Sonntag, 23. Juni 2024

Mixed Relay: Deutschland feiert den Weltmeistertitel

Mit einer starken Gesamtleistung sichern sich Tim Hellwig, Annika Koch, Simon Henseleit und Laura Lindemann den Staffeltriumph als Höhepunkt der Weltmeisterschaft in Hamburg. Silber geht an Neuseeland, Bronze an die Schweiz.

Jan Papenfuss Komm in unsere Arme: Tim Hellwig, Annika Koch und Simon Henseleit empfangen Laura Lindemann, die den WM-Sieg für die deutsche Staffel ins Ziel bringt.

Zehn Jahre ist es her, da feierten Anne Haug, Anja Knapp, Franz Löschke und Jan Frodeno den Weltmeistertitel mit der Mixed-Staffel. Seither konnte die deutsche Equipe bei kontinentalen Titelkämpfen keinen Sieg mehr erringen – bis heute. In der Besetzung mit Tim Hellwig, Annika Koch, Simon Henseleit und Laura Lindemann sorgte die Mixed Relay für den krönenden Abschluss der Sprint-WM in Hamburg. Mit einer starken Gesamtleistung sicherte sich das deutsche Team den Weltmeistertitel in 1:22:08 Stunden vor Neuseeland (19 Sekunden Rückstand) und der Schweiz (27 Sekunden Rückstand) – und löste zugleich das Ticket für die Olympischen Spiele in Paris 2024. Dabei hatten Hellwig, Koch, Henseleit und Lindemann von Beginn an vorn mitgemischt und dem Rennen konstant ihren Stempel aufgedrückt.

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Tim Hellwig sorgt für die Ouvertüre

Schon nach dem Start vom Ponton ins Wasser auf die ersten 300 Meter in der Alster ordnete sich neben Matthew Hauser (Australien) und dem Briten Connor Bentley Tim Hellwig auf Rang drei in Schlagdistanz ein. So ging es auch um die Bojen und auf den Weg zurück. Beim Ausstieg aus der Alster lief Hellwig hinter Hauser, Bentley, dem Portugiesen Vasco Vilaça und dem Südafrikaner Henri Schoeman auf Rang 5 in die Wechselzone. Weltmeister Hayden Wilde kam überraschend erst in einer der Verfolgergruppen aus dem Wasser. Auf dem Rad setzten sich mit Hellwig, Vilaça, Hauser und dem Belgier Marten Van Riel vier Athleten ab und rissen bereits auf den ersten Metern eine Lücke zu den Verfolgern. Bentley fiel früh zurück.

Nach der ersten von zwei Runden betrug das Polster bereits zwölf Sekunden. Dahinter versuchte Hayden Wilde, die Lücke allein zu schließen – er schaffte es zumindest, den Rückstand zunächst nicht größer werden zu lassen. In dieser Konstellation ging es auf die 1,75 Kilometer lange Laufstrecke. Van Riel allerdings musste dort früh abreißen und das Trio ziehen lassen, das die erste Laufrunde zeitgleich beendete und Wilde auf Abstand hielt. In Führung liegend, wechselte Hauser auf Natalie Van Coevorden, dahinter Vilaça auf Melanie Santos und Hellwig als Dritter auf Annika Koch. Wilde übergab 16 Sekunden später auf Rang vier an Ansley Thorpe.

Annika Koch bringt Deutschland in Führung

Koch zog schon auf dem Weg ins Wasser an Santos vorbei, um ein Zeichen zu setzen. Das Führungstrio verlor in der Alster allerdings Zeit. Koch entstieg als Erste dem Wasser, mit Santos und Van Coevorden im Schlepptau. Auf Rang vier hatte die Brasilianerin Vittoria Lopes die Lücke fast zugeschwommen. Koch, Santos und Coevorden führten das Feld dennoch auf den Radkurs und setzten sich in der zweiten Disziplin direkt wieder ab. Lopes reihte sich in die fünfköpfige Verfolgergruppe mit der Schweizerin Julie Derron, der US-Amerikanerin Taylor Spivey, der Ungarin Zsanett Bragmayer und Thorpe ein, die mit 14 Sekunden Rückstand in die zweite Runde ging. Das Führungstrio hielt das Tempo weiter hoch, das Polster aber schmolz auf den zweiten 3,5 Kilometern zusammen.

Nach einem zunächst wackeligen Radabstieg, einem dann aber starken Wechsel lief Koch in der dritten Disziplin ebenso stark an, riss direkt eine Lücke auf die Konkurrenz. Sieben Sekunden dahinter brachte Spivey die US-Staffel erstmals auf Position zwei. Koch schaffte es, einen knappen Vorsprung vor Derron, Spivey, Santos und Thorpe in die Wechselzone zu retten und brachte Henseleit in Führung liegend auf die Strecke.

Simon Henseleit bewahrt gute Ausgangslage

Der dritte deutsche Starter verlor über die 300 Meter im Wasser zunächst eine Position, nutzte aber den Wasserschatten, um Kräfte zu sparen. Stattdessen führte Neuseelands Tayler Reid das Feld in die Wechselzone. Innerhalb von drei Sekunden folgten Henseleit, der Schweizer Sylvain Fridelance, der Ungar Márk Dévay und João Nuno Batista. Der Portugiese allerdings hatte Probleme, das Tempo der Gruppe auf dem Rad mitzugehen. Das Führungsquartett arbeitete gut zusammen, sodass der Vorsprung nach der ersten Runde vor Batista und dem US-Amerikaner Matthew McElroy bei 21 Sekunden lag – und sukzessive auf den zweiten 3,5 Kilometern weiter ausgebaut wurde. 32 Sekunden hatten die vier den Verfolgern mittlerweile aufgebrummt.

Auf der Laufstrecke setzten Henseleit, Dévay und Reid gleich ein Zeichen und distanzierten Fridelance, der Ende der ersten Runde bereits sieben Sekunden zurücklag. Anschließend konnte auch Dévay das Tempo nicht mitgehen. Mit einem Schlussspurt rauschten Reid und Henseleit in die Wechselzone, um auf Nicole Van Der Kaay und Laura Lindemann zu übergeben. Dévay als dritter brachte 13 Sekunden später Márta Kropkó ins Rennen. Fridelance schickte 23 Sekunden später Cathia Schär auf die Strecke, elf Sekunden vor Summer Rappaport für die USA.

Laura Lindemann hängt alle ab

Lindemann übernahm in der Alster direkt die Initiative und schwamm Van Der Kaay davon, die zusammen mit Kropkó neun Sekunden später aus dem Wasser stieg. Unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer am Rathausmarkt ging die Deutsche auf die zweimal 3,5 Radkilometer – und investierte alles in der zweiten Disziplin. So schaffte sie es, den Vorsprung allein zur Hälfte der Radstrecke auf 21 Sekunden auf das Verfolgerduo auszubauen. Dahinter allerdings rückte Schär an die beiden heran. Das Trio bis zum zweiten Wechsel wieder auf 14 Sekunden an die Führende heran.

Mit einem starken Wechsel in die Laufschuhe ging Lindemann schließlich in die dritte Disziplin. Van Der Kaay setzte sich im Kampf um Platz zwei frühzeitig von Schär ab, konnte aber nicht näher an die Deutsche heranrücken, die das Tempo bestimmte und das Rennen kontrollierte. So gerieten die finalen Meter für Lindemann zum Triumphzug für die Staffel. Die Bronzemedaillengewinnerin im Einzel vom Vortag schnappte sich die schwarz-rot-goldene Fahne und sicherte dem Team nach einer starken Gesamtleistung aller vier Athleten in 1:22:08 Stunden den WM-Titel. Auf Rang zwei folgte Neuseeland 19 Sekunden später. Bronze ging an die Schweiz mit einem Rückstand von 27 Sekunden, vor den USA (47 Sekunden Rückstand).

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1 Kommentar

  1. Man muss schon sagen, dass das, was die Attraktivität in der TV Berichterstattung angeht, dass mit Abstand beste Triathlon Format ist. Ich habe nicht viel mit der Kurzdistanz am Hut, aber das schaue ich mir gerne an. Und eine Langdistanz kannst du nur für eine wirklich kleine Zielgruppe vermarkten… aber das schauen bei Olympia sicher viele leute gerne.
    Herzlichen Glückwunsch an die deutsche Truppe. Als Simon Henseleit sich so super positioniert hat konnte man schon sehr optimistisch sein, anhand der Stärke von Laura Lindemann 👍

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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