Sonntag, 25. Februar 2024
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Ironman Südafrika: Laura Philipp siegt souverän, Leon Chevalier gewinnt bei den Männern

Laura Philipp gestaltet ihr eigenes Rennen von der Spitze und sichert sich in einem souveränen Rennen den Sieg beim Ironman Südafrika. Bei den Profimännern gewinnt Léon Chevalier sein zweites Ironman-Rennen der Karriere vor dem Lokalmatador Bradley Weiss. Nach einer nachträglichen Disqualifikation der Französin Justine Mathieux kann sich Laura Zimmermann über die Qualifikation zur Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona freuen.

Ironman South Africa Laura Philipp gestaltet das Rennen allein an der Spitze und gewinnt den Ironman Südafrika souverän.

Starker Wind und eine verkürzte Schwimmstrecke sind wohl mit das Erste, was Triathleten mit dem Ironman Südafrika in Verbindung bringen. Nicht umsonst trägt Port Elizabeth den Spitznamen „The Windy City“, weshalb auch immer mit Wetterkapriolen gerechnet werden muss. Eine Gewittervorhersage und starke Winde veranlassten den Veranstalter kurz vor dem geplanten Start, um 6:10 Uhr, diesen zu verschieben. Warum die Entscheidung des Verschiebens unmittelbar zur geplanten Startzeit erfolgen musste, obwohl die Wetterlage den gesamten Morgen Bestand hatte, fragten sich einige schon aufgewärmten Profis am Strand des Nelson Mandela Bay.

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Phillipp als Zweite aus dem Wasser

Mit einer halben Stunde Verspätung erfolgte der Startschuss, der die Profis auf eine verkürzte Schwimmstrecke schickte. Die Profifrauen machten sich fünf Minuten nach den Profimännern auf die circa 750 Meter verkürzte Schwimmstrecke. Im Gegensatz zur letzten Austragung präsentierte sich der Indische Ozean mit wesentlich weniger Wellenbildung und Brandung.

Fenella Langridge aus Großbritannien, Sechste der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii, hatte als Erstes wieder festen Boden unter den Füßen und erreichte die erste Wechselzone nach 10:59 Minuten. Laura Philipp folgte als Zweite mit 13 Sekunden Rückstand. Carolin Lehrieder kam als vierte mit 27 Sekunden Rückstand zum Wechsel. Als weitere Deutsche im Rennen wechselte Laura Zimmermann mit einem Rückstand von 1:11 Minuten als zehnte aufs Rad.

Laura Philipp allein vorn weg

Aufgrund der geringen Abstände nach dem kurzen Schwimmen bildete sich zum Beginn der 180 Kilometer langen Radstrecke eine Gruppe aus drei Athletinnen an der Spitze. Fenella Langridge, Laura Philipp und die Südafrikanerin Jade Roberts distanzierten die Verfolgerinnen auf den ersten 20 Kilometern um eine knappe Minute. Dass der zuweilen ruppige Asphalt beim Ironman Südafrika der Verpflegung zum Verhängnis werden kann, davon musste Fenella Langridge kenntnisnehmen, als sie innerhalb der ersten zehn Kilometern ihre Verpflegung verlor. Der Verlust sorgte bei der Britin für eine Rennplananpassung, sodass sie Laura Philipp nicht weiter folgen konnte. Zusammen mit Jade Roberts ließ sie sich in eine drei Athletinnen große Verfolgerinnengruppe um Justine Mathieux (Frankreich), Penny Slater (Australien) sowie Laura Addie (Großbritannien) zurückfallen. Bei Kilometer 60 hatte Laura Philipp, allein an der Spitze, schon einen Vorsprung von 1:12 Minuten auf die Kontrahentinnen herausfahren können. Eine weitere Gruppe bildete sich um Platz sechs bis neun, zusammen mit Laura Zimmermann und Carolin Lehrieder, die einen Rückstand von gut fünf Minuten auf die Führende Philipp hatten.

An der Reihenfolge änderte sich im Laufe des weiteren Rennens wenig. Laura Philipp drückte trotz verlorener Verpflegung aufgrund eines gebrochenen Flaschenhalters am Sattel weiterhin mächtig auf die Pedale und fuhr sich bis zum zweiten Wechsel einen Vorsprung von fünf Minuten auf die Französin Justine Mathieux heraus. Penny Slater folgte mit sechs Minuten Rückstand, ehe Fenella Langridge als vierte mit 7:35 Minuten auf die deutsche Führende zum Wechsel auf die Laufstrecke kam.

Laura Zimmermann kam auf Platz acht liegend, mit etwas mehr als zwölf Minuten Rückstand in die Wechselzone. Carolin Lehrieder musste auf den letzten 30 Radkilometern etwas abreißen lassen und kam mit 17:38 Minuten Rückstand auf Platz zehn liegend in die Wechselzone, wo sie ihr Rennen anschließend beendete.

Hohe Luftfeuchtigkeit beim Marathon

Die zunehmend hohe Luftfeuchtigkeit von mehr 90 Prozent sowie die gestiegenen Temperaturen stellte alle Athletinnen für den anstehenden Marathon vor eine sichtliche Herausforderung. Vom ersten Schritt an auf der Laufstrecke verschwendete Laura Philipp keine Gedanken daran, Tempo aus dem Rennen zu nehmen. Mit den deutlich schnellsten Kilometerzeiten lief die 35-Jährige wie ein Uhrwerk an der Spitze des Feldes. Zur Halbzeit hatte sie ihren Vorsprung auf mehr als acht Minuten auf die zweitplatzierte Französin ausgebaut. Mit Angriffslust und eigener Verpflegung auf der Laufstrecke war Fenella Langridge unterwegs. Im Bereich der Streckenhälfte schob sich die Britin an ihrer französischen Herausforderin Mathieux vorbei, die dem Tempo nichts entgegenzusetzen hatte. Fünf Kilometer reichten aus, dass der Vorsprung von Langridge auf gute vier Minuten anwuchs.

Am Ende gewinnt Laura Philipp souverän nach einem einsamen Rennen an der Spitze in 8:01:59 Stunden. Fenella Langridge überquert nach Verfolgungsproblemen auf dem Rad als zweite die Ziellinie (8:13:17 Stunden) und kann sich im Duell um das höhere Preisgeld gegen Justine Mathieux (8:14:09 Stunden) durchsetzen. Penny Slater qualifiziert sich mit dem vierten Platz ebenso wie die drei Athletinnen vor ihr für die Ironman-Weltmeisterschaft am 14. Oktober 2023 in Kailua-Kona.

Laura Zimmermann, die sich stark bis auf den fünften Platz (8:20:57 Stunden) vorkämpfte, verpasst die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft um 3:30 Minuten.

Update 15:30 Uhr: Justine Mathieux wurde nach einer nicht abgesessenen Zeitstrafe disqualifiziert. Dadurch ergibt sich ein neues Ergebnis, dass aus deutscher Sicht mit der Qualifikation für Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona von Laura Zimmermann erfreulich ist, sie steigt auf Platz vier auf. Penny Slater erreicht durch die Disqualifikation der Französin den dritten Platz.

Cameron Wurf drückt der Radstrecke seinen Stempel auf

Nur knappe 30 Sekunden trennten die ersten zwölf Athleten nach dem verkürzten Schwimmen. Der Schweizer Andrea Salvisberg war dabei mit 9:42 Minuten der schnellste über die knapp 750 Meter im Indischen Ozean. Auf der Radstrecke war es Cameron Wurf, frisch von der UAE-Tour kommend, der das Zepter in die Hand nahm und die Führung übernahm. Die Verfolgergruppe mit dem Franzosen Léon Chevalier und den beiden Südafrikanern Matt Trautman und Bradley Weiss arbeitet jedoch gut zusammen und ließ den Australier Cameron Wurf maximal auf etwas mehr als eine Minute davonfahren. Clément Mignon, Neunter bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii und Mitfavorit auf einen Podiumsplatz, musste das Rennen nach 40 Kilometern aufgeben, da er von Beginn an Probleme mit der Schaltung hatte. Ebenfalls technische Probleme erwischten Matt Trautman nach ungefähr 135 Kilometern auf dem Rad. Eine Reifenpanne warf ihn aus der Verfolgergruppe und kostet gute 26 Minuten. Vor dem zweiten Wechsel war es einzig der Franzose Chevalier, der den Teilzeit-Radprofi vom Team Ineos folgen konnte. Nach 4:10 Stunden Fahrzeit erreichte Cameron Wurf als Erstes die zweite Wechselzone, nur 40 Sekunden dahinter folgte Léon Chevalier. Weitere vier Minuten später wechselte der Lokalmatador Bradley Weiss vom Rad auf die Laufstrecke.

Chelavier belohnt sich

Es war nur eine Frage der Zeit, wann Léon Chevalier die Führung auf der Laufstrecke übernehmen würde. Da ließ auch eine kleine extra Laufschleife in der Wechselzone, um seine verlorene Verpflegung aufzusammeln, keine Frage offen. Kurz bevor die drei Kilometer erreicht waren, hatte der Franzose bereits die Führung übernommen. Schon zu diesem Zeitpunkt wirkte es, als ob es für Cameron Wurf ein harter Kampf werden würde, einen der vier Qualifikationsplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft am 10. September 2023 in Nizza zu erreichen. Bis zur Streckenhälfte des Marathons war Léon Chevalier der schnellste Läufer. Cameron Wurf konnte sich noch knapp auf dem zweiten Platz halten, jedoch schon Schulter an Schulter mit Bradley Weiss. Die Verfolger Mathias Lyngsø Petersen (Dänemark) und Rasmus Svenningsson (Schweden), die etwas mehr als fünf Minuten hinter Cameron Wurf und Bradley Weiss die 24-Kilometer-Marke passierten, schielten in Richtung Podiumsplatz. Der Franzose Chevalier musste indes das Tempo infolge der weilenden Renndauer und den Bedingungen etwas reduzieren. Der Vorsprung reichte dem Ironman-Weltmeisterschafts siebten dennoch aus, um als Erstes nach 7:11:44 Stunden über die Ziellinie zu laufen. Lokalmatador Bradley Weiss wiederholte mit 4:18 Minuten Rückstand seinen zweiten Platz (7:16:03 Stunden) aus dem letzten Jahr. Mathias Lyngsø Petersen komplettiert das Podium in 7:20:55 Stunden. Rasmus Svenningsson als Viertes im Ziel (7:23:15 Stunden) sichert sich den letzten der vier Qualifikationsslots für die Ironman-Weltmeisterschaft. Der Australier Cameron Wurf wurde mit 16:10 Rückstand auf den Sieger Chevalier fünfter.

Aus deutschsprachiger Sicht erreichen der Schweizer Andrea Salvisberg auf Platz acht (7:39:06 Stunden) und der Österreicher Michael Weiss (7:42:58 Stunden) auf Platz neun das Ziel. Die beiden deutschen Athleten Christoph Mattner und Marcel Bischof belegen die Plätze elf (7:52:59 Stunden) und 13 (8:13:05 Stunden).

Weitere Informationen

Ironman South Africa 2023 | Profi-Frauen

PlatzNameLandGesamt0,7 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Laura PhilippGER8:01:5911:124:44:123:02:26
2Fenella LangridgeGB8:13:1710:594:52:063:06:05
3Penny SlaterAUS8:17:2511:554:49:253:11:28
4Laura ZimmermannGER8:20:5712:104:54:563:08:37
5Marlene de BoerNL8:22:1311:314:55:363:10:22
6Jade RobertsRSA8:24:0411:214:55:293:12:05
7Magda NieuwoudtRSA8:41:2712:004:55:273:29:08
8Mariella SwayerRSA9:08:1513:125:29:143:21:26
DNFCaroline LehriederGER
DSQJustine MathieuxFRA8:14:0911:284:48:263:09:11

Ironman South Africa 2023 | Profi-Männer

PlatzNameLandGesamt0,7 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Léon ChevalierFRA7:11:4410:114:10:392:47:00
2Bradley WeissRSA7:16:039:434:15:102:47:07
3Mathias Lyngsø PetersenDEN7:20:559:534:20:392:45:57
4Rasmus SvenningssonSWE7:23:1511:404:14:192:52:50
5Cameron WurfAUS7:27:5510:014:10:063:03:41
6Jon BreivoldNOR7:30:3911:404:23:182:51:05
7Arnaud GuillouxFRA7:35:0910:004:22:052:58:35
8Andrea SalvisbergSUI7:39:069:424:23:443:01:21
9Michael WeissAUT7:42:5811:104:30:062:56:34
10Matt TrautmanRSA7:49:409:504:38:222:57:31
11Christoph MattnerGER7:52:5910:154:50:342:48:18
13Marcel BischofGER8:13:0511:394:47:573:08:58
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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.
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8 Kommentare

  1. Bitte selbst erstmal dort starten und macht euch ein Bild von Rennen, als unreflektiert etwas zu schreiben…
    Ich war 4 x dort und es ging 3x über die Originalstrecke.
    Mit dem Start zurück an dem Hobiebeach sollte es auch wieder besser werden, aber es ist halt eine Küste Region mit extremeren Bedingungen.
    Ich persönlich finde: Einmal starten und Du willst immer wieder dorthin zurück. Fast wie auf Hawaii.
    Einer der schönsten und besten IRONMAN auf der gesamten Tour. Unglaubliche Zuschauer-Unterstützung und sehr schöne Strecke.

  2. Der wievielte IM Südafrika in Serie ist das nun, bei dem das Schwimmen ausgefallen ist? (4-5?) Mittlerweile wäre es als Trainer eines „schwachen“ Schwimmers schon fast fahrlässig, wenn man die WM-Quali nicht rund um dieses Rennen legt.
    Für die Teilnehmerliste kann IM nichts. Aber 4 WM-Platze für 10 Starterinnen, von denen 8 ins Ziel kommen… Hat etwas von, wer will nochmal (zur WM), wer hat noch nicht (einen WM-Startplatz)? Mir tut Caro Lehrieder schon leid. Ständig hört man in Podcasts, dass sie hier und da in bester Gesellschaft in Trainingslagern ist und topfit sei und seit ihrem IM-Sieg in Italien vor einigen Jahren ist bei ihr in Rennen so gar nichts mehr passiert.

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