die meisten von ihnen sind über die Nacht auf den Mittwoch aus dem Höhentrainingslager in Namibia angereist – über Windhoek und Johannesburg via Dubai nach Yas Island.

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Auf dem Yas Marina Circuit, der Autorennstrecke des Emirats, geht es am Freitag rund. Noch sind der Kurs und auch der Hafen, in dem geschwommen wird, gesperrt. Die deutschen Triathleten haben nach der Ankunft ein erstes Training in der Wüste absolviert. Im Süden von Abu Dhabi, rund 40 Kilometer (oder 20 Taxi-Euro) vom Wettkampfort entfernt, steht ein hochmodernes Wettkampfbad: Willkommen im Abu Dhabi Aquatics Club.

Wie in allen öffentlichen Gebäuden wird auch hier gezeigt, wem diese Möglichkeiten zu verdanken sind – der Herrscherfamilie der Emirate, seit fast zwei Jahren angeführt durch Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan (rechts).

Die Scheichs haben vor zwei Jahren einen Schwimmpalast in die Wüste gebaut, auf den man auch in Deutschland mehr als neidisch sein kann: Ein 50-Meter-Pool mit variabler Trennbrücke, immer ausgerichtet und geleint für den Sportbetrieb, unter einer Tribüne, die rund 3.000 Zuschauer fasst. Außen befindet sich ein weiterer Pool, vom Dopingkontrollraum über die Call Rooms, die Installationen für Hallensprecher und Presse bis hin zur VIP-Tribüne bietet die Location permanent alles, was es für große Schwimmmeetings braucht. Sogar ein Wellblechdach, das man abnehmen könnte, um die Tribünen höher zu bauen und noch größere Meetings hosten zu können.

Heute treffen wir aber nur vier Athleten: Simon Henseleit, der in der Elite weiter an seinen U23-Weltmeistertitel anknöpfen möchte. Laura Lindemann, die in ihre bereits dritte Olympiasaison startet. Lasse Lührs, der im Sommer ebenfalls und erstmals in Paris im Zeichen der Ringe am Start sein wird. Und Jonas Schomburg, der noch auf die Quali hofft und sich hier mit Planks auf sein Schwimmtraining vorbereitet.

Am Beckenrand eine Überraschung: Hannes Vitense (links), Nachwuchstrainer im Deutschen Schwimmverband (DSV), ist als persönlicher Coach von Laura Lindemann angereist. Zusammen mit Dan Lorang will er die erfahrene Deutsche fit für den Medaillenkampf von Paris machen. Auch der Bundestrainer der Deutschen Triathlon Union (DTU), Dr. Thomas Moeller (rechts), hat hier eine Auge auf sein Team.

Frank Wechsel / spomedis

Die Session beginnt – unsere vier Topstars haben das gesamte Bad für sich. Jonas Schomburg nimmt seine persönliche Einheit in Angriff – jeder der Athleten hat heute sein eigenes Programm. Erst am Donnerstag darf auf der Wettkampfstrecke für den Freitag trainiert werden.

Laura Lindemann hat nicht nur einen Spezialtrainer, sondern auch spezielles Equipment: Sie schwimmt Drei-Minuten-Intervalle auf der Stelle. Wie wird sie das wohl in ihrer Trainingapp protokollieren und auf Strava verkaufen?

Frank Wechsel / spomedis

Die Idee dazu stammt von Hannes Vitense, der gern mit Triathleten arbeitet, da sie nicht nur umsetzen, sondern auch diskutieren, mitdenken. Der Mann mit der markanten Mütze hat einst Anne Haug das Schwimmen beigebracht. Auch Jan Frodeno und Emma Snowsill hat er schon den letzten Schliff verpasst.

Frank Wechsel / spomedis

Währenddessen spulen die drei Männer im Pool ihr eher entspannteres Programm ab. Der Life Guard am Beckenrand hat heute nicht viel zu tun.

Eineinhalb Stunden dauert die Einheit insgesamt. Nach einer durchflogenen Nacht stehen heute noch der Wiederaufbau der Räder für die zweite Disziplin und das Wiedersehen mit dem Rest der Weltelite auf dem Programm. Denn mit dem Wettkampfbriefing am Abend soll der Mittwoch enden.

Frank Wechsel / spomedis

Während Simon Henseleit noch einige Bahnen mit Paddles zieht, für die man durchaus eine eigene Bahn in Anspruch nehmen kann …

Frank Wechsel / spomedis

… beendet Lasse Lührs die heutige Session.

Frank Wechsel / spomedis

Jonas Schomburg lässt noch einige knackige Starts folgen.

Auch Laura Lindemann zeigt noch einmal, dass sie am Freitag nicht erst beim Zieleinlauf ganz vorn mit dabei sein möchte. Mit dem Start der Frauen beginnt am Freitag um 16 Uhr Ortszeit (13 Uhr deutscher Zeit, live auf triathlonlive.tv) die World Triathlon Championship Series 2024. Die Männer starten zwei Stunden später, am Samstagmittag fällt zudem der Startschuss für das Mixed Relay. tri-mag.de berichtet ausführlich aus Abu Dhabi.

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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