Mittwoch, 29. Mai 2024

Zwischen Anspannung und Gelassenheit: Frederic Funk und Mika Noodt vor Singapur T100 im Doppelinterview

Für beide bedeutet das Rennen in Asien den Saisonauftakt. Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen allerdings nicht sein. Ein Gespräch über Vorfreude, Wettkampfdynamiken und Renntipps.

privat

Sie sind die beiden deutschen Vertreter beim Männerrennen der T100 Triathlon World Tour in Singapur, das am Sonntag (15:15 Uhr Ortszeit/9:15 Uhr deutscher Zeit) ausgetragen wird. Frederic Funk feiert dabei als fester Bestandteil des T100-Kaders seine Premiere bei der neuen Serie. Mika Noodt hat es über eine Wildcard ins zweite Rennen geschafft, nachdem er – wie Funk – beim Auftakt in Miami nicht dabei war. Beide gehen den Wettkampf unter unterschiedlichen Voraussetzungen an. Wir haben Frederic Funk und Mika Noodt im Vorfeld zu einem virtuellen Doppelinterview getroffen. Auf tri-mag.de sprechen sie über Vorfreude, Renndynamiken und Tipps, wie man das Rennen am besten angeht.

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Frederic Funk und Mika Noodt, es wird am Sonntag heiß in Singapur. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wie lief die Akklimatisierung bisher?
Mika Noodt (MN): Bei den Einheiten fand ich es gar nicht so schlimm. Eher im Alltag, wenn man aus den klimatisierten Räumen rausgeht. Das ist, als wenn du gegen eine Wand läufst, mit der Luftfeuchtigkeit und Hitze.
Frederic Funk (FF): Das Schlimmste war eigentlich bisher das Schwimmen.
MN: Im Freibad?
FF: Ja. Aber auf der anderen Seite ist es auch eine ganz gute Übung, weil es am Sonntag im Wasser sicherlich nicht viel kälter sein wird. Locker laufen und locker Rad fahren finde ich gar nicht schlimm hier. Aber sobald man ein bisschen aufdreht, ist es schwierig, sich wieder herunterzukühlen, wenn es etwas drüber geht.

Für euch beide ist es die Premiere bei der T100-Serie. Wie groß sind Vorfreude und Respekt vor eurem Saisonauftakt in Singapur?
FF: Das erste Saisonrennen ist immer mit einem Fragezeichen versehen. Deshalb mache ich mir da keinen allzu großen Druck. Ich habe meinen Platz in der Serie für alle kommenden Rennen sicher. Mika ist da, glaube ich, in einer schwierigeren Situation.
MN: Für mich ist es auf jeden Fall eine andere Situation. Es ist für mich eine große Chance, was die weitere Saison angeht. Wenn ich in Singapur gut performe, eröffnet es mir – glaube ich – die Möglichkeit, bei weiteren T100-Rennen über Wildcards reinzukommen. Das hat man bei Youri Keulen gesehen, der beim T100-Auftakt in Miami Vierter geworden ist.
FF: Ich kann das Ganze etwas entspannter angehen und möchte erst einmal in die Saison einsteigen und Erfahrungen sammeln. Auch mit der Hitzevorbereitung, die ich zu Hause gemacht habe, und mit dem Rennen selbst. Ein Rennen unter solchen Bedingungen habe ich noch nie gemacht. Wenn es gut läuft, bin ich happy. Wenn es nicht gut laufen sollte, dann bin ich auch nicht zu enttäuscht. Ich weiß, dass ich das erste Rennen benötige, um reinzukommen. Ich weiß, dass es in der restlichen Saison auf jeden Fall noch einmal deutlich besser wird. Aber trotzdem nehme ich es natürlich ernst und gebe am Sonntag alles. Vor allem habe ich richtig Bock, in die Saison einzusteigen.
MN: Unabhängig von der Ausgangslage möchte ich natürlich immer möglichst gut performen. Von daher probiere ich, mir nicht zu viel Druck zu machen. Auf dem Papier ist vielleicht mehr Druck da, aber wenn es in Richtung Race Day geht, will ich ohnehin bei jedem Rennen gut sein. Ich habe vor vier Wochen die Info bekommen, dass ich in Singapur starten kann und hatte diese Zeit, um mich spezifischer darauf vorzubereiten.  Ich glaube, dass es so gut passt. Was nach dem Rennen folgt, ist für mich noch komplett ungewiss. Ich habe noch keine Pläne, weil für die weitere Saisonplanung viel von Sonntag abhängt.

Peter Jacob / spomedis Standortbestimmung: Frederic Funk möchte in Singapur vor allem Erfahrungswerte für die weitere Saison sammeln.

Welche Eindrücke und Erkenntnisse habt ihr aus dem T100-Auftakt in Miami gewonnen?
FF: Ich hatte nicht unbedingt FOMO („Fear of missing out“ (Angst, etwas zu verpassen), Anm. d. Red.) oder war traurig, das Rennen ausgelassen zu haben. Dort war es ebenfalls heiß. Da hat man gut gesehen anhand der einzelnen Athleten, wie man am besten in der Hitze racen sollte – beziehungsweise, wie man es nicht machen sollte (lacht). Da hat man einiges mitnehmen können, mit Blick auf Singapur.
MN: Das sehe ich auch so. Jeder, der dort gestartet und ein bisschen hochgegangen ist, wird in Singapur umso konservativer racen. Hier gibt es noch extremere Bedingungen. Wenn man schon in Miami hochgeht, ist man in Singapur vielleicht noch etwas vorsichtiger. Wer hinten raus noch nicht zu überhitzt ist, wird einigermaßen gut durchkommen.

Ihr erwartet demnach eine andere Renndynamik als in Miami, wo es ebenfalls heiß war?

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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