Montag, 22. April 2024

Jan Frodeno gewinnt Ironman-70.3-WM

Die „Big Five“ (Elefanten, Wasserbüffel, Löwen, Leoparden, Nashörner) sind das Ziel vieler Südafrika-Touristen, doch was die „Big Three“ der Ironman-70.3-WM in Nelson Mandela Bay zeigten, war nicht weniger spektakulär. Nachdem sich weder Jan Frodeno, noch Alistair Brownlee oder Javier Gomez beim Schwimmen oder auf dem Rad absetzen konnten, musste die Entscheidung beim abschließenden Halbmarathon fallen. Frodeno hatte dabei die besten Beine und rang seine ehemaligen Kurzdistanz-Rivalen in beeindruckender Manier nieder. Titelverteidiger Gomez musste auf den letzten Kilometern auch noch Alistair Brownlee vorbeiziehen lassen. Für den zweimaligen Hawaii-Sieger Frodeno, der für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen 3:36:31 Stunden benötigte, ist es der zweite WM-Triumph über die 70.3-Distanz ach seinem Sieg 2015 in Zell am See.

Kanute beim Schwimmen vorn

Schon beim Schwimmen im Indischen Ozean schenkten sich die Favoriten nichts. Bei wolkenverhangenem Himmel und leichtem Regen bildeten sich nach dem Startschuss am Kings Beach kurzzeitig zwei Züge mit Frodeno und Gomez auf der linken und Brownlee und Sam Appleton (Australien) auf der rechten Seite. An der ersten Wendeboje schwammen aber alle wieder zusammen. Nach 21:53 Minuten führte der US-Amerikaner Ben Kanute die achtköpfige Spitzengruppe vor Frodeno und Gomez aus dem Wasser und in die erste Wechselzone.

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Auch nach dem Wechsel aufs Rad blieben die Topleute dicht beieinander. Zunächst machte Frodeno das Tempo, doch der Olympiasieger von 2008 wollte oder konnte sich nicht absetzen. So übernahm Alistair Brownlee nach 30 Kilometern die Initiative. Mit Kanute, dem Zweitplatzierten der 70.3-WM 2017, im Schlepptau fuhr der Brite auf den folgenden Kilometern bis zu 20 Sekunden heraus. Richtig absetzen konnten sich die beiden allerdings nicht. Bis zur zur Halbzeit des Radparts hatten Frodeno, Gomez, Appleton und der Belgier Pieter Heemeryck die Lücke wieder geschlossen. Die Spitzengruppe hatte sich durch diese Spielchen allerdings aufs sechs Athleten reduziert. Ryan Fisher, Braden Currie und Adam Bowden, nach dem Schwimmen noch vorn dabei, fielen zurück.

Schrecksekunde für Frodeno

Angeführt von Frodeno erreichten die ersten Sechs 2:04 Stunden nach dem ersten Wechsel gemeinsam die zweite Wechselzone. Dann der Schock! Bereits runter vom Bike rutschte der Deutsche auf feuchter Straße aus und landete auf dem Hosenboden. Doch der Sturz verlief glimpflich, und war für Frodeno vielleicht der Weckruf für seinen unglaublichen Halbmarathon. Denn der 37-Jährige wechselte trotz des Missgeschicks als Erster in die Laufschuhe und drückte sofort aufs Tempo.

Kanute, Appleton und Heemeryck mussten dem enormen Speed Frodenos als erste Tribut zollen und fielen zurück. Somit war klar, dass die Entscheidung an der Küstenstraße von Port Elizabeth zwischen den „Big Three“, Frodeno, Gomez und Brownlee, fallen wird. Im Dreikampf der Olympiamedaillengewinner machte Frodeno den stärksten Eindruck. Von vorn laufend hängte er zunächst Brownlee und nach 13 Kilometern auch Gomez ab und beendete den Halbmarathon in beeindruckenden 1:06:34 Minuten. Das Ziel erreichte er damit mit einer Minute Vorsprung. Brownlee fing wenige Kilometer vor dem Ziel noch Gomez ab und sicherte sich die Silbermedaille. Der Spanier kam von Seitenstechen geplagt als Dritter ins Ziel. Die beiden anderen deutschen Profis, Marcus Herbst und Markus Rolli, belegten 17 Minuten nach dem Sieger die Plätze zwölf und 13.

Ironman-70.3-WM | Männer

NAMENATIONGESAMT1,9 KM SWIM90 KM BIKE21,1 KM RUN
1Jan FrodenoGER3:36:3121:542:04:291:06:34
2Alistair BrownleeGBR3:37:4221:582:04:301:07:40
3Javier GomezESP3:38:2721:572:04:371:08:16
4Ben KanuteUSA3:42:4421:532:04:371:12:38
5Pieter HeemeryckBEL3:43:0621:592:04:161:13:00
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Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.

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