Laura Lindemann bloggt #2:
Vom Höhenloch in den verspäteten Saisonstart

Die Saison 2020 nimmt für Laura Lindemann endlich Fahrt auf. Nach dem eigens organisierten 5.000-Meter-Wettkampf geht es für ein Testrennen in die Tschechische Republik. Im September stehen dann höchstwahrscheinlich sogar zwei WM-Rennen in Hamburg an. Laura Lindemanns Weg nach Tokio 2021 – Blog Nummer zwei.

Langsam nervt mich die Saison. Ich komme mir vor, als hetzte ich den Wettkämpfen hinterher und kurz bevor es losgeht, werden diese abgesagt. So war es mit der EM in Tartu und so war es mit der Leichtathletik-DM in Braunschweig. Die Gründe waren natürlich nicht die gleichen, aber für das eigene Gefühl spielt das ja keine Rolle.

Die Absage der EM war ja schon absehbar, dass ich über die 5.000 Meter bei der Deutschen Meisterschaft nicht starten konnte, war wirklich ärgerlich –am Ende weiß ich eigentlich auch gar nicht ganz genau warum. Irgendwie soll eine andere Athletin für ihren Start oder gegen meine Meldung geklagt haben oder so ähnlich. Das war ärgerlich für mich – um es mal vorsichtig zu sagen – obwohl ich die Sicht der Athletin auch verstehen kann. Egal, ich werde jetzt in jedem Jahr mal eine DLV-Zeit laufen, man weiß ja nie. Mein Vorhaben, beim selbst gestalteten Bahnrennen unter 16 Minuten zu bleiben, habe ich dann auch ganz knapp nicht geschafft. Nicht, weil es noch 35 Grad waren, sondern weil ich wahrscheinlich den Anfängerfehler schlechthin gemacht habe: Wir sind die erste Runde angegangen, also ob nur zwei Runden zu laufen sind (65 Sekunden) und das hat mich für den Rest des Laufes gekillt. So ein Bahnrennen ist eben doch was anderes. Auf jeden Fall wäre ich bei der Entscheidung um die Medaillen Silber und Bronze dabei gewesen. Alina Reh ist ja eine lockere 16:08 Minuten gelaufen und die nächsten waren dann nochmal sieben Sekunden dahinter. Nun kann man dieses Rennen ja nicht als Maßstab nehmen, aber auch bei den Meldezeiten war ich überrascht, welche Zeiten da insgesamt gelaufen werden (bis auf Reh und Klosterhalfen natürlich). Ich meine, ich bin Triathletin und kann da eigentlich voll mithalten. 

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Zwei verrückte Wochenenden im September

Ich bin jetzt jedenfalls im „Höhenloch“ – also rund zwei Wochen nach der Rückkehr aus der Höhe und es fühlt sich alles sehr, sehr schwer an. Im vergangenen Jahr war das aber genauso und die Rennen in Lausanne und Banyoles liefen dann aber wirklich gut. Und darauf kann ich auch jetzt hoffen: Das WTS-Rennen in Hamburg soll jetzt sogar als Einzel-WM stattfinden. Und auch das Weltcup-Rennen in Karlsbad steht vermutlich noch an. Das werden zwei verrückte Wochenenden, weil im Grunde die gesamte Startliste aus Hamburg auch nach Karlsbad reist. Sogar Flora Duffy will bei beiden Rennen starten. Ich bin gespannt, wie das alles wird mit den ganzen Corona-Einreisebestimmungen. Aber egal – Hauptsache die Saison geht los. 

Es wird schön, mal wieder alle zu sehen und auch ein ernsthaftes Rennen zu machen. Die Rennen im Olympischen Triathlon finden ja immer wie in einem rundreisenden Zirkus statt und obwohl ich dachte, dass ich das gar nicht so brauche, vermisse ich es doch. Meine neuseeländische Trainingspartnerin Debby Lynch habe ich nun seit der Verabschiedung auf Mauritius im März nicht mehr gesehen. In den vergangenen vier Jahren war sie im Sommer immer hier in Deutschland. Auch mit Ai Ueda aus Japan waren eigentlich noch weitere Trainingslager geplant. Sie habe ich zuletzt im Januar in Südafrika gesehen und ich freue mich schon, dass sie, wie Jolanda Annen aus der Schweiz, nach dem Rennen in Hamburg zu mir nach Potsdam kommen und wir uns auf Karlsbad vorbereiten. Also drückt alle die Daumen für mich, dass nicht noch irgendwas dazwischen kommt und wenn ihr Lust habt, schaut es auch im Fernsehen an. Das Damenrennen startet am Samstag um 18 Uhr.

Heute fahren ich schon mal zum „Aufwärmen“ zu einem Triathlon nach Tschechien – nach Brno. Es ist eine Sprintdistanz des „Czech-Cup“  – keine Ahnung, was mich da erwarten wird, aber dies wird dann tatsächlich mein erster Triathlon 2020. Ich werde euch berichten …

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3 Kommentare
  1. Beate

    “…am Ende weiß ich eigentlich auch gar nicht ganz genau warum.”

    Warum wohl? Weil die Athletin ebenso wie du sich das ganze Jahr den Hintern im Training aufreißt, um bei Deutschen Meisterschaften zu starten und sich dafür legal qualifiziert hat. Einfachste Lösung wäre für dich gewesen, bei irgendeinem Wald- und Wiesensportfest auf der Bahn eben die 5000m im Vorfeld schneller zu rennen und dich so offiziell zu qualifizieren. Wie würdest du reagieren, wenn eine Athletin, die meint besser zu schwimmen und zu radeln, dir deinen Startplatz bei Deutschen Triathlonmeisterschaften nehmen würde?

    Was ich auch nicht verstehe, wieso du nicht danach bei einem anderen, offiziellen Wettkampf die 5000m gerannt bist. Es gibt diese ja im Moment auf der Bahn in ausreichender Anzahl. Dann wäre die Zeit auch am Ende verwertbar.

  2. Sabine

    Da gebe ich Beate völlig recht. Genau auf den Punkt gebracht. Es mutet zudem etwas arrogant an zu schreiben, dass man um eine Medaille hätte mitlaufen können, wenn einige noch sehr gute Läuferinnen gar nicht erst am Start waren und man am selben Abend mit 4 Tempomachern, die einen noch das Getränk reichen und mit kaltem Wasser übergießen, einen eigenen Lauf bestreitet, der mit einem regulären Leichtathletik Wettkampf rein nichts zu tun hat!

    1. Laura Lindemann

      Sorry, wenn sich die Leichtathletinnen getroffen fühlen. Das war nicht meine Absicht. Natürlich kann man einen “Einzel”-Lauf über 5.000 m und ein Meisterschaftsrennen nicht vergleichen. Das habe ich so auch nicht gemacht. Gegen die besten Mittelstreckenläuferinnen aus Deutschland habe ich natürlich keine Chance – es ist ja nicht meine Sportart oder Wettkampfformat. Mir ging es nur um einen Test in einem Wettkampf oder wettkampfnah, den ich gern bei der DM in Braunschweig gemacht hätte – einfach weil zu dem Zeitpunkt im Triathlon noch nichts sicher in Aussicht war und die Motivation und der Spaß dann noch höher gewesen wäre. Das ich am Ende nicht starten konnte verstehe ich und akzeptiere es. Ich werde auf jeden Fall jetzt mal eine reguläre 5.000 m DLV Zeit laufen damit ich auch so mal dort starten kann – aber erst nach den wenigen Triathlon Rennen in diesem Jahr…
      Meine DLV Lizenz behalte ich jedenfalls…

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