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Triathlon rund um die Welt
Jonas Deichmann erreicht in der dritten Disziplin die Halbzeitmarke

60 Marathons in 58 Tagen: Jonas Deichmann ist seinem Zeitplan zwei Tage voraus. Am Freitag passierte er nach 2.530 Kilometern die Halbzeitmarke der dritten Disziplin. In jedem Dorf und jeder Stadt wird für den deutschen Abenteurer, “den echten Forrest Gump”, mittlerweile der rote Teppich ausgerollt.

Vor knapp einer Woche hat Deichmann die historische Stadt Zacatecas verlassen. Seitdem wird der Trubel um seine Person immer wilder. “Ich bin jetzt hier als der echte Forrest Gump bekannt und fast täglich gibt es eine nationale News-Story über mich. Mein Vorhaben läuft auf CNN und allen weiteren großen Fernsehsendern und auch in den Zeitungen wird über mich berichtet”, sagt Deichmann.

Aus der Bergbaustadt Zacatecas heraus wurde der Abenteurer von einer Polizeieskorte und mehreren Läufern begleitet. “Dann bin ich die nächsten 30 Kilometer erst einmal auf der viel befahrenen Autobahn unterwegs gewesen , bevor es ein wenig einsamer wurde. Die Strecke verlief dabei immer ein wenig hügelig, teilweise aber auch komplett flach.” Nächstes Etappenziel war dann das Örtchen Ojocaliente. Dort angekommen standen erneut 50 Kilometer zu Buche. Wie mittlerweile in fast jeder Ortschaft wurde Deichmann auch in Ojocaliente wieder von ein paar Läufern empfangen.

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Am darauffolgenden Morgen machten sich sogar einige Sportler aus dem rund 80 Kilometer entfernten Aquascalientes auf den Weg in Richtung Deichmann, um ihn zu begleiten. “An dem Tag bin ich dann wieder 55 Kilometer gelaufen, ein sehr langer Tag bis nach Pabellón de Arteaga.” Belohnung für einen der bislang erfolgreichsten Tage in der dritten Disziplin gab es in Form eines Empfangs durch die Stadtverwaltung sowie die Einladung zum Grillen eines Bürgermeisterkandidaten.

Landschaftlich sind die Kilometer, die Deichmann sammelt, nicht von größter Besonderheit. Ein paar Hügel, meist flache Strecke lassen ihn gut vorankommen. Gesundheitlich hatte Deichmann in den vergangenen Tagen erneut kurz Probleme mit dem Knöchel, die sich aber wie bereits in der Vorwoche wie von Geisterhand wieder in Luft auflösten. “An dem 55-Kilometer-Tag hat sich das erstaunlicherweise wieder erholt und seitdem habe ich auch keine Probleme mehr.” Komplett spurlos gehen die täglichen Marathons natürlich nicht an ihm vorbei. In den letzten Wochen habe er ordentlich Gewicht verloren. “Mein Körperbau hat sich ganz schön verändert”, sagt er.

Polizei sperrt Kreuzungen in der Millionenstadt für Deichmann  

Von Pabellón de Arteaga nach Aguascalientes folgte eine etwas kürzere Etappe mit rund 35 Kilometern, bei der Deichmann zwischenzeitlich von bis zu 40 Sportlern begleitet wurde. Als er nachmittags im Zentrum ankam, ging es direkt ins heimische Baseball-Stadion. “Baseball ist Volkssport in Mexiko”, sagt Deichmann. Beim Erstligateam Rieleros de Aguascalientes, das sich gerade in den Playoffs befindet, wurde ihm dann die Ehre zuteil, den Eröffnungsball des Spiels an diesem Abend zu werfen. “Danach habe ich dann noch bei zwei Läufern übernachtet und habe dann sogar noch von einem Kulturbeauftragten der Stadt eine Ehrung bekommen.”

Auf dem Weg in die 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt León de los Aldama wurde es wieder ein wenig hügeliger. Am Wegesrand passierte Deichmann jede Menge landwirtschaftlich genutzte Felder mit Bohnen, Mais und Viehzucht. Mitte der Woche erreichte er dann León de los Aldama, eine der größten Metropolen des Landes.”Bei dem Einlauf nach León hat es brutal geregnet. Die Straßen waren richtig überschwemmt. Das ist hier alles betoniert und läuft nicht ab. Ich habe zum Glück eine Polizei-Eskorte in die Stadt bekommen. Das war ziemlich verrückt. Ich habe eine ganze Abteilung bekommen mit acht Polizeimotorrädern und auch noch Autos dazu. Sie haben mich auf der sechs- bis achtspurigen Hauptstraße in die Stadt begleitet und haben im Zentrum an den Ampeln und Kreuzungen die Autos angehalten, damit ich durchlaufen konnte”, berichtet Deichmann. Durch diesen “unglaublichen Service” musste er auch nicht auf dem überfluteten Seitenstreifen laufen, sondern konnte die Stadt mitten auf der Straße die Stadt durchqueren. Und auch für einen Empfang, ein Abendessen und eine Übernachtung war in der Stadt wieder gesorgt.

Das nahezu gesamte Land kennt den deutschen Abenteurer

Mit Polizeieskorte ging es am nächsten Tag dann auch wieder heraus aus der Großstadt. “Das war ein unglaublicher Verkehr. Es war zwar sicher mit der Eskorte, aber Spaß ist dann auch etwas anderes, wenn ein Lkw nach dem anderen an dir vorbeisaust.” Entschädigt wurde Deichmann aber wieder durch die herzliche Art der Einheimischen. “Auch in León war ich wieder nationale News-Story.” Die Leute am Straßenrand feierten Deichmann, hatten teilweise Plakate für ihn vorbereitet. Überall gab es Essen und Wasser. Und immer wieder kamen auch Mitläufer dazu. “Es scheint mich hier wirklich jeder zu kennen. Ich bekomme auch überall Einladungen. Und die Autos grüßen mich alle per Hupe und machen einen extragroßen Bogen um mich herum. Das ist einfach super. Von solch einem Service, den ich hier bekomme, träume ich in Deutschland nur von”, sagt Deichmann. 

Nach 30 Kilometern auf der Hauptstraße ging der Weg weiter in Richtung Guanajuato. “Ich bin abends noch mit ein paar Läufern in die Stadt gegangen, um mir ein wenig das Zentrum anzuschauen. Eine wirklich wahnsinnig schöne Stadt mit bunten Häusern. Das ist toll, dass ich beim Laufen auch ein wenig Sightseeing machen kann. Beim Fahrradfahren ist ja sonst eher immer Kilometer bolzen angesagt. Den Marathon laufe ich ja mittlerweile in gut 5:15 Stunden reiner Laufzeit und da ist noch viel Freizeit nebenher möglich.” Von Guanajuato ging es über eine kleinere Straße hoch in die Berge, in die Sierra de Guanajuato. “Das war wunderschön mit einer tollen Berglandschaft und auch deutlich weniger Verkehr.” 

Jonas Deichmann Fans an jeder Straßenecke: Die Mexikaner feiern den “echten Forrest Gump” wie einen Helden.

Nach der Halbzeitmarke ist Mexiko Stadt nicht mehr weit entfernt

Kurz vor San Miguel de Allende erreichte Deichmann am Freitag dann die Halbzeitmarke. 2.530 Kilometer, die Distanz von 60 Marathons hatte er somit nach 58 Tagen in der Tasche. “Ich fühle stark, frisch und bin motiviert für die nächsten 60 Marathons. In der ersten Oktoberwoche bin ich dann hoffentlich pünktlich in Cancún am Strand und kann mir dort ein paar Margaritas zur Belohnung gönnen.”

In der kommenden Woche wartet das nächste Highlight. Dann erreicht Deichmann Mexiko Stadt. Mit seiner Ankunft in der Hauptstadt des Landes plant er für Donnerstag oder Freitag. Auch in der knapp 9-Millionen-Einwohner-Metropole soll es wieder mitten durchs Stadtzentrum gehen. “Das wird sicherlich auch noch einmal eine spannende Erfahrung”, sagt er. 

Jonas Deichmann berichtet auf tri-mag.de regelmäßig von seinem Triathlon rund um die Welt. Weitere Informationen zu seinen bisherigen Abenteuern sowie ein Livetracker zu seinem Triathlon rund um die Welt finden sich auf seiner Website jonasdeichmann.com.

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