Laura Lindemann bloggt #3:
Eine kurze, völlig ungewöhnliche Saison geht zu Ende

Eine kurze und – Corona-bedingt völlig ungewöhnliche – Saison geht für Laura Lindemann zu Ende, mit einer WM-Medaille in der Tasche. Was für ein Resümee die 24-Jährige für das Triathlonjahr 2020 zieht und wie die kommenden Wochen aussehen, erzählt sie in ihrem dritten Blog.

Eine kurze Saison liegt hinter mir. Dritte beim WTS-Rennen in Hamburg und Sechste beim Weltcup in Karlsbad. Bin ich zufrieden? Ich weiß es nicht  – eigentlich nicht.

Das Rennen in Hamburg wurde ja kurzfristig noch zur Weltmeisterschaft gemacht – die Beweggründe kann ich nachvollziehen – aber so richtig war es natürlich keine WM, weil einige Athleten keine Chance hatten anzureisen. Ich freue mich trotzdem über die Bronzemedaille, weil eigentlich die Besten des Vorjahres da waren. Und selbstverständlich war die Medaille gut für die allgemeine Aufmerksamkeit. Das Rennen in Karlsbad lief bis zum Laufen gut und dann schlecht. Froh bin ich, dass ich doch gut über die “Corona-Zeit” gekommen bin. Ich war zumindest in Hamburg konkurrenzfähig.

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Auf der Suche nach dem perfekten Rennen

Nach jedem Rennen analysiert man das Geleistete mit dem engen Umfeld – und da musste ich mir zurecht einiges anhören. Ich will da gar nicht zu sehr ins Detail gehen – ein paar Sachen waren ja live zu sehen und wurden auch live kommentiert. Ich bin ja nun schon eine Weile dabei und muss immer wieder etwas dazulernen. Das ist wahrscheinlich so ähnlich wie die Suche nach dem perfekten Rennen. Die Dynamik in einem solchen Rennen ist allerdings auch schwer zu vermitteln und vermutlich auch der Grund für derartige Fehler. In einem Rennen mit Jessica Learmonth und Flora Duffy ist man beispielsweise in fast jeder Sekunde auf dem Rad voll gefordert. Ich habe es in diesem Jahr zum Glück geschafft, dass ich mir auch manchmal aussuchen kann, an welcher Position ich fahre und nicht immer gezwungen bin zu reagieren. Trotzdem werde ich noch zu oft überrascht von Rennsituationen. Aber faszinierend wäre es nach wie vor, ein Rennen mal selbst zu kontrollieren und zu bestimmen, in möglichst jeder beliebigen Situation. Ich habe jedenfalls noch viel an meinen Leistungen zu arbeiten, aber ich sehe die Möglichkeiten, die ich mir erarbeiten kann.

Richtig gefreut habe ich mich über Lisa Tertsch in Hamburg und in Karlsbad. Ihre Laufleistungen waren wieder einmal beeindruckend. Sie hat wirklich großes Potential und es ist schade, dass wir nicht mehr zusammen trainieren.

Nach kurzer Pause voller Fokus auf die Olympischen Spiele

Nach Karlsbad habe ich jetzt erst mal eine kurze Saisonpause gemacht. Weitere Rennen werde ich in diesem Jahr nicht mehr machen und die Planungen sind wieder voll auf die Olympischen Spiele ausgelegt. Ich hoffe, dass diese dann 2021 stattfinden können. Wir müssen jetzt immer einen Plan B haben – was relativ aufwendig ist, aber zum Glück muss ich mich wenig darum kümmern.

Ich bin dankbar, dass ich drei Rennen machen konnte, denn diese kurze Saison hat mir noch einmal deutlich aufgezeigt, woran ich arbeiten muss. Das war wirklich sehr wichtig und ich weiß, dass ich immer noch alles selbst in die Hand nehmen kann.

Viele Grüße, eure Laura

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