Sonntag, 21. April 2024

Ironman Florida: Weltklasse-Starterfeld fordert Magnus Ditlev

Beim stark besetzten Ironman Florida treffen unter anderem Magnus Ditlev, Rudy von Berg und Arthur Horseau aufeinander. Im Frauenfeld zählen Skye Moench und Jocelyn McCauley zu den Siegesanwärterinnen.

Frank Wechsel / spomedis Ausnahmeradfahrer Magnus Ditlev gilt beim Ironman Florida am Samstag als Top-Favorit.

Der Blick auf das Starterfeld des Ironman Florida am 4. November dürfte bei vielen Triathlonfans für eine große Menge an Vorfreude sorgen. Im „Sunshine State“ kommt es am Samstag zu einem Aufeinandertreffen zwischen zahlreichen Weltklasse-Athleten. Wenn die Profimänner am frühen Morgen um 6:40 Uhr Ortszeit (12:40 Uhr deutscher Zeit) in Panama City Beach auf die Strecke geschickt werden und die Frauen nur fünf Minuten später folgen, geht es für beide Geschlechter neben dem Gesamtsieg auch um jeweils drei Slots für die Ironman-Weltmeisterschaften 2024. Die Strecke des Ironman Florida ist vordergründig für schnelle Zeiten beim Radfahren und Laufen bekannt. Bei der letzten Profi-Austragung des Rennens im Jahr 2021 absolvierten die Top 3 der Männer die große Radrunde über 180 Kilometer in 4:03 bis 4:05 Stunden. Sieger Gustav Iden lief den Marathon in 2:34:51 Stunden und auch Ben Hoffman stellte 2019 mit einer Laufzeit von 2:36:09 Stunden unter Beweis, dass die zwei Runden auf dem flachen Kurs für schnelle Zeiten gemacht sind.

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Anders verhält es sich beim Schwimmen: Die zwei Runden im Golf von Mexiko sind anfällig für eine raue See, merkliche Strömung und ordentlichen Wellengang. In Abhängigkeit der Bedingungen können die Schwimmzeiten bei den Profis deshalb mehr als zehn Minuten langsamer sein als das, was man von anderen Wettkämpfen in stillen Gewässern gewohnt ist. 2021 benötigte die Spitzengruppe der Männer aufgrund der äußeren Umstände in der ersten Disziplin satte 58 Minuten für die 3,8 Kilometer.

Ditlev trifft auf von Berg, Horseau, Barnaby und Chevrot

Im Männerfeld kommt Magnus Ditlev die Rolle des Top-Favoriten zu. Nach seinem dritten Platz bei der Ironman-WM in Nizza und dem dominanten Roth-Sieg im Sommer geht es für den Dänen darum, seine starke Saison möglicherweise mit einem weiteren Ironman-Sieg zu krönen. Einen WM-Slot braucht Ditlev nicht. Aufgrund seiner Top-3-Platzierung in Nizza ist für die endgültige Hawaii-Qualifikation lediglich eine Validierung mittels eines Ironman-Finishs nötig. Die schnelle Radstrecke könnte der Ausnahmeradfahrer dafür nutzen, um insbesondere gegen Ende der 180 Kilometer einen nennenswerten Vorsprung auf die direkte Konkurrenz herauszufahren. Zuvor wird es für den Dänen einmal mehr darum gehen, den Anschluss an die Spitzengruppe im Wasser zu schaffen oder einen Rückstand nach ganz vorn so gering wie möglich zu halten. Mit Blick aufs Starterfeld wird der 26-Jährige wohl alles daran setzen, es nicht auf eine Laufentscheidung mit außergewöhnlich starken Läufern wie Denis Chevrot, Arthur Horseau, Matt Hanson oder Gregory Barnaby ankommen zu lassen.

Diese Aufzählung umfasst bereits einen Großteil des weiteren Favoritenkreises. Wie stark das Aufgebot in Florida einzuschätzen ist, erkennt man unter anderem daran, dass vier Athleten aus den Top 10 der Ironman-WM in Nizza am Start sind. Dazu gehören neben Magnus Ditlev auch Rudy von Berg (USA), Arthur Horseau (FRA) und Gregory Barnaby (ITA). Von Berg profitiert von seiner Ausgeglichenheit in allen Disziplinen. Der US-Amerikaner wird voraussichtlich weit vorn vom Rad steigen und seine Laufleistung wird maßgeblich darüber entscheiden, ob es möglicherweise sogar für den Sieg reichen kann.

Frank Wechsel / spomedis Bei der Ironman-WM in Nizza landete von Berg hinter Magnus Ditlev auf Rang vier. In Panama City Beach bekommt der US-Amerikaner die Chance auf eine Revanche.

Horseau hingegen besitzt eine klare Schwimmschwäche. Der Sechstplatzierte aus Nizza punktet durch seine starken Rad- und herausragenden Lauffähigkeiten, mit denen er im Marathon noch aufs Podium vorlaufen könnte. Für Barnaby wird es darum gehen, auf dem Rad nicht zu viel Zeit auf die direkte Konkurrenz zu verlieren, damit auch er mit einer starken Laufleistung die Chancen auf das Podium oder sogar seinen ersten Ironman-Sieg wahren kann. Ebenfalls zu den Favoriten zählt Denis Chevrot (FRA). Der vierfache Ironman-Sieger zählt zu den besten Läufern im Sport, absolvierte den Langdistanz-Marathon bereits in 2:31 Stunden und ist in der Lage, am Ende noch viel Zeit aufzuholen. Seine Radleistung und der Rückstand in T2 werden wohl darüber bestimmen, wie weit der Franzose noch nach vorn kommen kann und ob eine außergewöhnliche Aufholjagd – wie beim Ironman Hamburg – sogar mit einem Sieg endet.

Zum erweiterten Favoritenkreis und damit zum Kampf um die drei WM-Slots gehören außerdem Matthew Marquardt, Matt Hanson (beide USA), Kristian Hogenhaug (DEN), Cameron Wurf (AUS) und Jesper Svensson (SWE). Während Marquardt wohl zusammen mit Andrew Horsfall-Turner im Wasser für hohes Tempo und einen möglichen Ausreißversuch sorgen wird, werden Kristian Hogenhaug und Cameron Wurf versuchen, ihre Radstärke so effizient wie möglich auszuspielen. Das Gleiche gilt auch für zwei der fünf deutschen Starter: Andreas Dreitz und Ruben Zepuntke sind ebenfalls in der Lage, beim Radfahren Akzente zu setzen und sich eine Ausgangsposition zu erarbeiten, in der es bei Marathon um einen der WM-Slots geht. Neben Dreitz und Zepuntke gehen für Deutschland auch Dominik Sowieja, Sven Wies und Dominik Rueß ins Rennen.

Nils Flieshardt / spomedis In Nizza überraschte Arthur Horseau viele mit seinem sechsten Platz. Gelingt dem Franzosen sein starkes Schwimmen, könnte es für ihn um seinen zweiten Ironman-Sieg gehen.

Duell zwischen Moench und McCauley, Lehrieder im Kampf um WM-Slots

Bei den Frauen sind die Rollen der Favoritinnen noch klarer verteilt. Im Kampf um den Sieg deutet vieles auf einen Zweikampf zwischen den beiden US-Amerikanerinnen Skye Moench und Jocelyn McCauley hin. Moench war bereits 2020 und 2021 beim Ironman Florida am Start und beendete das Rennen in beiden Jahren auf dem zweiten Platz. Trotz dieser erfolgreichen Ergebnisse wird es Moench im dritten Anlauf auf ihren ersten Sieg in Panama City Beach abgesehen haben. Dieses Jahr kann die 35-Jährige bereits auf zwei starke Langdistanzen zurückblicken: Den Ironman Frankfurt beendete sie auf Rang zwei und bei der Ironman-WM auf Hawaii vor drei Wochen kam auf Platz sieben mit einer herausragenden Gesamtzeit von 8:43 Stunden ins Ziel. Der beste Beweis dafür, dass Moench in bestechender Form ist, wenn die Erholung nach Plan verlief.

Ihre größte Konkurrenz kommt in Person von Jocelyn McCauley aus dem eigenen Land. Die 35-Jährige erreichte beim diesjährigen Ironman Texas den dritten Platz und beendete die WM in Kailua-Kona auf Rang zehn. Für beide geht es neben dem sich anbahnenden Duell um Gesamtsieg auch um die Qualifikation für die Ironman-WM 2024 in Nizza. Eine Reihe weiterer Athletinnen haben es ebenfalls auf die insgesamt drei verfügbaren Nizza-Slots abgesehen. Zu den erweiterten Favoritinnen zählen neben India Lee (GBR), Meredith Kessler (USA) und Alice Alberts (USA, bereits qualifiziert) auch Lauren Brandon (USA), die als Top-Schwimmerin das Rennen zunächst eine Weile anführen könnte. Aus deutscher Sicht geht es vor allem für Carolin Lehrieder um eine Top-Platzierung und die Möglichkeit auf einen der WM-Slots. Nach dem DNF beim Ironman Frankfurt im Sommer ist es für die 34-Jährige außerdem eine Gelegenheit, die Saison mit einer starken Leistung über die Langdistanz abzurunden. Als zweite deutsche Starterin im Profifeld ist Margrit Elfers gemeldet.

Silke Insel / spomedis Skye Moench belegte beim Ironman Florida bereits zweimal den zweiten Platz. Auf Samstag könnte sie erstmals auf dem obersten Treppchen landen.
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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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