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Dopingverstoß: Österreichischer Agegrouper für zwei Jahre gesperrt

Alexander Pachschwöll, ein österreichischer Agegroup-Triathlet und Gewinner beim Ultratriathlon-Weltcup 2023 in Bad Radkersburg über die Triple-Ultra-Distanz, wurde rückwirkend zum 3. September 2023 für zwei Jahre wegen der Anwendung von verbotenen Substanzen gesperrt.

(c) Oshuklina | Dreamstime.com

Als unabhängige Dopingkontrolleinrichtung im Sinne des Paragraf 5 in Verbindung mit Absatz 18 des Anti-Doping Bundesgesetzes 2021 (ADBG 2021) hat die NADA Austria gegen Alexander Pachschwöll einen Prüfantrag wegen eines Verstoßes gegen geltende Anti-Doping-Bestimmungen bei der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) eingebracht. Ausgehend von diesem Prüfantrag und dem vollen Geständnis des betroffenen Sportlers kann davon ausgegangen werden, dass Pachschwöll am 3. September 2023 im Rahmen des Ultratriathlon Bad Radkersburg eine Urinprobe abgegeben hat, die die verbotene Substanz „4-Methylhexan-2-amine“ (Klasse „S.6b. – Spezifische Stimulanzien“) enthielt.

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Alexander Pachschwöll hatte im vergangenen Jahr beim Ultratriathlon-Weltcup das Rennen über 11,4 Kilometer Schwimmen, 540 Kilometer Radfahren und 126 Kilometer Laufen in einer Gesamtzeit von 43:51:27 Stunden für sich entschieden.

Was sind 4-Methylhexan-2-amine?

Methylhexanamin ist eine Stimulanz, die häufig als Substanz vielen Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wird. Die Präparate werden unter anderem als „Fettburner“ und als Produkte zur „Verbesserung der Sauerstoffkapazität bei harten Belastungen“ intensiv beworben. Einer der prominentesten Dopingfälle im Kontext eines positiven Dopingbefunds auf Methylhexanamin ist der von Evi Sachenbacher-Stehle. Die ehemalige Skilangläuferin sowie spätere Biathletin wurde während der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi positiv getestet. Wie die damals 33-Jährige berichtete, soll ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel zum positiven Befund geführt haben. Die Werte bei der Olympiasiegerin von 2002 und 2010 seien damals im Grenzbereich gewesen, aber dennoch vom russischen Dopinglabor gemeldet worden.

WADA Statistik für Methylhexanamin (positive Befunde) 

In der Statistik der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gab es hauptsächlich in den Jahren 2010 bis 2013 eine Vielzahl an positiven Befunden. Mittlerweile ist ein deutlicher Rückgang der positiven Befunde für Methylhexanamin zu verbuchen. Unter anderem ist die Substanz auch unter anderen Namen auffindbar, die jedoch nicht alle namentlich in der WADA-Verbotsliste aufgeführt werden.

4-Methyl–hexanamin(e)Forthan(e)
4-Methyl-2-hexylamin(e)2-Hexanamine, 4-methyl-
2-Methyl-4-methylhexanFloradrene
1,3-Dimethylamylamin(e)DMAA
1,3-Dimethylpentylamin(e)Geranamin(e)
2-Amino-4-methylhexan(e) Pentylamine, 1, 3-dimethyl-

Neben diesen analogen Namen werden bei methylhexanaminhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln als Inhaltsstoffe auch Geranium-Extrakte aufgeführt, wie Geranium-Wurzel-Extrakt (geranium root extract) oder Geranium-Öl-Extrakt (geranium oil extract).

In Deutschland bleiben Dopingfälle meist geheim

Woran liegt es, dass es immer wieder namentliche Bekanntmachungen von Dopingsündern aus Österreich gibt und in Deutschland kaum ein Fall bekannt ist? Bis zum Jahr 2021 sah das noch anders aus. Damals gab es die NADAjus, eine Datenbank der Nationalen-Anti-Doping-Agentur (NADA), in der die Art und das Datum des Verstoßes veröffentlicht wurden, ebenso die verbotene Substanz oder Methode sowie die Sanktionen. Die deutschen Athleten wurden in der Datenbank nur mit Initialen und nicht, wie von der WADA gefordert, mit Klarnamen veröffentlicht. Diese Datenbank wurde jedoch abgeschaltet, da ein Dopingsünder geklagt hatte, dass sein Name veröffentlicht worden war. Aus Sicht der Landesdatenschutzbeauftragten Nordrhein-Westfalen (LDI NRW) ist die Veröffentlichung von personenbezogenen Informationen und Schiedssprüchen aus Disziplinarverfahren im Internet in der von der NADA bis dahin durchgeführten Art und Weise nicht zulässig. Die LDI NRW bezieht sich dabei auf die Auslegung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

In Österreich wird anders vorgegangen. Dort gibt es eine solche Datenbank noch, öffentlich einsehbar. Enthalten sind in der aktuellen Supendierungs- und Sperrliste vier Athleten aus dem Triathlon. Neben der zweijährigen Sperre gegen Alexander Pachschwöll gibt es noch zwei weitere Sperren gegen Johann Lienhart mit Ablaufdatum am 21. Juni 2030 und Emanuel Marcel Moser mit Ablauf am 23. Juni 2027. Moser war unter anderem Servicemann des ehemaligen Skilangläufers Johannes Dürr, der im Prozess „Operation Aderlass“ involviert war und eine lebenslange Sperre erhielt. Ebenfalls eine lebenslange Sperre hat der ehemalige Triathlet Hannes Hempel, der nach einer vierjährigen Sperre im Jahr 2013 erneut positiv getestet wurde.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.
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