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Keine Medienmotorräder auf der Strecke der Challenge Roth: Warum der verkündete Fortschritt ein Rückschritt ist

„Ab 2023 werden keine externen Medienschaffenden auf Motorrädern auf der Radstrecke zugelassen“, verkündete die Challenge Roth vor ein paar Tagen – und ließ sich dabei von Athleten und Triathlonfans feiern. Wir sehen das anders: ein Kommentar.

„Sagen, was ist.“ Dieses in Bronzebuchstaben an der Wand hängende Zitat von Verlegerlegende Rudolf Augstein ist das einzige Deko-Element in der mächtige Halle, die das von ihm gegründete Medium Spiegel beherbergt. Und es ist zum Leitspruch einer deutschen Journalismuskultur geworden, die weltweit ihresgleichen sucht. Aber um zu sagen, was ist, bedarf es einer wichtigen Voraussetzung, man muss zunächst: Erfahren, was ist.

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Aus diesem Grund können wir unsere Art des Journalismus nicht allein vom Schreibtisch aus betreiben. Das wirkliche Geschehen im Triathlon spielt sich an Orten in aller Welt ab. Nicht auf Facebook und Instagram, YouTube oder Twitter, sondern in Kailua-Kona und Nizza, auf Fuerteventura und Ibiza, auf dem Römer- und Solarer Berg. Wir stecken viel Aufwand in die Berichterstattung vor Ort. Kein Triathlonmedium der Welt reist so viel wie wir, um so direkt wie wir zu berichten. Fühlen, was ist.

Die Macht der Bilder

Aktuell gibt es einen bedenklichen Trend: Immer mehr hochprofessionellen Eigenproduktionen von Veranstaltern und Organisationen stehen immer weniger kritischen Medien gegenüber. Das Bild, das beim Endverbraucher ankommt, wird immer mehr verzerrt. Wer am vergangenen Wochenende zufällig auf den Livestream des Frauenrennens der Arena Games Triathlon gestoßen ist, bekam den Eindruck vermittelt, dass er Weltklassesport präsentiert bekommt. Dass es sich um ein vielleicht zukunftsträchtiges, aber aktuell international noch eher drittklassiges Feld handelte, verkündeten die hauseigenen Kommentatoren nicht. Die inzwischen technisch richtig guten Livestreams von 25 Ironman-Rennen pro Jahr werden in Bild und Ton ebenso unkritisch mit dem eigenen Produkt umgehen. Und dass das Hauptinteresse der Professional Triathletes Organisation mit dem großen Anteilseigner Warner Discovery vorrangig ein massentaugliches Medienprodukt ist, sollte ebenfalls zu denken geben.

Vor mehr als 15 Jahren war ich selbst einige Zeit als offizieller Fotograf des Triathlon-Weltverbands unterwegs, um die Sportwelt mit Triathlonfotos zu versorgen. Einige der spektakulärsten Fotos durfte ich nicht in die offiziellen Galerien einstellen, da sie nicht ins gewünschte Gesamtbild passten. Und dass unsere Zusammenarbeit mit der Deutschen Triathlon Union vor vielen Jahren auch an unterschiedlichen Auffassungen zwischen unserer Redaktion und der damaligen Verbandsführung in Sachen Doping-Berichterstattung auseinanderging, wurde zum wichtigen Meilenstein unserer Verlagsentwicklung. Nicht sagen, was ist – sondern was die Zielgruppe zu glauben hat: Das ist PR – und die ist der Gegenspieler von Journalismus.

Externe Medienschaffende: Sündenbock, Schwarzer Peter oder Bauernopfer?

Vor wenigen Tagen verkündeten die Veranstalter der Challenge Roth per Medienmitteilung, dass ab 2023 keine externen Medienschaffenden auf Motorrädern mehr auf der Radstrecke zugelassen würden. Der Livestream, so wurde immer wieder betont, sei davon nicht betroffen. „Konkret reden wir hier über 40 Motorräder weniger“, heißt es in der Verlautbarung. Das Team um Felix Walchshöfer halte „das für notwendig, da zuletzt bei einigen Langdistanzrennen gehäuft Diskussion über fragwürdige Zeitstrafen und den Einfluss von Motorrädern auf das Windschattenfahren aufkamen.“ Moment, damit meinen die Rother ja auch uns. Denn seit vielen, vielen Jahren verfolgen wir die Rennen der Challenge Roth als Medienschaffende. Wir haben das immer als Privileg gesehen.

Frank Wechsel / spomedis

Ein Privileg, das auch eine enorme Verantwortung mit sich bringt. Wir professionellen Medienschaffenden sind selbst hoch sensibilisiert, was unsere Präsenz in den Rennen betrifft. Wir beobachten die Rennen und den Sport stets von außen. Es wäre der Super-GAU, wenn durch unser Verhalten einzelne Athleten bevorzugt oder – noch schlimmer – gefährdet würden. Wir müssen in all unserem Verhalten neutral sein. Und wir halten uns aus dem wildesten Getümmel raus. Wenn es mal eine Viertelstunde keine Gelegenheit für ein Foto gibt, ärgert uns das vielleicht. Wir forcieren diese Fotogelegenheit aber nicht. Beobachten, was ist – aber in keinem Fall eingreifen und beeinflussen. Und hinterher: Sagen, was ist. Nicht nur in unseren Bildern, sondern auch in unseren Geschichten, Berichten und Podcasts. In unserem Slogan sind wir ja schließlich auch der Insider der Triathlonszene.

Zu viele Motorräder – muss das sein?

Ja, sicherlich gibt es hier und da ein Problem mit den Motorrädern auf den Wettkampfstrecken. Dieses Problem lässt sich aber nicht so einfach auf die „externen Medienschaffenden“ einschränken. Denn ich und meine Kollegen fahren nicht 180 Kilometer vor, neben oder hinter einem einzelnen Athleten her. Wir beobachten das Feld in der Tiefe: Frauen, Männer, Agegrouper. Da bleiben oft nur wenige Begegnungen von wenigen Sekunden pro Athlet. Und mehr brauchen wir auch meistens nicht: Wir wollen ja nicht nur die Profis (und zwar so viele wie möglich von ihnen) beobachten, sondern auch die Agegrouper, die ein großartiges Rennen ebenso ausmachen wie die Zuschauer und die Landschaft, in der das Ganze stattfindet. Und die Helfer, ohne die gar nichts stattfände.

Meistens bin ich bei der Challenge Roth nur eine Radrunde auf dem Motorrad gefahren: Profifeld der Frauen, Profifeld der Männer, dann Agegrouperfelder in Weizenfeldern, bis mich die Männerspitze überrundete. Nur so ergab sich ein umfassendes Bild, über das ich danach berichten konnte – aber eben nicht nur in Bildern. Und wenn sich Pulks auf der Radstrecke wie von Zauberhand aufgelöst haben, weil unserer lauter werdendes Knattern als Annäherung eines Kampfrichters missinterpretiert wurde, habe ich das stets lächelnd quittiert. Als ich einmal beim Ironman 70.3 Rügen erst auf den letzten Kilometern zum Führenden Michael Raelert vorgestoßen war, um mir auch von ihm einen Eindruck zu verschaffen und auch von ihm ein paar Fotos zu schießen, quittierte er das lächelnd mit: „Da bist du ja endlich!“

wenn sich Pulks auf der Radstrecke wie von Zauberhand aufgelöst haben, weil unserer lauter werdendes Knattern als Annäherung eines Kampfrichters missinterpretiert wurde, habe ich das stets lächelnd quittiert.

Das Problem sind also nicht wir Triathlonmedien, sondern die Medienschaffenden, deren Rolle es ist, an wenigen Athleten zu hängen: Die Kameramotorräder von Fernsehen und Livestream, oft ergänzt von Live-Moderatoren, Organisatoren und Kampfrichtern. Ein Bollwerk mit Sogwirkung. Und wenn auch wir uns dahinter einmal länger in diesen Sog eingereiht haben, dann nur, weil wir einfach nicht durchkamen zu den Athleten, die wir nur für wenige Sekunden brauchten, um dann wieder vom Ort des Geschehens zu verschwinden. Oder um die Flucht nach vorn anzutreten, da wir einen Großteil unserer Fotos nicht vom Soziussitz, sondern vom Streckenrand aus schießen. Diese Freiheit haben wir, nicht aber das Livebild: Wenn der Regisseur sagt: „Bleib dran!“, dann bleibt der Kameramann dran. Und da sich die Livebildregie vor allem für die Spitze interessiert, kommt es genau hierdurch zur Wettbewerbsverzerrung, die einige Athleten zu Recht bemängeln, um nun einen falschen Lösungsansatz zu beklatschen.

Frank Wechsel / spomedis

Das Dilemma dieser Wettbewerbsverzerrung für Sportler und Medien ist mit dem Wachstum des Triathlonsports nicht kleiner geworden: Je größer die Kamera, desto größer auch das Selbstbewusstsein. Bisher unerreichter Höhepunkt: Wenige Augenblicke vor dem Zieleinlauf des Siegers beim Ironman Frankfurt schob einmal der Haussender ein gigantisches Kamerapodest vor die voll besetzte Fotografentribüne. Völlige Fehlplanung, aber in diesem Moment waren Proteste und Diskussionen zwecklos. Dabei waren wir Fachmedien schon vorher da. Nicht nur an diesem Tag auf dieser Tribüne, sondern schon all die Jahre, bevor das Fernsehen den Reiz des Triathlonsports erkannte. Und wir werden bleiben, selbst wenn die Großen zu neuen Trends weiterziehen oder die Rundfunkgebühren für eine so große Produktion nicht mehr ausreichen – versprochen! Dass die nicht-öffentlich-rechtlichen Medienschaffenden in der zweiten Reihe zu bleiben haben, ist inzwischen Tradition – aber eben auch nicht das Problem, das man mit dem Schritt in Roth zu lösen versucht.

Aus Fehlern der Vergangenheit lernen

Der völlige Ausschluss der Fachmedien von elementaren Inhalten des Triathlonsports wie nun eben der Radstrecke in Roth ist nicht neu. Vor vielen Jahren kam die Organisation der Ironman-WM auf die Idee, keine externen Fotografen auf den Queen Kaahumanu Highway zuzulassen, wenn auch aus anderem Grund: Man wollte selbst Herr über die Bildwelten des Rennens bleiben. Der einsam gegen den Mumuku kämpfende Held, nicht der im 50er-Pulk dahingleitende Dauerlutscher. Und vermarkten wollte man das Ganze auch noch: Die vorausgewählten Heldenbilder durften wir Medien anschließend bei der hauseigenen Agentur des Veranstalters kaufen, die Preise begannen in den kleinsten Formaten bei 250 Dollar. Funktioniert hat das Ganze nicht, nach zwei Jahren hatte dieser Spuk ebenso ein Ende wie der zwischenzeitliche Medienausschluss von der Radstrecke des Ironman Frankfurt. Vielleicht waren wir in Hessen aber selbst schuld, da wir die dichtgedrängten Menschenmengen, die der damalige Veranstalter auf der Pressekonferenz nach jedem Rennen lauthals verkündete, auch gesehen haben – allerdings nicht an, sondern auf der Strecke. Und da wir ja stets sagen, was ist, wurden wir auf Bewährung in den Pressebus strafversetzt, bis man merkte, dass das wohl ein Irrweg war.

Einen Pressebus und Shuttles soll es in Roth auch geben. Dass sich daraus kein umfassender Insiderblick ergeben kann, sollte nun einleuchten. Das Geschehen auf einer 180 Kilometer langen Radstrecke lässt sich nicht von wenigen angefahrenen Punkten einschätzen und abbilden. Die Challenge Roth präsentiert so wunderbare, so mächtige Bilder. Bilder, die bleiben: Jan Frodeno, als er einen Fan im Vorschulalter auf dessen Kinderrad überholt, eingefangen vom unvergessenen Michael Rauschendorfer. Der gleiche Jan Frodeno, wie er unter Tränen an der Lände in Führung liegend aus dem Rennen ausscheidet. Die 84-jährige Sister Madonna Buder, als sie an einem Kruzifix vorbeiradelt. Bilder der Triathlongeschichte, gegen die der flüchtige Moment des Livestreams austauschbar wird – die aber eine persönliche Erreichbarkeit all dieser Orte aufgrund der Erfahrung und Entscheidung des jeweiligen Medienschaffenden voraussetzen. Es wäre schade, wenn das alles Geschichte wäre. Der Triathlonsport wird ärmer durch die Entscheidung, externe Medienschaffende nicht mehr auf die Radstrecke zu lassen. Viele Profis und Agegrouper werden medial gar nicht mehr stattfinden. Und da Roth in vielen Dingen Maßstäbe setzt, besteht die Gefahr, dass andere sich anschließen.

Frank Wechsel / spomedis

Den ungefilterten Blick erhalten

Daher werden wir uns auch weiterhin für einen ungefilterten Blick der Triathlonöffentlichkeit auf die Rennen einsetzen. Triathlon ist ein Teil der Gesellschaft und diese Gesellschaft hat ein Anrecht darauf, vom Geschehen durch unabhängigen Journalismus zu erfahren. Stellt euch vor, andere Veranstaltungen würden nur durch die hauseigenen Livestreams an die Öffentlichkeit geraten: Parteitage. Friedensdemonstrationen. Oder die Eröffnungsfeier einer Fußball-Weltmeisterschaft in einem Wüstenstaat. Durch die mediale Sozialisation durch soziale Medien wächst eine Generation heran, die bunte Bilder unkritisch betrachtet. Hauptsache, es sieht geil aus und der Sound ist mega. Konsum vor Information. Daher braucht es mehr denn je Fachleute, die sagen können, was ist – weil sie zuvor sehen, fühlen und erleben, was ist, und das mit ihrer Expertise einordnen können.

Vom Problem zur Lösung

Wir können nur hoffen, dass man sich in Roth noch einmal auf die Gesamtverantwortung für den Sport besinnt und diese Fehlentscheidung überdenkt. Viele der Bilder aus Roth sind Teil der deutschen Triathlonkultur geworden uns es steht auch in der Verantwortung eines Veranstalters, die Möglichkeiten dazu mit Augenmaß zu erhalten. Wenn man optimistisch verkündet, dass „speziell Profis enorm durch mehr Kommunikation zwischen allen Beteiligten und die Reduzierung von Medienmotorrädern“ profitieren, ist das deutlich zu kurz gedacht. Das Problem ist nicht die zunehmende Dichte an der Spitze, sondern die zunehmende Masse an Medienschaffenden. Man kann und darf auch bei dieser Ungleichbehandlung nicht alle Medienschaffenden gleich behandeln. Ja, es waren in der Vergangenheit zu viele Motorräder auf mancher Strecke. Aber vielleicht sollte man statt eines Schwarz-Weiß-Denkens in allen Bereichen eine maßvolle Reduktion vornehmen. Weniger Live-Motorräder, weniger Orga-Motorräder, weniger Sponsoren, wenige Athletenbegleiter, eine bessere Verteilung der Kampfrichter-Motorräder und, selbstverständlich, eine sinnvolle Reduktion der externen Medien-Motorräder. Denn auch wir Medien sind es gewohnt, in Wettbewerben und Ausscheidungsverfahren zu stehen. Unsere Assets sind nicht schnelle Schwimm-, Rad- und Laufzeiten, sondern Relevanz, Professionalität und Reichweite. Der Bewerbungsschluss um die wenigen Plätze der Berichterstattung von den Olympischen Spielen 2024 war im November 2022. Es wäre fatal, wenn die Welt von den Olympischen Spielen nur durch einen Livestream des IOC erfahren würde. Selbst der oft kritisierte Ironman Hawaii macht seit Jahren vor, wie es geht: Bewerbungsverfahren und Zuteilung, Briefing und klare Regulation auf der Strecke. Klare Abstände und kurze Zeitfenster für die Interaktion und Sanktionen, wenn man sich nicht daran hält. Professionalität auf Augenhöhe.

Es braucht keinen pauschalen Ausschluss der externen Medien von der Radstrecke eines Rennens, sondern eine Reduzierung und Ordnung – mit Bewerbungsverfahren, Briefings und Debriefings. In diesem Jahr kann ich ganz persönlich die Rother Entscheidung mit Gelassenheit sehen, denn ich werde am 25. Juni 2023 als Athlet an der Startlinie der Challenge Roth stehen. Diesen Kommentar schreibe ich also nicht für mich, sondern stellvertretend für alle Kollegen, ob in meiner Firma oder in der bunten Triathlonwelt da draußen, die sich mit Professionalität und Herzblut für die bestmögliche Berichterstattung im Triathlon und für die Triathleten einsetzen.

Ich hoffe, dass man bis dahin die Entscheidung bezüglich der Medienpräsenz auf der Strecke überdacht hat und vielleicht ein Bewerbungsverfahren für weniger Motorradplätze etabliert hat. Felix Walchshöfer und Kollegen dürfen diesen Beitrag gern als mein Bewerbungsschreiben für 2024 sehen.

Denn ich möchte auch weiterhin sagen, was ist!


Hinweis: Die in diesem Artikel verwendeten Fotos sollen die Problematik illustrieren. Es sind Momentaufnahmen, aus denen sich keinerlei Schlüsse über längere Zeitraume, Vorteile oder Nachteile für abgebildete Personen ableiten lassen.


Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Jan Frodeno „unter Tränen an der Lände trotz deutlicher Führung aus dem Rennen“ ausgeschieden sei. Die Führung betrug nur wenige Sekunden, wir haben das entsprechend korrigiert.

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.
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46 Kommentare

  1. Starkes Statement.

    In Zeiten des Race Rangers oder wie der Abstandshalter heißt, sollte es doch kein Problem sein auch die Motorräder damit auszustatten und in dem Fall klar zu regeln, das IMMER das Motorrad auf den Abstand zu achten hat.
    Gerne auch mit Zeitstrafen und „Disqualifikation“.

    Die Streams mit Kommentar von Ironman und PTO kann man sich auch wirklich nur angucken, wenn man sie stumm schaltet.

  2. Ach Gottchen! Auch wenn ich die Kritik nachvollziehen kann, finde ich sie doch überzogen. Ist ja nicht so, dass die Pressefreiheit in Gefahr wäre. Und Ironman schießt einen kapitalen Bock nach dem anderen (IM 70.3 Dresden, WM in Nizza, etc.), da kommt von Euch aber bei weitem nicht so prominente Kritik. Ein Hoch auf alle non-konformistischen, familiären Veranstaltungen da draußen!

  3. Lösungsorientiertes Denken und Handeln. Danke Frank Wechsel für das Aufzeigen von Risiken und gleichzeitigem Angebot von Lösungsansätzen, jetzt liegt es an den Veranstaltern Werbeveranstaltungen oder Wettkämpfe mit Berichterstattung zu zulassen.
    Bleibt sportlich und fair.
    Carsten

  4. Hallo,

    ich bin mehrmals beim IM Frankfurt und 70.3 Kraichgau als Begleitmotorrad für Fotografen mitgefahren. Bei meinem letzten Einsatz in Frankfurt 2021 hatte ich Jule Radeck auf dem Motorrad.
    Wir waren weit entfernt von irgendwelchen Profis. Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie sich die ganzen Agegrouper gefreut haben, dass sie auch mal fotografiert wurden. Der Wandel von angestrengtem teils schmerzverzerrten Gesicht hin zum Lächeln fürs Foto war einfach auch für mich als Fahrer toll. Ich finde es schade, dass so etwas verboten wird. Und einige Athleten haben auch plötzlich wieder Abstand zum Vordermann gehalten….
    Christian

    • Hallo,

      „sagen, was ist“ finde ich super. Und das man sich dafür live vor Ort ein Bild machen muss, auch. Aber warum vom Motorrad aus? Ich denke da zum Beispiel an Drohnen, mit denen man auch einen guten Eindruck bekommen kann, dabei aber deutlich weniger Windschatten bietet…
      Und dass zu viele Motorräder auf der Strecke sind, bemängeln ja vor allem die Spitzensportler selbst. Diesen Wunsch nicht gerecht werden zu wollen und nach weiteren Alternativen zu suchen hilft nicht bei der Weiterentwicklung des Sports.

      Sportliche Grüße
      Matthias

      • Hi Matthias, rein aus Interesse mal den Gedanken zu Ende gedacht. Wenn jetzt 40 Medien da draussen mit Drohnen rumfliegen, bist Du Dir sicher das klappt. Und da bekommen wir dann noch immer nicht die direkten Emotionen aus dem Gesicht eines Athleten, wie er vom Motorrad aus aufgenommen werden kann. Dazu kommt, dass offiziell keine Drohnenflüge über Menschenmassen erlaubt sind. Zumindest nicht in Deutschland.

  5. Hallo,
    Meiner Meinung könnt ihr die Bilder auch vom Streckenrand machen, was eventuell auch den Nebeneffekt hat, dass richtig gutes Bildmaterial wieder im Wert steigt.

    Ich denke viel wichtiger als die Bilder von der Strecke sind eh die Interviews vor und nach dem Rennen. Richtig guter Journalismus zeigt sich dadurch, dass man die richtigen Fragen stellt und der Interviewer dabei genuegend Fingerspitzenguehl hat, dass von Athletenseite auch brauchbare Antworten kommen.

    Wenn es irgendwann mal soweit geht, dass man an die Athleten nur noch bei Pressekonferenzen zugesicht bekommt, dann muss man sich allerdings ernsthafte Sorgen um den Sport machen.

    Sportliche Gruesse,

    Norman Zielke

  6. Lieber Frank,
    ich kann deine Kritik nicht zu 100% zustimmen. Durch die Entscheidung in Roth ist dies ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung zu mehr Fairness. (Auch wenn ihr sicherlich viel Abstand haltet)
    Medienschaffende sollten dies als Chance sehen. Werdet kreativ, wie ihr die neue Situation bestmöglich umsetzt.
    Neue Zeiten erfordern neue Strategien und das auch im Triathlon. Eine Denkweise mit ‚Das haben wir immer schon so gemacht‘ gehört nunmal der Vergangenheit an.

  7. Lieber Frank Wechsel,

    eine etwas zu lange Klage, leider. Und die Kritik ist für mich auch eine Spur zu großartig, zu breit angelegt und bleibt damit auch überraschend unscharf. Sorry.

    Ohne Frage hört man die Klagen der Athlet:innen über zu viele Motorräder auf den Strecken schon EWIG (mit Recht!), vor allem an der Spitze des Rennes. Und trotz der Aussage – nur schnell ein Foto machen, schon bin ich wieder weg, die ich Euch auch glaube – besteht das Problem trotzdem, was hier ja auch zugegeben wird. Darauf kann man sich also schon mal einigen.

    Was mir völlig fehlt, ist die Tatsache, dass die Entscheidung gemeinsam mit einer ganzen Gruppe von eigens zu diesem Thema hinzugezogenen Athlet:innen erarbeitet wurde – die WISSEN, wie es wirklich da draußen zugeht. Da fehlt mir hier (leider) der absolut notwendige Respekt vor den Protagonist:innen. Ich weiß, die Kritik ist an dieser Stelle taff, da Ihr es sonst nicht daran fehlen lasst, aber hier greift der Artikel klar daneben.

    Ein weiterer Punkt… Die Challenge Roth ist, wie ich denke, bislang nie durch Medienfeindlichkeit aufgefallen. Das man vor einem Rennen, bei dem es voraussichtlich auch um die Weltbestzeit geht, nochmals über ein in JEDER HINSICHT faireres Rennen nachdenkt (wie gesagt, gemeinsam mit Athlet:innen), bleibt nur gut so. Dass ebenfalls darüber nachgedacht wurde, wie Medien auch weiterhin berichten können, steht fest. Man wird sehen wie das Konzept aufgeht. Den drohenden Untergang der unabhängigen, gar der kritischen Berichterstattung auszurufen, wie man hier liest, ist aber schwerst überzogen.

    Der BR, der seit Jahren in Roth berichtet, ist ganz sicher kein Operettensender, der den Wünschen eines Don Felix (den sicher untadeligsten Veranstalter im ganzen Rennzirkus) am Halsband folgt. Ja, das ist ein wenig unsachlich formuliert, aber man muss die Kirche auch im Dorf lassen. Das große Klagen kommt hier einfach an der falschen Stelle und mindestens eine Hausnummer zu früh.

    Abschließend finde ich es schon interessant, wie kritisch hier die Entwicklung bei den großen Verwertern und Veranstaltern (PTO, Ironman) generell gesehen wird. Und tatsächlich steht der Sport vor der berühmten Zeitenwende, mit vielen Konsequenzen.

    Triathlon wird zum Produkt, das künftig SEHR VIEL MEHR und SEHR VIEL PROFESSIONELLER vermarktet wird. Das ist GUT und in einzelnen Bereichen KRITISCH zugleich, vor allem bei allen ‚die nicht mehr vorne mitspielen werden‘.

    Da kann ich auch die Sorge von Medienschaffenden verstehen, die einer partiellen Entmachtung natürlich irgendwie begegnen müssen. Dieses Kind sollte man jedoch klar und scharf beim Namen nennen, statt weit zu weit auszuholen. Anerkennen muss man jedoch, dass das Anliegen jedoch grundsätzlich verständlich ist und – ja nach Erfahrung – verhandelbar bleiben muss, von allen Seiten, mit allem Respekt.

    Fabian Thaaesler

  8. „Sagen was ist“ findet mittlerweile in der Berichterstattung der großen Triathlonrennen nicht mehr durch ein Foto Wochen später in einem gedruckten Magazin statt, sondern durch Mediakontent a la Talbot Cox (siehe Lionel Sanders Story vor Ironman Hawaii oder beim Beef zwischen Sam Laidlow und Sam Long beim Collins Cup) und auf den mittlerweile immer professioneller gepflegten Instaaccounts der Topprofis. Da muss man dabei sein, das muss man faszinierend aufarbeiten, das wollen die Fans, Sponsoren und auch die Fernsehsender sehen. Fotos vom Rücksitz eines Motorrades werden verschwinden bzw. schlicht nicht mehr nachgefragt sein, wenn man Videomaterial in der Berichterstattung hat, wenn Gustaf Iden im Training in Crocs gegen Sanders sprintet, TTL wöchentlich perfekt faszinierende Videos veröffentlicht und die Referenzbilder, Videos und Content im Allgemeinen im Minutentakt aus Girona kommt, in Topualität, vor super Hintergrund und mit Toptonqualität. Das klassische Rennfoto kann man mit guter Vorbereitung durchaus vom Streckenrand machen (Klappt auch in der Formel 1) Wies im Rennen war, wird in Kürze von den Mediateams der relevanten Profis bereits kurz nach dem Wettkampf selber erzählt werden, das ist die eigentliche Konkurrenz und die Messlatte zugleich. Braucht es in dem Kontext da noch 40 Mediamotorräder auf der Strecke, wenn die wenigen die zukünftig unterwegs sind perfekte Qualität liefern, auf die alle anderen aus der Medienbranche fairen und bezahlbaren Zugriff haben? Faszinierende und mitreissende Berichterstattung wird zukünftig wohl mehr und mehr aus der Boxengasse kommen und weniger vom Motorradsitz.
    Grüße aus Göttingen
    Niclas B.

    • Wenn man selbst sein Geld mehr schlecht als recht mit zweitklassigem ,,Content“ verdient mag man das wohl denken.
      Fakt ist aber: sämtliches Insta Geplänkel hat keine nachhaltige Bedeutung und ist genauso schnell beim Nutzer wieder vergessen wie es angeklickt wurde.
      Interessant ist das Rennen selbst, gute Übertragungen mit Motorrädern sind da Pflicht. Wer sich mit wem im Training duelliert juckt das draußen niemand.

      • Grüße kommen aus Göttingen und nicht aus dem Allgäu!
        Das Insta Geplänkel ist die heutige Währung, nach der die Aufmerksamkeit und nahezu sämtliche Sponsorengelder verteilt werden. Ein Foto vom Motorradrücksitz war es früher. Ein Großteil der Mediakommentatoren berufen sich im Livekommentar nicht selten auf die letzten Media/Instaposts der Topstars, würden Sie dies noch öfter tun gäbe es mehr tolle aktuelle Informationen zu letzemTrainingslager, Wattwert, aktueller Radübersetzung, Kollegenbeef etc.
        Live von der Schwimmstrecke beim letzten Ironman Hawaii hat übrigens Noel Mulkey offiziell live auf Insta berichtet. Wieviel Aufmerksamkeit generiert Sam Long auf Insta und warum hat Collin Chartier erst jetzt seinen überhaupt ersten Radsponsor gefunden? Aufgrund eines Magazinfotos oder weil er länger bei Chris Lieto in der Eistonne gesessen hat als Lionel Sanders?
        Willkommen im Jahr 2023.
        Übrigens, tolle Racefotos gehen auch stehend vom Streckenrand, siehe James Mitchell gerade aus Lanzarote.

        • Der Großteil auf Instagram ist inhaltlich absolut überflüssig, langweilig und sehr redundant. Wird sich schneller abnutzen als sich viele Netzrowdies vorstellen können. Wer ist heute noch auf FB, war ja auch mal der größte Schrei…ob und wie Sponsorengelder verteilt werden hat aber nichts mit dem Motorradthema zu tun. Was zählt ist nicht irgendein langweiliges Video im Netz sondern tolle Bilder vom Renngeschehen vor Ort. Und dazu zählen auch Printmedien, die danach darüber berichten. Klingt komisch, is aber so.

  9. Sorry, aber das Triathlon-Magazin ist nicht kritisch-neutraler Betrachter, sondern Teil der Tria-Industrie. Betriebswirtschaftlich durchaus verständlich, wenn ein Verleger hier seine Interesses darlegt und verteidigt. Sich aber als Robin Hood des Triathlonsports darzustellen, geht mir doch ein bisschen zu weit, lieber Frank.

  10. Lieber Frank, das sehe ich nicht so.
    Vor vielen Jahren gab es faszinierende Bilder aus dem fernen Hawaii mit einem Bruchteil der heutigen Journalisten – die Bilder reichten aus um die Faszination zu wecken und das ging nicht nur mir so.
    Es ist doch eine Farce wenn man mal ein Bild aus der Luft sieht und welch riesen Tross inzwischen um die Spitzengruppe fährt obwohl wirklich stundenlang relativ wenig passiert. Das Rennen wird dadurch einfach massiv beeinträchtigt, das sagt jeder Pro. Wieder und wieder.
    Wenn die Menge an Journalisten das Rennen unfair und damit kaputt machen, muss einfach eingegriffen werde. Es ist egal ob zum Beispiel du weniger vorne mitfahren. Andere machen es.
    Immer wieder würde appelliert. Immer wieder hat es nichts gebracht.
    Ihr habt alle Chancen mit Interviews, Bildern von Streckenrand und vermutlich auch mit der Drohne tolle Bilder zu machen ohne das Rennen zu beeinflussen.
    Die Live-Streams die geschaut werden stammen auch nicht von euch Photographen. Bezüglich der kritisierten Regelauslegung in Hawaii haben die freien Medien auch null Mehrwert gebracht.

    Ich lese seit Jahren gern eure Zeitung und auch hier im Web – sorry das ich es sagen, muss – der Sport ist größer als eurer Ego. Ihr müsst nicht auf dem Motorrad dabei sein, das ging lange ohne und geht auch ohne diese Begleitung.
    Finde die Regeländerungen gut und ich hoffe man knickt nicht ein weil ihr – natürlich aufgrund berechtigtem Eigeninteresse – mosert.
    Ihr habt diesen Job Dank des Sports. Sorgt dafür daß er fair bleibt und tragt dazu bei.
    Weniger ist in diesem Fall mehr

  11. Ich kann das selbst gut nachvollziehen.
    Und insbesondere Spomedis kann oder sollte selbst überlegen welchen Beitrag das Verlagshaus bietet – ich sag nur VITS – aber es wird harsch gefiltert und agiert, nicht zentral im Interesse der Athleten und der „Triathlonszene“.

    Da ist es logisch wenn Veranstalter das Hausrecht nutzen.

    Im übrigen gilt das nur für Motorräder … Frage bzw. Hinweis – ich weiß es schlicht nicht. Aber ich habe selbst dort gefilmt, ohne Motorrad, und das war sehr OK für die Athelten.

  12. Das liest sich für mich hier in Summe fast wie ein Pamphlet gegen die Professionalisierung und damit Veränderung des Triathlons in Richtung Neuzeit. Sich dabei dann noch ausgerechnet am Publikumsliebling Roth abzuarbeiten, wo man sicherlich mind. 3 bessere Parteien hätte finden können, finde ich mehr als unglücklich.
    Inhaltlich kann man dir ja in Teilen sogar zustimmen, aber im großen Ganzen ist das einfach too much (insbesondere das „Diesen Kommentar schreibe ich also nicht für mich, sondern stellvertretend für alle Kollegen“). Wenn Profis zigfach sagen, dass es ein Problem ist, dann braucht ich euch nicht hinstellen und zwischen den Zeilen behaupten: „Nö, ist es nicht.“

    Außerdem zwei abschließende Fragen zum Nachdenken:
    1. Warum wird denn überhaupt nicht auf den zugrundeliegenden Prozess mitsamt Transparenz eingegangen oder, kritischer gefragt, warum war der „Insider der Triathlonszene“ hier nicht involviert?
    2. Und warum wird so etwas nicht erst mal intern/geheim – oder gern auch (podcast)öffentlich – gemeinsam mit Felix versucht zu diskutieren bzw. Lösungen zu finden? Eine Anti- und Gegen-Haltung mit dieser Art öffentlicher Anklagebriefe werden einer zeitgemäßen Gesprächskultur des Jahres 2023 nämlich beim besten Willen nicht mehr gerecht.

  13. Sicherheit und Fairness.
    Für die Profis, ist ein neben oder sogar vorrausfahrendes Motorrad vor allem für den/die Führende sicher nicht von Schaden und hat das Rennen schon entscheidend mit beeinflusst. Nicht nur bzgl. des Windschattens, den vor allem das Live-Bild produzierende Kameramotorrad spendet, sondern vor allem in der zweiten Runde und am Solarer Berg, wo ein Motorrad einfach Platz schafft für den hinterherfahrenden Sportler. Diesen „Begleitschutz“ haben nachfolgende Profis (und Agegrouper) nicht. Für die langsameren Profis, Agegrouper und Staffelfahrer ist Roth ab der zweiten Runde weit enfernt von fair. Es gibt stets eine bunte Dampflok gemischt aus Profiherren, Profidamen, schnellen Agegroupern und Staffelfahrern, die vielleicht oft den Abstand von 12m Abstand einhalten, aber dennoch das Rennen drastisch verzerren können, da man bei einem 12m Abstand kaum aus der Gruppe herausfällt. Zudem befinden sich diese Dampfloks in der 2.ten Runde stets am überholen, was dann problematisch wird, wenn es zu parallelen Überholen der Überrundeten kommt. Dass es nicht nur brenzlich wird, sondern sogar zu Stürzen mit Rennbeendigung kommt, zeigte sich 2014 bei Anja Beranek an prominenter Stelle.

    Aber wenn die Veranstalter (generell alle) sich ein wirklich faires und sicheres Rennen wünschen würden, dann müsste für alle die 20m Abstandsregelung gelten, es dürfte nur eine Radrunde geben und die Motorräder müssten immer genügend Abstand zu den Athleten (min. 15 Meter wie die Begleitfahrzeuge bei der UCI) halten.
    Apropos: Ich wurde von Felix Walchshöfer schon höchtspersönlich, wild gestikulierend und mit kaum verständlichen Zurufen aufgefordert, auf der Radstrecke Platz zu machen, da die erste Profidame nun von hinten käme. Sie kam nicht, ich war ja schneller. Aber so viel zu gleichen Verhältnissen (Fairness). So eine Freifahrt hätten sich andere wohl auch gewünscht.

  14. Es wurde hier schon erwähnt: Warum nicht einfach vom Streckenrand?
    Ich durfte mir das Rennen auch schon als Zuschauer ansehen und war den ganzen Tag unterwegs. Dabei hatte ich dann auch Norbert Wilhelmi getroffen, der einen Fotoauftrag für Nils Fromhold hatte. Klar, es war schwierig für ihn, sich dort von Ort zu Ort zu bewegen und Fotos zu machen, ich hatte jedoch nicht den Eindruck, dass es irgendwie anstrengend wäre, die Arbeit nicht von einem Motorrad tun zu müssen. Abgesehen davon, was will man als Fotograf am Solarer Berg auf dem Motorrad. Von diesem Tag existiert sogar ein Foto von Euch, das ich seitdem immer wieder gesehen habe. Athleten lächeln für ein Foto oder versuchen es zumindest, wenn sie dies direkt mitbekommen. Am Solarer Berg ist es Beiwerk. Sie bekommen das überhaupt nicht mit. Kein verkrampftes Verstellen. Pure Emotionen. Die Freude ist im Nachgang sowieso höher, wenn sie dann feststellen können, dass dort das ein oder andere Foto gemacht wurde.

  15. Ich stand vor einigen Jahren in Frankfurt an der Radstrecke. Frodeno lag an Pos 1, Kienle folgte auf Pos 2 und dann kam irgendwann eine ca. 5er-Gruppe mit u.a. Lange.

    Um Frodeno kreisten 12 – 15 Motorräder. Zusammen mit dem Helikopter in der Luft ein sehr imposantes Bild. Das war aber auch so eine Traube, dass Frodeno selber darin fast untergegangen ist und dieser Schwarm hat ihm wahrscheinlich mehr Windschatten während des Rennens gegeben als es Lange in seiner Gruppe mit seinen 5 Mitstreitern hatte.

    Ich denke, dass es die richtige Entscheidung ist, dass man den Medienrummel im aktiven Rennen einbremst. Der hat seine Berechtigung vor und nach dem Rennen. Interessant finde ich persönlich auch viel mehr die Interviews vor und nach dem Rennen und wie diese im Einklang stehen.

    Wenn ich darüber hinaus lese, dass M. Raelert ein Kamerateam während des Rennens begrüßt, dann ist da für mich auch die Grenze der Distanz in einem Rennen nicht mehr gegeben. Ich hatte es an anderer Stelle in einem Podcast mal gehört, kann es mir aber auch so sehr gut vorstellen, dass während des Rennens noch andere Nettigkeiten ausgetauscht werden. Z.B. wie groß der Abstand nach vorne/hinten/zu einer bestimmten Person ist. Ob die Person gut/schlecht aussieht…
    Wenn man überlegt, dass Sportler dafür bestraft werden, wenn ihr Trainer ein paar Schritte am Wegesrand mitläuft, dann sollte da seitens der Medienfahrzeuge auch kein Austausch stattfinden und das kann man nur unterbinden, wenn man die Fahrzeuge von der Strecke nimmt.

  16. Herr Wechsel jetzt als Fachmann mit ungefiltertem Blick und Vertreter der externen Medienschaffenden.

    Nachdem Sie sich am Anfang der Pandemie in den Dienst der Medizin stellen wollten (als „studierter“ Mediziner – siehe/höre Podcast Trimag)!

    Was Profis, Herrn Walchshöfer u. a. dazu bewegt so zu denken und zu handeln:
    nicht ganz so wichtig!

    Dass Sie mit einem Lächeln quittieren (Zauberhand…), wenn sich Pulks auflösen – Ihre Art von Humor! „Dauerlutscher“ klingt eher selbstgefällig und sehr abfällig! Anrecht der Gesellschaft: großspurig!

    Meiner Meinung nach haben Sie sich an Fehleinschätzungen gewöhnt!

  17. ..naja, schon krass, wie deutlich auf einmal auch ein Herr Wechsel formulieren kann, wenn es ans eigene
    Business geht. So deutliche Worte, wünsche ich mir ggü. Ironman/Challenge, wenn es um Startgelder, Rückerstattung bei Absagen, oder der zur „Zerstörung“ der IM WM auf Kona geht… hier wurde dann doch meist freundlicher ggü. Veranstaltern formuliert. Jetzt den „unabhängigen Journalismus“ vorzuschieben, halt ich für unangemessen. Zorry, Publisher!

    • Ja, das stimmt! Vor allem beim IM70. 3 Dresden 2022 hätte man deutlicher und schärfer berichten müssen. Aber vermutlich war die Angst zu groß ein Presse-Motorrad auf der Strecke bzw. die Akkreditierung für dieses Rennen zu verlieren. In meinen Augen war die Berichterstattung bisher eher Pro Veranstalter anstatt Pro Athleten. Aber vielleicht ändert sich das jetzt – hoffen wir es mal.

  18. Frank Wechsel hält ein Plädoyer für den unabhängigen Journalismus und fühlt sich ungerechtfertigt ausgeschlossen. Wo war denn diese Haltung in den letzten Jahren der Corona-Krise.
    Ganz im Gegenteil, die ausgeschlossenen, diffamierten Andersdenkenden Wissenschaftler (darunter Nobelpreisträger) wurden von ihm als „Psydoexperten“ bezeichnet, 2 G wurde befürwortet, man hatte selbst 2 G Veranstaltungen organisiert, am IRONMAN Hamburg 2021 ohne Probleme teilgenommen, obwohl nur 1G erlaubt war.
    Also mit dem Ausschluss von Menschen bist du doch bestens vertraut, der ist mit deinem Gedankengut immer so lange gut, wie man auf der richtigen Seite ist.

    Jetzt trifft es dich mal und du schreist nach dem unabhängigen kritischen Journalismus, wie unglaubwürdig ist das denn, nach deinem Verhalten der letzten 3 Jahren in der Corona Krise.

  19. Weniger Motorräder sind absolut notwendig. Insgesamt geht die challange roth einen neuen und guten Weg hin zu mehr Fairness. Und statt unzähliger Foto- und Filmteams gibt’s mehr Kampfrichter. Der Weg ist mutig, aber absolut notwendig.

    Für die freischaffenden Medienunternehmen ist es eine Herausforderung, aber eine lösbare.

  20. Ich halte es für sehr sinnvoll Motorräder von der Radstrecke zu nehmen. Windschatten für die Profis, Gefährdung der Radfahrer sind für mich Begründung genug. Die Argumentation, dass ein kritischer Journalismus aufrecht erhalten werden soll, greift zu kurz. Wie kann ein eine Internetplattform, die von Werbepartnern abhängig ist, als neutral bezeichnet werden.
    Neutralität und „investigativer“ Journalismus ist nicht was ich von trimag, pushing-limits etc. erwarte. Einen Überblick und eine Meinung bilde ich mir aus einer Vielzahl von Informationen.
    Und letztlich ist nur Triathlon …

  21. Habt Ihr euch nie gefragt, warum eine Technik wie der „Race-Ranger“ entwickelt wird? Es ist das Verhalten derjenigen, Profi-und Agegrouper-Athleten, die sich bewusst nicht an die Wettkampfregeln (Windschattenverbot, Blocking) halten. Wie auch diejenigen, die es billigend in Kauf nehmen, im Windschatten des Überholenden zu driften. Ist das nicht traurig? Warum haben wir uns denn nicht an die bekannten Regeln gehalten?? Schade, dass darüber hier so offensichtlich keiner nachdenkt.

    Als Veranstalter würde ich auch versuchen, die Unsportlichkeiten soweit wie möglich zu verhindern, zumindest zu vermindern. In diesem Sinne finde ich es gut, dass Felix W. mit der Challenge Roth einen (großen) Schritt wagt. Der Draft durch Motorräder oder Autos ist keine neue Erkenntnis. Aber da nun selbst der „dicke Dampfer UCI“ auf die vorliegenden Zahlen von entsprechenden Aero-Tests reagiert… ist dieser Schritt nur konsequent, die Zahl der Kraftfahrzeuge neben/vor/ hinter allen Athleten zu reduzieren. Wir werden sehen, welche Veränderungen es erbringt, es wird jedoch mehr solcher Rennen mit reduzierter Zahl an KFZ benötigen um ein „belastbares Bild“ zu erhalten.

    Frank Wechsel hat aus der Sicht des Reporters seinen Kommentar dazu verfasst und veröffentlicht. Das ist auch gut so. Mir fehlt die Sachkenntnis, ob eine Limitierung der Medien-Fahrzeige zu einer „limitierten Qualität der Berichterstattung“ führt. Vielleicht wird es weniger spektakuläre Bilder/ Videosequenzen geben, vielleicht aber auch nicht. Wir werden es erleben.

    Eine Sache liegt mir noch am Herzen, weswegen ich es direkt formuliere: Wir leben zum Glück in Frieden und in einer Demokratie. Und nur deshalb können wir uns diesem wunderschönen Hobby Triathlon widmen. Das sollten wir niemals vergessen.

  22. Es ist absolut richtig, dass die Thematik „Motorräder“ angegangen wird. Die Umsetzung mit dem Ausschluss der externen Medien ist aus meiner Sicht aber äußerst mangelhaft bzw. sie wäre erst nachvollziehbar, wenn klare Verhaltsregeln für die Medienmotorräder keine Änderung brächten. Zudem hätte ich erwartet, dass Felix Walchshöfer einen solchen Schritt mit der Ankündigung verbindet, selbst natürlich auch auf keinem Motorrad rumzufahren.
    Die großartigen Bilder aus Roth oder von den IM-Rennen stammen doch gerade von den freischaffenden Fotographen, die sich flexibel ihre Spots aussuchen und nicht zu irgendwelchen Sammelplätzen gekarrt wurden. Ein Michael Rauschendorfer wäre entsetzt…

    … und man kann trimag meines Erachtens nicht vorwerfen, irgendwelche weichgespülte Berichterstattung abzuliefern. Man muss ja nicht immer deren Meinung sein, aber im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen habe ich zumindest immer das Gefühl, dass nicht nur irgendwo abgeschrieben, sondern Wert auf eigene Recherche gelegt wird. Das zeigt auch dieser Kommentar von Frank.

  23. „Sagen was ist“ bedeutet für mich: Das Triathlon-Rennen ist zu allererst für die Athleten gedacht. Sie sollen die perfekten und fairen Bedingungen vorfinden. Die Berichterstattung und Vermarktung des Rennen ist nachrangig. Sorry, Herr Wechsel das ist mir zu selbstmitleidig und bitte stellen Sie Ihre Bedürfnisse als Journalist nicht über die Bedürfnisse der Athleten.

  24. … das ist die planke Selbstinszinierung.

    Evtl kann man in Zukunft im Ziel rufen…

    „Du bist wie Frank Wechsel“ anstatt “ You are an IRONMAN“

    Man sollte dem Publisher eins zwei eigene Goldwing Motorräder mit Kameras und Tonaufnahme geben. Damit er dann im Podcast nur über sich selber sprechen kann.
    Der Altruistist der „Farbe bekennt“ nicht für sich, nein, für seinen Verlag „spomedis“ und seine Zeitschrift.

  25. Zielführender, als ein öffentlicher Brandbrief unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit eines Journalisten wäre meines Erachtens der direkte Diskurs mit Felix Walchshöfer – günstigstenfalls sogar mit Interview-Charakter vor der Kamera, so dass ungefiltert beide Seiten, vielleicht sogar noch eine dritte (Athleten-Seite..) ihren Standpunkt darlegen können. Die hier gewählte Variante liest sich anhand der Kommentare eher wie ein Schuss ins Ofenrohr. Das dürfte Frank Wechsel bei aller Emotionalität hinsichtlich der Einschränkungen die „sein“ Unternehmen betreffen, auch selbst klar geworden sein. Aber so ist das nunmal im digitalen Zeitalter…einmal auf „Senden“ gedrückt, ist der mediale Sturm häufig nicht mehr aufzuhalten. By the way…es liegt immer noch in der Hand des Veranstalters, die für das Rennen gültigen Regeln festzulegen, etwas was jahrelang Bestand hatte, muss nicht zwangsläufig dauerhaft so bleiben, insbesondere wenn sich Situationen zum Nachteil entwickeln.

  26. das ist nur die konsequente Entwicklung durch „Medienschaffende“, die sich über die Sozialen Medien durch Likes und Klicks definiert haben und Bilder an Sponsoren und Sportler verschenkt haben.
    Ich war 2021 das letzte mal im Ziel eines Ironmans und es war ein derart unerträgliches durcheinander an unkompetenten Meschen, vom Renndiroktor bis zum Fernsehteam, das man an solcher Stelle lieber nicht mehr arbeiten möchte.

  27. „Ab 2023 werden keine externen Medienschaffenden auf Motorrädern auf der Radstrecke zugelassen“ An diesen Kommentar musste ich gestern nach den tragischen Nachrichten aus Hamburg denken.
    „Sagen was ist“ heißt eben nun endgültig zu erkennen, dass nicht zu wenig sondern zu viele Medienschaffende auf den Rennstrecken unterwegs sind. Egal auf welchem Kurs und bei welcher Rennserie. Ist fair vor allem sicherer für alle.

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