Dienstag, 25. Juni 2024

Maximilian Sperl nach Clash Miami: „Fand das Rennen langweilig“

Clash Endurance

Rang neun war nicht unbedingt das, was sich Maximilian Sperl trotz des starken Starterfelds beim Clash Miami zum Ziel gesetzt hatte. Der einzige deutsche Teilnehmer an dem Event auf dem Homestead-Miami Speedway hatte das Podium im Visier. Am Ende bestritt der gebürtige Regensburger über weite Strecken ein einsames Rennen und hatte keinen besonders guten Tag erwischt. Dennoch nimmt er einige Erfahrungen aus dem Tag mit. Auf tri-mag.de blickt er noch einmal auf das Rennen, aus dem Lionel Sanders sich mit einem Sturz verabschiedet hat, und zieht ein ehrliches Fazit.

Maximilian Sperl, du bist beim Clash Miami auf Rang neun ins Ziel gekommen. Wie hat sich das Rennen aus deiner Sicht dargestellt?
Das Schwimmen war so, wie ich es vorhergesagt hatte. Das Feld hat sich schnell sortiert und ich habe versucht, an dritter Position ein bisschen Energie zu sparen. Mich hat es allerdings gewundert, dass es sich extrem locker angefühlt hat. Ich habe mich dann umgeschaut und gesehen, dass es eine größere Gruppe war. Man hat im Wasser mit 29 Grad Celsius schon gemerkt, dass es recht warm wird.
Auf dem Rad bin ich dann am Anfang direkt mal nach vorn gefahren. Es hat aber keine ganze Runde gedauert, bis Tom Bishop vorbeikam. Als ich versucht habe, sein Tempo mitzugehen, habe ich gemerkt, dass das auf keinen Fall geht. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass die Wattzahl viel zu hoch gewesen wäre. Es ist krass, wie aerodynamisch er fährt. Wir sind dahinter als Gruppe gefahren, es war sehr unrhythmisch, heiß und teilweise hektisch – auch durch den Kurs.

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Wie hast du den Sturz von Lionel Sanders erlebt und wie sehr beschäftigt das einen Athleten?
Lionel Sanders kam irgendwann vorbeigefahren und keine Minute später lag er auch schon am Boden. Er hat mich also überholt, ist in die nächste Kurve rein – und dann ist er gestürzt. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist, ob er zu schnell war oder einfach nicht aufgepasst hat. Man musste auf dem Kurs eigentlich nie bremsen. Bei einer Kurve musste man ein bisschen aufpassen, da hat es ihn gelegt. Ich habe das zwar mitbekommen, aber in dem Moment ist man auf sich selbst konzentriert. Ich habe da nicht weiter drüber nachgedacht.

Wie erging es dir beim Laufen?
Ich wusste, dass das Laufen zäh werden würde, weil ich nicht den besten Tag erwischt hatte. Es war zwar konstant, aber langsam. 

Was nimmst du aus dem Rennen mit?
Ich will keine Ausreden suchen. Das Level ist einfach hoch. Wenn man dann nicht zu 100 Prozent fit ist, dann hat man einfach in so einem Feld nichts zu melden. Man hat aber gesehen, obwohl mein Radpart nicht gut war: Ich bin mit Jason West zusammen abgestiegen, und selbst aus der Position hätte man noch einiges machen können. Wobei sein Lauf auch next Level war. 

Wie fandest du die Strecke auf dem Speedway?
Es war eine interessante Location. Man muss es aber ehrlich sagen: Es war cool, als Corona noch in der Hochphase war und Einschränkungen an der Tagesordnung waren, Athleten zusammenzubringen und in dem Speedway und eine sichere Atmosphäre zu schaffen. Jetzt fand ich das Rennen einfach sehr langweilig. Sowohl das Radfahren – und das war in Miami mit dem Infield noch besser als in Daytona, wo man nur außenrum fährt – als auch die Laufstrecke danach, sieben Runden nur im Kreis zu laufen. Zuschauer waren so gut wie keine an der Strecke. Noch dazu hatte ich ein einsames Rennen. Die Location ist aus Fairnessgründen auch nicht unbedingt für Profirennen gemacht. Dadurch, dass die Runden so kurz waren, gab es viele Überrundungen, dann wurde sich zurückgerundet, links überholt und rechts überholt, Abstände nicht eingehalten. Das schildere ich aus meiner Perspektive. Wäre ich um den Sieg mitgelaufen, hätte ich aber eventuell ein anderes Bild dazu.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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