Donnerstag, 15. Januar 2026

Regeln brechen für die Sicherheit

Ja, ich gebe es zu: Ich plane etwas Illegales. Wenn ich in wenigen Tagen zum Ironman Hawaii fliege, werde ich mir etwas kaufen, das in Deutschland verboten ist. Doch dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Ich bin bekennender Rücklichtfahrer im Training. Kaum eine Einheit auf den Straßen, an denen ich nicht mein Stecklicht an der Sattelstütze montiert habe. Das Thema Sicherheit im Straßenverkehr wird und Triathleten und Radsportlern heiß diskutiert – und auch im Familien- und Freundeskreis spielt es immer wieder eine Rolle.

- Anzeige -

Ein Rücklicht hilft auch tagsüber, dass man unterwegs besser gesehen wird. Auch sollte ein Radtrikot nicht schwarz sein, selbst wenn das noch so schick aussehen mag. Auf der Straße zählt für mich Sicherheit mehr als Optik.

Wenn ich in wenigen Tagen auf dem Queen Kaahumanu Highway unterwegs sein werde, egal ob mit dem Rad, dem Motorrad oder dem Auto, wird mir wieder auffallen: In den USA ist das Fahren mit Rücklicht viel verbreiteter als hierzulande. Und: Die meisten Amerikaner fahren mit blinkendem Rücklicht. Doch Vorsicht: Blinkende Fahrradlichter – egal ob vorn oder hinten – sind in Deutschland verboten. „Blinkende Scheinwerfer und Schlussleuchten sind unzulässig“, heißt es dazu knapp in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) unter § 67 „Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern“. Ein Hohn, wie jeder Radfahrer weiß, der sich einmal im Halbdunkel gegen das Fernlicht eines entegegenkommenden Autos orientieren musste. So ein Blinklicht wird doch niemanden wirklich stören? Doch Halt, das Fass „Autofahrer gegen Radfahrer“ wollen wir hier gar nicht erst aufmachen, wir wollen ja gemeinsam die Straßen nutzen. Rund um Hamburg ist an vielen netten Orten Platz für alle.

Und daher möchte ich auch den Autofahrern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, indem ich es ihnen ermögliche, mich früh zu sehen. Eine „Win-win-Situation“. Und wenn dabei auch die Stadtkasse als dritter „Winner“ hervorgeht, weil mir ein gewissenhafter Gesetzeshüter ein Bußgeld aufbrummt – ich zahle es gern. Meine Sicherheit ist es mir wert!

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

Verwandte Artikel

Auf der Suche nach der sportlichen Gerechtigkeit: Ein Kommentar zur neuen Kona-Quali

Nach nur vier Monaten hat Ironman die Qualifikationsregeln für die Weltmeisterschaften auf Hawaii überarbeitet: Mehr Frauen sollen in Kona an den Start gehen können. Ist das gerecht?

Kommentar: Sportswashing im Wüstensand

Die T100 Triathlon World Tour expandiert weiter und folgt dem Geld. Nach Dubai und Katar soll ab 2026 auch Saudi-Arabien Gastgeber eines Rennens werden. Offiziell geht es um Entwicklung und Gesundheitsförderung, tatsächlich aber um Macht, Einfluss und Imagepflege – ein weiteres Kapitel im globalen Sportswashing, meint unser Autor.

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge