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Rookie-Fragen
20 Dinge, die du vor deinem ersten Triathlon wissen solltest

Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für diejenigen, die vor ihrem ersten Triathlon stehen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den ersten Dreikampf, die du vielleicht nicht jedem deiner Freunde oder bereits triathlonerfahrenen Kollegen stellen würdest.

1.Was trage ich unter dem Neoprenanzug und gibt es Umkleiden, in denen man sich aus dem Neo wieder befreien kann? 

Unter dem Neoprenanzug solltest du bereits die Kleidung für die folgenden Disziplinen tragen. Das ist entweder der Wettkampfeinteiler oder, wenn der noch nicht zur Ausstattung gehört, auch eine Kombination aus T-Shirt und Shorts. Solltest du dich für die zweite Variante entscheiden, achte darauf, dass deine Sportkleidung sowohl auf dem Rad als auch beim Laufen nicht flattert, unangenehm drückt oder scheuert. Den Neo­prenanzug kannst du bereits nach dem Verlassen des Wassers bis zur Hüfte abstreifen. Der Rest der Gummipelle wird dann in der Wechselzone ausgezogen. Eine klassische Umkleide mit Kabinen wie im Freibad wirst du bei ­einem Triathlonwettkampf aber nicht vorfinden. 

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2. Steige ich nach dem Schwimmen wirklich nass aufs Fahrrad?

Das tust du, aber du wirst während des Rennens wohl auch keinen Gedanken ans Haareföhnen oder Abtrocknen mit dem Handtuch verschwenden. Auch in der Wechselzone zählt jede Sekunde. Außerdem sorgen die Beschaffenheit der modernen Sportbekleidung sowie der Fahrtwind auf dem Rad dafür, dass du schnell wieder getrocknet bist. 

3. Wie sinnvoll ist es, in den Rad- und Laufschuhen Socken zu tragen? 

Besonders nach dem Wechsel vom Wasser aufs Rad kannst du Zeit sparen, wenn du ohne Socken in die Radschuhe steigst. Wichtig ist dabei, dass die Schuhe keine störenden Innennähte besitzen und ein weiches Innenfutter haben. Das gilt auch später für den Laufschuh. Einige Athleten sorgen außerdem mit Baby- oder Fußpuder vor, das Feuchtigkeit aufsaugen soll und somit ein Scheuern oder Blasen an den Füßen verhindern kann. Wenn du im Training aber bereits merkst, dass ein Radfahren oder Laufen ohne Socken unangenehm ist, nimm dir die paar Sekunden Zeit und ziehe Socken an. 

Frank Wechsel / spomedis

4. Beim Lauftraining höre ich immer „Eye Of The Tiger“, das ist mein absoluter Motivationssong. Gibt es weitere Klassiker, die ich während des Wettkampfs hören kann? 

Die gibt es, aber die darfst du zumindest während des Wettkampfs nicht hören. Durch die Sportordnung der Deutschen Triathlon ­Union ist es verboten, während des Rennens Musik zu hören. Mit Kopfhörern in den Ohren würdest du deine Premiere jedoch auch nicht in vollen Zügen wahrnehmen und genießen können. Freu dich auf die zahlreichen Zuschauer, deine Freunde und Verwandten, die am Streckenrand stehen und dir zujubeln und dich anfeuern werden. Das sollte genug Motivation sein, um den ersten Triathlon zu überstehen.

5. Muss ich über die gesamte Schwimmstrecke Kraul schwimmen? 

Nein, das ist keine Vorschrift oder Regel im Triathlon. Die meisten Athleten schwimmen jedoch im Kraulstil, da sie so wertvolle Kraft in den Beinen sparen, die dann noch in der zweiten und dritten Disziplin übrig ist. Falls du jedoch nicht der beste Kraulschwimmer bist und diesen Stil nicht über die gesamte Strecke im Wasser durchhalten kannst, darfst du selbstverständlich auch Brust schwimmen. Das kannst du auch bereits ab den ersten Metern im Wasser, falls es dir lieber ist. Einige ­Athleten sind sogar mit dem Brustschwimmen schneller unterwegs als andere im Kraulstil. 

6. Wo sollte ich mich als Anfänger beim Start positionieren?

Das kommt ein bisschen darauf an, wie du deine eigene sportliche Leistungsfähigkeit und vor allem deine Sicherheit beim Schwimmen einschätzt. Wenn du das Kraulschwimmen seit vielen Jahren beherrschst und auch im Freiwasser einige Erfahrungen gemacht hast, kannst du dich ruhig etwas weiter nach vorn ins Starterfeld wagen. Wenn dir das Schwimmen immer noch große Sorgen bereitet und du dir nicht sicher bist, wie du die erste Disziplin überstehen sollst, dann ist ein Startplatz in den hinteren Reihen wohl eher die bessere Wahl. Beim Radfahren und Laufen kannst du im Zweifel immer noch jede Menge Zeit wieder gutmachen. 

7. Muss ich beim Schwimmen immer einen Neoprenanzug tragen?

Nein, theoretisch musst du nie einen Neoprenanzug tragen und könnest immer nur in Speedo ins Wasser. Aber gerade für Anfänger hat der Neo Vorteile. Er schützt dich nicht nur vor dem bei vielen Wettkämpfen kälteren Wasser, sondern gibt dir durch seine Eigenschaften mehr Auftrieb, sodass dir das Schwimmen ein wenig leichter fallen wird. Doch Achtung: Wenn es im Sommer richtig warm ist, gibt es ab einer bestimmten Wassertemperatur bei den Wettkämpfen auch ein Neoprenverbot. Vor dem Wettkampf solltest du dich informieren, wo diese Grenze liegt. Bei kürzeren Distanzen im Wasser, unter 1.500 Meter, darf laut des Regelwerks der Deutschen Triathlon Union bis zu einer Wassertemperatur von 21,9 Grad mit Neoprenanzug geschwommen werden.

8. Was passiert, wenn ich während des Wettkampfs einen knurrenden Magen bekomme? 

Für diesen nicht ganz unwahrscheinlichen Fall gibt es bei den meisten Triathlonwettkämpfen am Streckenrand Verpflegungsstationen. Dort gibt es Wasser, Cola oder spezielle Sportgetränke sowie auch Energieriegel und -gels oder eine Banane. Je länger das gewählte Rennen ist, desto mehr Verpflegungsstationen wird es auch geben. Wenn du komplett auf Nummer sicher gehen willst, kannst du dir auch noch eine Flasche ans Rennrad hängen oder den einen oder anderen Energie­­gel in den Wettkampfeinteiler stecken, bevor du die Wechselzone wieder verlässt.

Orthomol Sport Prepare
Daniel Eilers / spomedis

9. Ich würde meinen ersten Triathlon gern mit der Actioncam festhalten. Das Video kann ich dann später meinen Enkelkindern zeigen. Wie befestige ich die Kamera am besten in den drei unterschiedlichen  Disziplinen? 

Kameras jeglicher Art sind während des Wettkampfs grundsätzlich nicht zugelassen. Nur in Ausnahmefällen und mit der Genehmigung durch den Einsatzleiter darfst du die Action­cam beispielsweise auf dem Rad oder dem Helm befestigen. Am ­einfachsten ist es, Freunde und ­Verwandte mit Fotoapparaten, ­Smartphones und Kameras am Strecken­rand zu beauftragen, Fotos und Videos von dir zu machen. So kannst du dich auch voll und ganz auf den Wettkampf konzentrieren und das Rennen genießen. Bei vielen Veranstaltungen gibt es außerdem die Möglichkeit, über einen Fotoservice Aufnahmen vom Ziel­einlauf oder aus dem Wettkampf für ein paar Euro zu erwerben. Diese eignen sich ebenfalls sehr gut für das Familienalbum. 

10. Was mache ich, wenn während des Rennens die Blase drückt? 

Dann solltest du dein Geschäft nicht am nächsten Baum oder Busch erledigen, sondern warten, bis am Streckenrand eine Toilettenkabine kommt. Bei kleineren Veranstaltungen kann es jedoch auch sein, dass du bis zum Ziel durchhalten musst. 

11. In einigen Artikeln und ­Beiträgen ist immer wieder die Sprache von sogenannten „Lutschern“. Was hat es damit auf sich?

Mit Lollis oder Süßigkeiten hat dieser Begriff nichts zu tun. Mit dieser abwertenden Bezeichnung werden in der Triathlonszene Athleten betitelt, die auf dem Rad im Windschatten fahren. Das ist jedoch in der Regel verboten. Du solltest während des Rennens darauf achten, immer genügend Abstand zu deinem Vordermann zu lassen. Die Sportordnung der Deutschen Triathlon Union schreibt einen Abstand von zwölf Metern vor, gemessen von deinem Vorderrad bis zum Vorderrad des vor dir fahrenden Athleten. Wenn du zum Überholvorgang ansetzt, darfst du dich nicht länger als 25 Sekunden in der sogenannten Windschattenbox aufhalten, anson­sten droht eine Zeitstrafe. Diese beträgt bei einer Sprintdistanz eine Minute, bei einer Langdistanz sind es bereits fünf Minuten. 

Die Räder der Roth-Starter
Nils Flieshardt / spomedis

12. Brauche ich unbedingt ein Rennrad für meinen ersten Triathlon? 

Nein, das ist selbstverständlich keine Grundvoraussetzung für einen Start. Bei einem Volkstriathlon sind immer wieder Stadträder, Mountainbikes oder ab und zu auch das eine oder andere Leihrad von der Deutschen Bahn zu beobachten. Einzige Voraussetzung für dein Rad ist, dass der Antrieb nur mit Muskelkraft geschieht. E-Bikes oder Pedelecs sind also tabu. Was auf jeden Fall dazugehört, ist ein Helm. Den musst du tragen, egal für welche Fahrradvariante du dich auch entscheiden. 

13. Ein Blick in die Informationen des Veranstalters verrät, dass ich eine Startnummer und Transponder tragen muss. Wo befestige ich diese, damit sie mich am geringsten während des Rennes stören?

Der Transponder wird mithilfe eines Klettbands aus Neopren am Bein oberhalb des linken Knöchels befestigt (da rechts der Fahrradantrieb sitzt). Dort sollte er auch bleiben bis du im Ziel angekommen bist. Die Startnummer bringst du an einem speziellen Gummi­band an, das in der Wechselzone um den Bauch geschnallt wird. Auf dem Rad gehört die Startnummer dann auf den Rücken. Beim Laufen muss die Nummer vorn platziert werden. 

14. Wie intensiv sollte ich mich auf meinen ersten Triathlon vorbereiten? 

Je mehr und intensiver, desto besser. Aber übertreiben musst du es natürlich auch nicht. Bei der Premiere soll es schließlich hauptsächlich darum gehen, in die neue Sportart hineinzuschnuppern.

15. In einigen Trainingsplänen ist von Koppeltraining die Rede. Was genau ist das? 

Koppeltraining bezeichnet die Kombination von zwei Sportarten im Training. In deiner Vorbereitung solltest du auf jeden Fall Einheiten integrieren, bei denen du das Schwimmen und Radfahren sowie das Radtraining und Laufen direkt nacheinander absolvierst. So bekommst du ein Gefühl, was der Wechsel zwischen den einzelnen Disziplinen und ihren sehr unterschiedlichen Belastungen mit deinem Körper macht. Eine beliebte Einheit ist die Kombination einer Radausfahrt mit einem darauf folgenden Lauf. Dort wirst du erste Erfahrungen machen, wie es ist,  „auf rohen Eiern zu laufen“. So beschreiben viele Athleten das Gefühl kurz nach dem Wechsel vom Rad- auf die Laufstrecke. Zudem kannst du bei Koppeleinheiten auch schon einmal die Wechsel, die heimliche vierte Disziplin im Triathlon, üben. Wer die Abläufe in den Wechselzonen schon einige Male vorher erprobt hat, kann beim ersten Triathlon wertvolle Sekunden und vor allem auch Nerven sparen. 

Frank Wechsel / spomedis

16. Was sollte ich unmittelbar vor dem Wettkampf beachten? 

Informiere dich bereits einige Tage vor dem Start über den zeit­lichen Ablauf des Rennens. Wann darfst du deine Sachen in die Wechselzone bringen, wann sollen diese nach dem Wettkampf wieder abgeholt werden und wo liegen auf den Strecken mögliche Gefahrenpunkte? Wenn du diese Fragen bereits frühzeitig geklärt hast, kannst du auch in der Nacht vor dem Rennen beruhigt und entspannt einschlafen. 

17. Was muss ich alles für ­einen Triathlon ­einpacken? Ich habe Angst, dass ich die Hälfte vergesse. 

Planung ist das halbe Leben oder in diesem Fall der halbe Wettkampf. Um am Renntag nicht unnötig viel Stress zu haben – du wirst ohnehin aufgeregt genug sein vor deinem ­Debüt – ist es sinnvoll, bereits einige Tage vor dem Rennen eine Packliste anzulegen. Erledige die letzten Besorgungen rechtzeitig und leg dir die Beutel oder Taschen für die Wechsel­zone und alle weiteren Dinge, die du für den Wettkampf benötigst, frühzeitig zusammen. Wie eine ­Liste aussehen kann und was Sie auf keinen Fall vergessen sollten: Wir haben eine Übersicht auf Seite 150 für Sie. 

18. Welche typischen Anfängerfehler sollte ich während des Wettkampfs noch möglichst vermeiden? 

Einer der größten Fehler, den du bei deiner Premiere machen kannst, ist deinen ersten Dreikampf zu schnell anzugehen. Geh das Ganze lieber etwas defensiv an und gib am Ende noch einmal richtig Gas, wenn dann noch Kraftreserven vorhanden sind. Dann bist du derjenige, der vor dem Ziel noch einige Kontrahenten überholen kann und nicht andersherum.

19. Wie lange dauert es, bis ich meinen ersten Triathlon überstanden habe?

Das kommt in erster Linie darauf an, für welche Distanz du dich bei deiner Premiere entschieden hast. Wir empfehlen allen Einsteigern, die einmal Triathlonluft schnuppern möchten, ein Rennen über die Sprintdistanz, die bei einigen Wettkämpfen auch als Volks- oder Jedermann-Distanz deklariert wird. Beim Sprint musst du zuerst 500 Meter Schwimmen, anschließend 20 Kilometer Radfahren und zum Abschluss noch fünf Kilometer Laufen. Diese Kombination ist eigentlich für jeden aktiven Sportler machbar. Wie lang es dann letztendlich dauert, bis du das Ziel erreicht hast, hängt natürlich von deiner Form und Vorbereitung ab. 

20. Was sollte ich beachten, wenn ich das Ziel erreicht habe und der Wettkampf vorbei ist? 

Dann heißt es zuallererst einmal: Lass dich feiern! Von deinen Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen, mit denen du vielleicht eine Wette abgeschlossen hast und gemeinsam an die Startlinie gegangen bist. Für alle Finisher gibt es eine Medaille als Erinnerung an den ersten Dreikampf. Für viele Triathleten gibt es nach dem Wettkampf außerdem standesgemäß ein Bier zur Belohnung – alkoholfrei versteht sich. Auch wenn es während des Wettkampfs vielleicht nicht immer wirklich vorstellbar ist: Nicht wenige Triathlon-Debütanten denken bereits im Ziel ihres ersten Rennens darüber nach, wo sie denn als nächstes an den Start gehen können.

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1 Kommentar
  1. Stefan

    “Muss ich beim Schwimmen immer einen Neoprenanzug tragen?
    Nein, theoretisch musst du nie einen Neoprenanzug tragen und könnest immer nur in Speedo ins Wasser.”

    Das ist als Pauschalaussage so nicht korrekt. Wenn als Wassertemperatur 16 Grad unterschritten wird und trotzdem stattfindet bzw. stattfinden darf, sieht das DTU-Regelwerk eine Neo-PFLICHT vor. Also hätte es statt dem falschen “Nein” besser “Kommt auf die Wassertemperatur an” lauten müssen.

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