Dienstag, 23. April 2024

Ohne T100-Tour: Die Saisonplanung der besten deutschen Triathleten

Die T100-Tour der Professional Triathletes Organisation (PTO) sorgt für die eine oder andere Besonderheit im Rennkalender. Wer nicht zu den insgesamt 40 Starterinnen und Startern der Tour zählt, hat einen Alternativplan parat.

Patrick Lange Sieger Ironman Hawaii 2018
Frank Wechsel / spomedis Das Saisonziel von Patrick Lange ist klar: die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii, bestenfalls mit Titel Nummer drei.

Patrick Lange

Der Ironman-Vizeweltmeister gehört zu den Athleten, die bewusst auf eine Teilnahme an der T100 Triathlon World Tour verzichten. Mit Platz zehn der PTO-Weltrangliste wäre Lange eigentlich fester Bestandteil des 20-köpfigen Starterfeldes. Doch noch bevor die PTO die Stationen ihrer neuen Rennserie verkündete, hatte der 37-Jährige klargestellt, dass er der Einladung nicht folgen werde. Langes Fokus liegt stattdessen voll und ganz auf der Ironman-Weltmeisterschaft, die für Männer in diesem Jahr wieder in Kailua-Kona stattfinden wird. Selbstverständlich bleibt es nicht bei diesem einen Wettkampf. Mit der Konzentration auf die Ironman Pro Series stehen einige attraktive Rennen zur Auswahl. Auch andere Veranstalter bieten Events, die zu Patrick Langes Stärkenprofil passen würden. Insgesamt wird er im Jahr 2024 bei sechs Rennen an den Start gehen, mit konkreten Daten und Orten hält er sich noch bedeckt.

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Anne Reischmann

Für Anne Reischmann stellt die Ironman-Weltmeisterschaft in Nizza den Grundpfeiler der Saisonplanung dar. Die 31-Jährige hatte sich die Quali bei ihrer zweiten Langdistanz beim Ironman Cascais in Portugal gesichert und steht nun vor ihrem Ironman-WM-Debüt. Für eine optimale Vorbereitung steht als Nächstes ein Trainingslager vor Ort an. Im März zieht es Reischmann schließlich in tropische Gefilde: Heat-Prep auf der thailändischen Insel Phuket. Als 24. des PTO-Rankings stehen die Chancen Reischmanns auf eine Wildcard nicht schlecht, das Rennen in Singapur am 13. April würde zudem gut in die Planung und den Reiseplan passen. Auf ihr Glück verlassen will sie sich jedoch nicht. Als Alternative hat Anne Reischmann das Ironman-70.3-Rennen in Cebu auf den Philippinen am 21. April ins Auge gefasst. Bevor schließlich die unmittelbare Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Nizza beginnt, steht eine weitere große Langdistanz in Reischmanns Rennkalender. Weitere Wettkämpfe seien noch offen.

Jan Stratmann

Im vergangenen Jahr wurde Jan Stratmann Dritter bei der Ironman-70.3-WM in Lahti und befindet sich derzeit auf Platz 43 des PTO-Rankings. Für einen sicheren Startplatz bei der T100-Tour reicht das nicht. Im Gespräch mit tri-mag.de erzählte der 28-Jährige, dass er eine Wildcard annehmen würde, wenn diese nicht zu kurzfristig käme. Seine Rennen wolle er nach guten Startfeldern aussuchen und sich, soweit möglich, mit den Besten messen. Als möglichen Saisoneinstieg hat Stratmann die Premiere des Ironman 70.3 Valencia ins Auge gefasst, das Rennen findet am 21. April statt. Von dort soll es weitergehen nach Mallorca – zum Ironman-70.3-Wettkampf am 11. Mai. Nachdem Stratmann im vergangenen Jahr beim Ironman Cascais sein Debüt auf der Langdistanz gegeben hatte, will er sich auch in diesem Jahr wieder auf diese Strecke wagen. Ein großes Rennen in Deutschland steht dafür in seinem Kalender. „Ich bin gespannt, was die Saison bringen wird – für mich wahrscheinlich auch ohne PTO.“

Mika Noodt

Er befindet sich derzeit im Trainingslager in Namibia. Dass Mika Noodt bei der T100-Tour nicht dabei sein würde, war keine Überraschung für den 23-Jährigen. „Trotzdem ist das natürlich schade“, sagte er gegenüber tri-mag.de. Seine Strategie: Mit guten Resultaten bei anderen Rennen überzeugen. „Dann kommt man irgendwann nicht mehr darum herum, mich zu nehmen.“ Dieses Vorhaben will er als Motivation für die Saison nutzen und entsprechend bei Wettkämpfen über die Mitteldistanz mit möglichst starker Konkurrenz antreten. „Es kann sich jetzt umso mehr auszahlen, andere große Namen zu schlagen, um für die PTO attraktiv zu werden“, sagt Noodt. Die Hoffnung auf eine Wildcard bleibt ihm dennoch. „Es kann ja immer sein, dass jemand krank wird, sich verletzt oder Angst vor dem Wasser in Singapur hat.“ Kurzfristige Zusagen seien zwar nicht optimal, doch Noodt traut sich zu, trotzdem eine gute Leistung abliefern zu können. Er hofft, noch vor den Olympischen Spielen bei einem oder zwei T100-Rennen per Wildcard starten zu können und sich damit auch für die Events danach zu empfehlen. „Wenn das nicht klappt, wäre das auch kein Weltuntergang. Dann konzentriere ich mich auf stark besetzte Mitteldistanzen, konkrete Vorstellungen habe ich aber noch nicht.“

Daniela Bleymehl

„Ich möchte Rennen auswählen, für die ich richtig brenne“, sagt Daniela Bleymehl über ihre Saisonplanung. Als möglichen Einstieg nennt die 35-Jährige den Ironman Südafrika. „Leider zählt das Rennen nicht zur Ironman Pro Series und würde aus dieser Sicht eigentlich keinen Sinn ergeben. So zu denken, finde ich aber schade“, so Bleymehl. Von der Ironman-Serie will die Darmstädterin „nicht unbedingt mehr Rennen als nötig“ absolvieren, um offen für weitere Wettkämpfe sein zu können.

Florian Angert

„Ich finde es ein sehr gutes Zeichen, dass die PTO die neue Tour ins Leben gerufen hat und bin gespannt, wie es am Ende dann wahrgenommen wird“, sagt Florian Angert. Für ihn lief das Jahr 2023 aus sportlicher Sicht nicht wie erhofft, und auf aktuell Platz 63 des Rankings dürfte es zunächst schwer werden, per Wildcard einen Startplatz bei der T100-Tour zu ergattern. Angerts großes Ziel ist es, bei der Ironman-WM Ende Oktober „wieder konkurrenzfähig an der Startlinie zu stehen“. Dafür muss er sich noch qualifizieren. Für seinen Saisonstart reist der 31-Jährige in die USA. Dort stehen der Ironman 70.3 Oceanside und der Ironman Texas als Fixpunkte im Kalender. „Dann sehen wir weiter, welche Optionen sich im weiteren Verlauf noch auftun.“

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.

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