Sonntag, 16. Juni 2024

Ironman-Weltmeisterschaft Nizza: Alle qualifizierten Profis

Mit dem Ironman Lake Placid, der am vergangenen Wochenende stattfand, ist der Qualifikationszeitraum für die Ironman-Weltmeisterschaft der Profi-Männer beendet. Damit steht fest, dass insgesamt fünf deutsche Athleten im Kampf um die Weltmeisterschaftskrone in Nizza eingreifen werden.

Frank Wechsel / spomedis Sam Laidlow, Zweitplatzierter des Ironman Hawaii aus dem vergangenen Jahr, zählt zu den Favoriten an der Côte d’Azur.

Beim Ironman Lake Placid gingen die beiden letzten Slots für die Ironman-Weltmeisterschaft in Nizza an zwei österreichische Triathleten. Sowohl Michael Weiss auf Platz fünf sowie Maximilian Hammerle auf Platz acht profitieren von Absagen ihr besser platzierten Konkurrenz und können sich somit über die WM-Teilnahme freuen. Der Brite Joe Skipper, der das Rennen im Bundesstaat New York für sich entschied, war ebenso wie der US-Amerikaner Matthew Hanson auf Platz drei bereits für die Ironman-Weltmeisterschaft qualifiziert.

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55 Profis qualifiziert, nicht alle dabei

Insgesamt konnten sich 56 Profi-Athleten für die Ironman-Weltmeisterschaft qualifizieren. Ben Kanute, der seine Qualifikation beim Ironman Arizona mit einem dritten Platz sicherte, hatte schon frühzeitig nach Bekanntwerden des neuen Termins für die Ironman-Weltmeisterschaft angemerkt, dass er nicht am Start sein wird. Der US-Amerikaner qualifizierte sich vor der Entscheidung, die Weltmeisterschaft an zwei verschiedenen Orten und Zeitpunkten auszutragen, weshalb der Renntermin am 10. September mit der Hochzeit seines Bruders kollidiert und er sein Startrecht auf 2024 verschieben konnte. Ebenfalls werden die letzten Ironman-Weltmeister Kristian Blummenfelt und Gustav Iden fehlen. Die beiden Norweger haben ihren vollen Fokus auf die Olympischen Spiele in Paris 2024 gesetzt. Nicht um eine Qualifikation bemüht oder beim Versuch von mehreren Plattfüßen gebremst worden waren Lionel Sanders und Sam Long, die ebenfalls nicht in Nizza an den Start gehen werden. Ein Profi, der auf fast allen Startlisten zu lesen war, dann jedoch verletzungsbedingt nirgendwo starten konnte, ist Alistair Brownlee. Der Brite wird somit auch nicht um den Weltmeistertitel kämpfen können.

Lokalmatador und einer der Titelanwärter ist der Franzose Sam Laidlow. Hier bleibt jedoch die Frage offen, wie fit er an der Startlinie stehen wird. Der Ironman-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres hatte sich bei der Challenge Roth eine Wadenverletzung zugezogen. Ebenso steht ein Fragezeichen hinter Rudy von Berg, der nach einem Trainingsunfall auf dem Rad mit einem gebrochenen Schlüsselbein und weiteren Verletzungen zu kämpfen hatte. Als Dritter der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft von 2019 galt der US-Amerikaner bis zum Zeitpunkt seines Unfalls als Tipp auf die vorderen Plätze, da er den Radkurs wie seine Westentasche kennt, sind es zum Großteil doch seine Trainingsstrecken.

Zwei Rookies und drei Bekannte

Aus deutscher Sicht sind mit Jan Frodeno und Patrick Lange zwei ehemalige Champions an der Côte d’Azur am Start. Für Jan Frodeno, der nach über einem Jahr Verletzungspause sein Langdistanzdebüt in Hamburg gab, wird es sehr wahrscheinlich die letzte Weltmeisterschaft als Profi sein. Sowohl Lange als auch Frodeno sind durch ihren Status als ehemalige Ironman-Weltmeister qualifiziert, dieser gilt jeweils für die folgenden fünf Jahre. Franz Löschke kam 2019 schon einmal in den Genuss an den Titelkämpfen von Ironman teilzunehmen, damals musste er ein „Did not finish“ auf Hawaii verbuchen. Die diesjährige Qualifikation sicherte er sich beim Rennen in Hamburg und steht somit vor seiner zweiten Teilnahme bei der Ironman-Weltmeisterschaft.

Komplettes Neuland betreten die beiden Profis Jonas Hoffmann und Leonard Arnold. Für Hoffmann wird es das zweite Rennen innerhalb eines Jahres in Nizza sein, so hat er sich dort im Rahmen des Ironman Nizza den WM-Slot gesichert. Bei seinem Debüt auf der Langdistanz konnte Leonard Arnold auftrumpfen und mit dem zweiten Platz beim Ironman Switzerland direkt das Ticket für das Rennen am 10. September buchen.

Qualifizierte Profi-Athleten für die Ironman-WM 2023 Nizza

24. Juli 2023 l Ironman-WM 2023 Nizza
NameLandQualifikationsortQualifikationsdatumQualifikationsart
Patrick LangeGERIM World Championships13. Oktober 2018Sieger
Jan FrodenoGERIM World Championships12. Oktober 2019Sieger
Kristian BlummenfeltNORIM World Championships7. Mai 2022Sieger
Joe SkipperGBRIM Wales11. September 2022Rennen
Brent McMahonCANIM Wisconsin11. September 2022Rennen
Gustav IdenNORIM World Championships6. Oktober 2022Sieger
Sam LaidlowFRAIM World Championships6. Oktober 2022Podium
Matt HansonUSAIM Arizona20. November 2022Rennen
Magnus Elbaek DitlevDENIM Cozumel20. November 2022Rennen
Jan van BerkelSUIIM Cozumel20. November 2022Rennen
Kristian HogenhaugDENIM Arizona20. November 2022Rennen
Daniel BaekkegardDENIM Israel25. November 2022Rennen
Gregory BarnabyITAIM Israel25. November 2022Rennen
Denis ChevrotFRAIM Israel25. November 2022Rennen
Steven McKennaAUSIM Western Australia4. Dezember 2022Rennen
Max NeumannAUSIM Western Australia4. Dezember 2022Rennen
Braden CurrieNZLIM New Zealand4. März 2023Rennen
Mike PhillipsNZLIM New Zealand4. März 2023Rennen
Leon ChevalierFRAIM South Africa5. März 2023Rennen
Mathias Lyngsoe PetersenDENIM South Africa5. März 2023Rennen
Rasmus SvenningssonSWEIM South Africa5. März 2023Rennen
Bradley WeissZAFIM South Africa5. März 2023Rennen
Cody BealsCANIM Texas22. April 2023Rennen
Arnaud GuillouxFRAIM Texas22. April 2023Rennen
Matthew MarquardtUSAIM Texas22. April 2023Rennen
Rudy Von BergUSAIM Texas22. April 2023Rennen
Robert WilkowieckiPOLIM Texas22. April 2023Rennen
Sam AppletonAUSIM Australia7. Mai 2023Rennen
Tim Van BerkelAUSIM Australia7. Mai 2023Rennen
Niek HeldoornNEDIM Lanzarote20. Mai 2023Rennen
Oliver MartinussenDENIM Lanzarote20. Mai 2023Rennen
Reinaldo ColucciBRAIM Brasil28. Mai 2023Rennen
Andre LopesBRAIM Brasil28. Mai 2023Rennen
Luciano TacconeARGIM Brasil28. Mai 2023Rennen
Remi ConteFRAIM Hamburg4. Juni 2023Rennen
Kristian GrueNORIM Hamburg4. Juni 2023Rennen
Pięter HeemeryckBELIM Hamburg4. Juni 2023Rennen
Franz LöschkeGERIM Hamburg4. Juni 2023Rennen
Jesper SvenssonSWEIM Hamburg4. Juni 2023Rennen
Matt BurtonAUSIM Cairns18. Juni 2023Rennen
Tuan Chun ChangTWNIM Cairns18. Juni 2023Rennen
Nathan DortmannFRAIM Cairns18. Juni 2023Rennen
Ben PhillipsNZLIM Cairns18. Juni 2023Rennen
Georg EnzenbergerAUTIM Austria18. Juni 2023Rennen
Cameron WurfAUSIM Austria18. Juni 2023Rennen
Bart AernoutsBELIM France25. Juni 2023Rennen
Jonas HoffmannGERIM France25. Juni 2023Rennen
Clement MignonFRAIM France25. Juni 2023Rennen
Adam FeighUSAIM Coeur d’Alene25. Juni 2023Rennen
Chris LeifermanUSAIM Coeur d’Alene25. Juni 2023Rennen
Justin MetzlerUSAIM Coeur d’Alene25. Juni 2023Rennen
Leonard ArnoldGERIM Switzerland9. Juli 2023Rennen
Andrea SalvisbergSUIIM Switzerland9. Juli 2023Rennen
Maximilian HammerleAUTIM Lake Placid23. Juli 2023Rennen
Michael WeissAUTIM Lake Placid23. Juli 2023Rennen
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13 Kommentare

  1. Ironman ist am Ende für einen Neuanfang. Es ist nicht mehr spannend und das getrennte nicht schön. Wie sollten sich zwei nur finden Inden man auf Hawaii die Damen findet und die männer auf Nizza! Nizza ist eine ganz andere Herausforderung. Der Franzose kennt es sicherlich. Und Hawaii ist für niemanden alt, höchstens die schon mal bis vor kurzen unter den ersten 10 eingelaufen waren. Sonst ist es für alle NEU!

  2. Moin Lars, Ironman gibt bei sich (https://www.ironman.com/pro-athletes) eine etwas abweichende Teilnehmerliste an. So scheinen Hoffmann und (!) Amberger ihren Slot in Lake Placid nicht angenommen zu haben, dafür aber Michael Weiss. Auch Tim van Berkel fehlt auf der Liste von IM, seinen Slot beim IM Australien hat wohl Benjam Hill genommen. Zudem taucht noch Maximilian Hammerle (angeblich qualifiziert beim IM Korea) auf…

    • Hallo Holger,
      vielen Dank für deinen Hinweis. Ich hatte ebenso eine Liste von IM angefordert und werde dem Unterschied auf den Grund gehen. Eine Qualifikation von Maximilian Hammerle in Korea schließe ich jedoch aus, da es dort kein Profirennen gab und die letzte Ironman-Langdistanz in Korea 2019 ausgetragen wurde.

    • Und ich will die Leistung von Sam Laidlow in keiner Weise in Frage stellen, aber so hätte man sich früher nicht Qualifizieren können. 2019 IM Barcelona 7, dann DNF 2022 Texas, es folgen 2x WM 2022 und DNF 2023. Startet er in Nizza hat er 3 WM finishes und 1x IM finish. Sehr interessant, dass das geht. Vielleicht auch Covid geschuldet. Wo hat er er seine Hawaii Quali gemacht, oder hat man die behalten, auch wenn man dazwischen in StGeorge gestartet ist?

      • Die Bestätigung eines Startrechtes, das durch WM-Titel oder Podium erreicht wurde, wurde während Corona ausgesetzt und für dieses Jahr wurde das glaube ich dann auch wieder so übernommen.

        Für Hawaii ’22 müsste sich Sam Laidlow in St. George qualifiziert haben (da waren ja schon recht viele Qualifiziert und die Startplätze wurden weit durchgereicht). Das es bei einer WM für eine WM Slots gab war halt der Tatsache geschuldet, dass es 2022 zwei WMs gab.
        Und naja, für Nizza ist er auf Grund des Podiums von Hawaii qualifiziert… und früher hätte er das bestätigen müssen, ja.

  3. Die Dichte bei den Profis hat schon enorm zugelegt. Da reicht es für Angert, Dreitz, Clavel… nicht mehr automatisch zu einem Quali-Slot. Müssen wieder Frodeno und Lange die deutsche Fahne hochhalten. Ich bezweifle aber, dass es beide Fit an die Startlinie von Nizza schaffen werden.

  4. Ich will die startenden Athleten gar nicht abqualifizieren, aber so viele fehlende Topstars (Blummenfelt, Iden, Long, Kanute!!) hätte es bei einer WM in Hawaii nicht gegeben. Auch Frodo ist wohl nur in Nizza am Start, weil es ziemlich wahrscheinlich seine letzte IronmanWM sein wird. Mein Gefühl sagt mir, dass IRONMAN wieder zum ursprünglichen Format (Männer UND Frauen in Kona) zurückkehren wird oder die Marke IRONMAN wird es bald nicht mehr geben.

  5. Vllt ist Nizza zu ungewohnt fuer viele Pros? Powermeter und Aero Geeks bringen nichts bergauf, und bergab muss man das Radfahren koennen. Zu schwierig? Nebst dem Kampf gegen die Elemente und die Uhr – wobei bei letzterem ja keine Sensationssucht wegen mangelnder Vergleichbarkeit befriedet werden kann, neue Weltbestzeiten usw. – kaeme hier noch Fight Gravity hinzu. Bzw. respect Gravity. Was bliebe? Echter, unverfaelschter Sport ohne ein Wer-darf-wie-geplant-gewinnen (Show, Sportmarketing, Sensationsueberbietung), sowie ein lutscherfreies Race? Der Fehler liegt mMn nicht bei IRONMAN. Schade.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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