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Jonas Deichmann hat genug vom „Luxusleben“

Ein festes Dach über dem Kopf, ein Bett als Schlafplatz und ein Kühlschrank. Nicht unbedingt das, was sich Jonas Deichmann auf seinem Triathlon rund um die Welt für seine Unterkunft vorgestellt hat. Zumindest nicht dauerhaft. Nach den Wochen, die er Ende vergangenen Jahres und Anfang 2021 in der Türkei mit warten in einer Ferienwohnung verbracht hat, sitzt der 34-Jährige derzeit in Wladiwostok fest. Ein einheimischer Radfahrer bietet ihm derzeit eine Unterkunft, von der aus Deichmann seine Weiterreise nach Mexiko organisiert. Der Abenteurer ist dankbar für die Unterstützung, sagt aber auch: „Ich habe langsam genug von dem Komfort und dem Luxusleben.“ Daher versucht Deichmann, bei Gelegenheit rauszukommen und von Zeit zu Zeit auf einer einsamen Insel vor Wladiwostok zu zelten. „Ich habe dort auf einer Klippe übernachtet, das war der Wahnsinn.“

Keine Schiffe, keine Direktflüge

Nebenbei arbeitet er an einer Lösung für das Problem, dass er irgendwie über den Pazifik zur Laufstrecke nach Mexiko kommen muss – und sich bislang keine Möglichkeit ergeben hat. „Ich habe mit allen möglichen Konsulaten telefoniert, Reedereien gesprochen und nach Flügen gesucht. Auch das ist nicht so einfach.“ Dass ihn ein Segelboot mitnehmen wird, ist mittlerweile ausgeschlossen. „Ich hatte lange die Hoffnung, dass mich ein Frachtschiff mitnehmen könnte und hatte sogar eines gefunden, das am Samstag nach Korea ausgelaufen ist und dann nach Mexiko fährt. Ich durfte dort aber nicht rauf. Die Reedereien haben so strenge regeln, dass selbst die Geschäftsführer nicht auf die Schiffe dürfen. Die Crews leben monatelang in Blasen.“

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Deichmanns Visum läuft bald ab

Da ansonsten keine Frachtschiffe ausfindig zu machen waren, die nach Mexiko fahren, und eine Einreise in ein anderes asiatisches Land aufgrund der Coronapandemie unmöglich ist, zeichnet sich nur eine Lösung ab: das Flugzeug. „Während in Europa die Einschränkungen eher gelockert werden, ist hier das Gegenteil der Fall. Wegen der Mutation aus Indien verschärfen viele Länder hier ihre Maßnahmen eher. Auch wegen der Olympischen Spiele wird zum Beispiel in Japan derzeit nicht gelockert, damit die Spiele durchgezogen werden können.“

privat Einfach mal raus: Jonas Deichmann tauscht Luxus auch in der Wartezeit gern gegen Abenteuer.

Am 15. Juni läuft sein Visum aus, der Seeweg erscheint unmöglich. „Aber auch einen Flug zu finden, der über den Pazifik führt, ist nicht ganz einfach. Ich darf ja nicht in die USA zum Transit. Und über Europa möchte ich nicht fliegen, weil es die falsche Richtung wäre. Bleiben nur Flüge über Japan oder Korea, aber die gibt es praktisch nicht. Außerdem herrschen in allen Ländern an den Flughäfen strenge Corona- und Transitvorschriften. Die Airlines stellen teilweise nicht ein Ticket aus, sondern bei Zwischenstopps mehrere separate Flüge. Dann kann ich aber aufgrund der Einschränkungen nicht einchecken. Es ist kompliziert und eine riesige Herausforderung“, so Deichmann. „Bisher weiß ich nicht, wie ich über den Pazifik komme, aber irgendeine Lösung wird es schon geben.“

Vorfreude auf Mexiko

Der Abenteurer behält das große Ziel im Blick. „Die aktuelle Situation ist schade, weil ich das Projekt mit so wenig CO2-Ausstoß wie möglich absolvieren wollte. Aber durch Corona sind die Zeiten derzeit besonders. Wenn es nicht anders geht, kann ich es eben nicht ändern. Das Ganze ändert ja auch nichts daran, dass es ein Triathlon um die Welt und 120-facher Ironman ist. Ich freue mich auf die Wüste und die Hitze in Mexiko.“ Denn seit seiner Ankunft in Wladiwostok hat er sich von den Strapazen der Radstrecke erholt. „Ich fühle mich körperlich fit und gelangweilt. Ich bin bereit für die Laufstrecke in Mexiko.“

Jonas Deichmann berichtet auf tri-mag.de regelmäßig von seinem Triathlon rund um die Welt. Weitere Informationen zu seinen bisherigen Abenteuern sowie ein Livetracker zu seinem Triathlon rund um die Welt finden sich auf seiner Website jonasdeichmann.com.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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