Mittwoch, 28. Februar 2024
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Ironischer Blick auf das eigene Rennen beim Ironman Hamburg

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Am Sonntag steht der Ironman Hamburg an – und ins Starterfeld hat sich neben triathlon-Chefredakteur Nils Flieshardt auch Christian „Muckemann“ Friedrich gemischt. Für den Vollblutmusiker Grund genug, seine eigenen Erwartungen an das Rennen rund um die Alster und seine Erfahrungen musikalisch zu verpacken und auf ironische Art ein Thema anzugehen, in dem sich der eine oder andere Athlet wiederfindet. „Spaziergang a. d.“ heißt sein neuestes Werk auf dem Weg zu einem kompletten Triathlon-Album. Ein Musik-Video hat er in der Zeit der Vorbereitung auf das Event nicht realisieren können, das Lied kann allerdings bei YouTube Music abgerufen werden..

Irgendwie durchkommen ist das Ziel

„Die Quintessenz des Liedes lautet ungefähr so: Jemand möchte einen Ironman machen, lässt das Training schleifen, um kurz vor dem Wettkampf noch schnell das Nötigste zu trainieren, um am Ende einigermaßen gut durchzukommen“, fasst Christian Friedrich die Idee seines Werks zusammen. „Natürlich sollte man eine Langdistanz nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist machbar, aber man sollte sich doch richtig vorbereiten, sonst wird es am Ende vielleicht ein Spaziergang.“ Ein ganzes Ironman-Rennen allerdings ist alles andere als das. Das weiß auch „Muckemann“, der nach durchwachsener Vorbereitung hin- und hergerissen war, ob er ein DNS (did not start) in der Teilnehmerliste stehen haben, oder versuchen sollte, irgendwie durchzukommen.

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Preis für DNS war „Muckemann“ zu hoch

„Bei diesem Gedanken-Pingpong, das ich oft auf meinem Fahrradweg zur Arbeit gespielt habe, kam mir die Idee zum Lied. Ich habe mir gesagt: ‚Dann wird es eben ein Spaziergang an der Alster.‘ Der Preis für ein DNS war mir letztlich doch zu hoch – und so ein bisschen Form hatte ich auch. Nur die Laufbeine haben mir Sorgen bereitet“, erklärt Friedrich die Entstehungsgeschichte. „Mit 43 Tagen bis Tag X habe ich schließlich mein Training etwas fokussiert, hauptsächlich lang und locker, damit ich die elf Stunden, von denen ich ausgehe, überstehe. Schwimmen kann ich recht zügig, Radfahren geht auch. Kurz vor dem Wettkampf machen auch die Beine beim Laufen wieder mit.“

Text mit einer Portion Augenzwinkern

Der Song öffnet mit den Zeilen: „Anmelden ging schnell, okay, leichter Kurs, ins Ziel kommen: was zählt.“ Christian Friedrich: „Wer einen Ironman machen will, muss zuerst einmal 500 Euro in die Hand nehmen. Anmelden kann sich ja ohnehin jeder. Ich hatte noch einen Coronagutschein aus dem Jahr 2020, den ich von Frankfurt auf Hamburg transferiert habe. Die Bedingungen des Kurses sind eher einfach, das gilt aber für andere Rennen auch.“ Weiter heißt es: „Ich habe ja etliche Stunden Zeit – und die sind auch bezahlt. Doch habe ich etwas nicht bedacht bei meiner Wahl: Ohne Training wird’s fatal. Ohne Training klappt’s halt nicht. Und plötzlich ist der Wettkampf da – verflixt.“ Damit nimmt Friedrich sein Gedanken-Pingpong auf: Angemeldet war er schon, also hieß es letztlich: einfach durchkommen. „Der Text ist natürlich mit einer ordentlichen Portion Augenzwinkern geschrieben. Ein bisschen trainiert habe ich, aber wirklich zielgerichtet erst ab 43 Tagen vor dem Ironman Hamburg“, so „Muckemann“.

Friedrich erwartet Leidensgenossen auf der Strecke

Der Refrain nimmt schließlich den Titel auf. „Ein Spaziergang an der Alster, auch wenn’s mir da gefällt, mein Spaziergang an der Alster wird der teuerste der Welt.“ Damit macht Friedrich seine Performance und die Anmeldegebühr für den Wettkampf zum Thema. „Der Marathon wird sicherlich zu gegebener Zeit zum Spaziergang. Oft finden sich auf Langdistanzen Leidensgenossen, wobei die Gründe für den Spaziergang vielfältig sein können und nicht immer dem geringen Trainingspensum geschuldet sein müssen“, betont der Wahl-Däne.

Mann mit dem Hammer kommt aus heiterem Himmel

Dass der Ironman in der zweiten Hälfte des Marathons an die letzten Reserven geht, ist ein Erfahrungswert, den Friedrich ebenfalls einbaut, wenn er singt: „Die erste Hälfte Marathon war ja noch okay, doch dann geht’s los mit dem Gejammer. Déjà-vu.. Wie aus heiterem Himmel trifft mich mit voller Wucht der Mann mit dem Vorschlaghammer – viel zu früh.“

Rad mit „Muckemann“-Design

Seine eigene Wettkampfvorbereitung thematisiert er augenzwinkernd zusammen mit dem Hang vieler Triathleten, andere Prioritäten zu setzen, in den Textzeilen: „Ich trainierte in Intervallen entweder wenig oder fast nix“, und: „In mein Training habe ich investiert, in der Tat, das meiste steckt jedoch in meinem Rad.“ Friedrich gibt nämlich zu: „In Material investieren ist einfacher als in Zeit fürs Training. Ich habe meine Kurbel auf Singlespeed geändert. Und eine frische Kette plus ‚Muckemann‘-Design gibt es auch noch.“ Also Ausschau halten, wenn ihr beim Ironman Hamburg an oder auf der Strecke seid.

Friedrich weiß: Equipment wird es nicht rausreißen

Den alten Leitspruch „Viel hilft viel“ korrigiert „Muckemann“ angesichts seiner Vorbereitung ins Gegenteil, wenn er singt: „Weniger ist mehr, mein Motto schon das ganze Jahr.“ Sich selbst nimmt der passionierte Musiker aufs Korn, wenn er sein Equipment näher betrachtet: „Habe extra neue Laufschuhe, die sind gut und schnell, aber die sind am Wettkampftag scheinbar kaputt.“ Friedrich gibt sich realistisch und erklärt den Hintergrund dieser Zeile: „Die neuen Laufschuhe, die ich für Hamburg gekauft habe, werden es am Ende auch nicht rausreißen.“ Also stellt sich „Muckemann“ auf einen „Spaziergang a. d.“ ein. „Das wird für mich jetzt die Alster sein, für andere Athleten kann das aber auch der Main-Donau-Kanal, der Main, der Wörthersee, oder wo auch immer“, erläutert Friedrich seinen abgekürzten Songtitel.

Die bisherigen Triathlon-Lieder von Christian „Muckemann“ Friedrich:

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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