Montag, 15. Juli 2024

Frodeno zum Ersten

Olympiasieger in Peking 2008. Nach einer großen Kurzdistanz-Karriere, in der ihm nur der Weltmeistertitel verwehrt geblieben ist, zog es Jan Frodeno wie so viele vor ihm auf die Langdistanz. „Er wollte der beste Triathlet der Welt werden“, berichtet Daniel Unger über eine Radfahrt mit Frodeno im Jugendalter. Die Betonung lag auf „wollte“. Denn wenn Jan Frodeno etwas will, etwas anfasst, dann richtig.

Am 10. Oktober 2015 gelingt ihm der große Triumph: Nachdem es im Vorjahr bei der Premiere in Kona schon zu Rang drei gereicht hat, ist Frodeno im Jahr 2015 die ganze Zeit über in der Spitze des Rennens zu finden. Schwimmen in 50:50 Minuten: Check. Frodeno, Andy Potts (USA) und Dylan McNeice (NZE) kommen als Erste aus dem Wasser.

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Frodeno attakiert früh und spät

Rad in 4:27:27 Stunden: Zwar nicht die schnellste Zeit von allen, aber so richtig wegfahren will ihm auch niemand. Da die World Triathlon Corporation ihr Regelwerk an das der International Triathlon Union (ITU) angepasst hat, gilt auch auf dem Queen Kaahumanu Highway wieder der Mindestabstand von zehn Metern auf der Radstrecke. Frodeno untermauert sofort seinen Führungsanspruch, donnerte die Palani hinauf. Doch es bleibt beim Ausreißversuch. Denn es formiert sich hinter Frodeno eine angriffslustige Gruppe, in der sich unter anderem Andreas Raelert, Timothy O’Donnell und Sebastian Kienle wiederfinden.

Besonders Kienle hat es eilig und sammelt Frodeno nach wenigen Kilometern ein. Vor dem Wendepunkt in Hawi scheint dann O’Donnell  zu spüren, dass es heute für ihn etwas zu holen gibt – er attackiert, Frodeno und Kienle reagieren später, sammeln ihn ein. Dann setzt „Frodo“ sein zweites Ausrufezeichen und erarbeitet sich noch vor dem zweiten Wechsel eine kleine Führung auf dem Rad.

Die Führung hält

Und die hält, auch wenn O’Donnell noch einmal rankommt. Und auch Andreas Raelert hat Vorwärtsdrang, überläuft den Amerikaner auf dem Rückweg nach Kailua-Kona, kann aber Frodeno nicht erreichen. Der Sieg geht an Frodeno, Platz zwei an den überglücklichen Rostocker. Titelverteidiger Sebastian Kienle wird beim Marathon von Platz vier auf Platz acht durchgereicht. Die Szene, wo sich Raelert und Kienle eine Wasserflasche teilen, wird legendär.

Ironman Hawaii 2015 - Laufen - 29
Frank Wechsel / spomedis Andreas Raelert (rechts) läuft im Marathon auf Rang 2 vor, Sebastian Kienle (links) fällt auf Platz 8 zurück.

Ironman Hawaii 2015 | Männer

10. Oktober 2015 | Kailua-Kona, Hawaii (USA)
PlatzNameLandGesamt3,86 km Swim180,2 km Bike42,195 km Run
1Jan FrodenoGER8:14:400:50:504:27:272:52:21
2Andreas RaelertGER8:17:430:52:244:30:522:50:02
3Timothy O'DonnellUSA8:18:500:52:244:26:132:55:46
4Andy PottsUSA8:21:250:50:564:32:412:53:45
5Tyler ButterfieldBER8:23:090:52:334:29:352:56:19
6Cyril ViennotFRA8:25:050:52:354:34:272:53:05
7Eneko LlanosESP8:28:100:52:364:26:563:04:10
8Sebastian KienleGER8:29:430:52:364:25:533:06:08
9Brent McMahonCAN8:30:130:52:264:27:513:06:02
10Boris SteinGER8:31:430:57:274:30:482:58:48

Deutsche Frauen chancenlos bei klarem Ryf-Sieg

Bei den Frauen sorgt Jodie Swallow beim Schwimmen für die Pace, doch auf dem Rad kommen wieder die Attacken aus der Schweiz – erst durch Caroline Steffen, dann durch Daniela Ryf, die mit 7:20 Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke geht. Ein Rückstand, den die Australierin Mirinda Carfrae schon zugelaufen ist – doch die beendet das Rennen schon auf dem Rad mit Rückenschmerzen. Daniela Ryf zieht ihr eigenes Rennen durch, bis zur Finishline, die sie als einzige Frau in weniger als neun Stunden erreicht. Beste deutsche Profi-Frau ist Mareen Hufe auf Rang 21, schneller allerdings die Agegrouperin Katrin Esefeld aus München.

Ironman Hawaii 2015 - Radfahren - 11
Frank Wechsel / spomedis Schweizer Uhrwerk: Daniela Ryf macht auf dem Rad ihren ersten Kona-Sieg klar.

Ironman Hawaii 2015 | Frauen

10. Oktober 2015 | Kailua-Kona, Hawaii (USA)
PlatzLandGesamt3,86 km Swim180,2 km Bike42,195 km Run
1Daniela RyfSUI8:57:570:56:144:50:463:06:37
2Rachel JoyceGBR9:10:590:56:115:01:293:08:42
3Liz BlatchfordGBR9:14:520:56:135:07:253:06:25
4Michelle VesterbyDEN9:18:500:56:115:00:413:17:14
5Heather JacksonUSA9:21:451:04:365:04:433:07:53
6Susie CheethamGBR9:23:500:57:395:14:333:06:55
7Sarah PiampianoUSA9:24:321:10:015:02:283:06:33
8Camilla PedersenDEN9:25:410:56:144:59:173:25:23
9Caroline SteffenSUI9:27:540:56:165:10:533:15:27
10Lucy GossageGBR9:28:361:05:085:02:403:15:51

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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