Montag, 26. September 2022
SzeneSo schnell musste man in Hamburg 2019 für die Hawaii-Quali sein

So schnell musste man in Hamburg 2019 für die Hawaii-Quali sein

40 Startplätze für den Ironman Hawaii am 12. Oktober wurden am Wochenende unter den 2.500 Starterinnen und Startern des Ironman Hamburg 2019 vergeben. Beziehungsweise am Montagmittag danach – bei der “Slot Allocation”, der Startplatzvergabe im Kreuzfahrtterminal in der HafenCity. Das Prozedere ist dabei etabliert: In jeder Altersklasse, in der mindestens eine Athletin oder ein Athlet finisht, gibt es einen Platz, die übrigen werden prozentual nach den jeweiligen Finisherzahlen auf alle Altersklassen verteilt. Daher wird die genaue Zahl der Plätze pro Altersklasse auch erst nach dem Rennen bekanntgegeben.

Werden Qualiplätze auch nach dreimaligem Aufruf des Namens durch den Hallensprecher Till Schenk nicht wahrgenommen, rücken die jeweils Nächstplatzierten nach. Werden in einzelnen Klassen gar keine Startberechtigungen wahrgenommen – was vor allem im fortgeschrittenen Wettkampfalter gelegentlich der Fall ist – geht der Platz an die nach dem genannten Prozentranking am weitesten oben stehende Altersklasse des gleichen Geschlechts.

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Der Start beim Ironman Hawaii 2019 kostet 975 US-Dollar plus 8 % Gebühren für den Anmeldedienstleister, in der Summe sind das derzeit umgerechnet rund 950 Euro. Mehr über die Kosten des Projekts “Ironman Hawaii” haben wir in diesem Artikel zusammengetragen.

Julia Gajer verzichtet

Neben den 40 Agegroup-Plätzen gab es in Hamburg auch noch jeweils einen Qualiplatz für die Profis der Frauen und Männer – und ein Kuriosum. Während bei den Männern nur der Sieger Christian Hogenhaug aus Dänemark zum Zuge kam, wurde bei den Frauen kräftig nachgerückt: Durch den späten Saisontermin waren bei beiden Erstplatzierten Susie Cheetham und Sarah Piampiano bereits qualifiziert, so dass die Freude der deutschen Triathlonfans über die Quali der Drittplatzierten Julia Gajer, die nach Verletzungs- und Babypause ein gelungenes Langstrecken-Comeback feierte, groß. Doch Gajer verzichtete freiwillig, da sie “nicht nach Hawaii fliegen möchte, um dort 20. zu werden”, wie sie gegenüber tri-mag.de sagte. Stattdessen wird Gajer noch in diesem Jahr frühzeitig versuchen, sich für die Ironman-WM 2020 zu qualifizieren. Da auch die in Australien lebende Schweizerin Caroline Steffen ihren Kona-Start schon vor dem Ironman Hamburg sicher hatte, freute sich deren Landsfrau Martina Kunz, die mit über einer halben Stunde Rückstand auf die Siegerin Fünfte wurde, über das Hawaii-Ticket.

Wenige Nachrücker bei den Agegroupern

Das ist uns bei der diesjährigen Hawaii-Quali beim Ironman Hamburg noch aufgefallen:

  • Hamburgs ältester Finisher ist auch auf Hawaii wieder dabei: Otto Tylkowski, der in diesem Jahr seinen 74. Geburtstag feiert, profitierte vom Verzicht des vier Jahre jüngeren Altersklassensiegers Rudolf Schubert und freute sich über den Hawaii-Slot in der Altersklasse M70-74. Tylkowski hat am Sonntag in 15:36:19 Stunden 75 Minuten nach Schubert gefinisht.
  • So weit wie bei den Profi-Frauen wurde in keiner Altersklasse nachgerückt. In der M25-29 gab es zwei Plätze, drei rückten nach, was fast eine halbe Stunden in der letzten Quali-Zeit ausmachte. 
  • Die höchste Agegroup-Platzierung, für die es ein Hawaii-Ticket gab, war der 9. Platz in der mit über 400 Athleten stark besetzten Altersklasse M45-49.
  • Während Julia Gajer auf ihren Startplatz verzichtete, gibt es auf Hawaii ein Wiedersehen mit einem andere Athleten im Erdinger-Trikot: Michael Göhner freut sich auf eine Hawaii-Reise mit seiner inzwischen fünfköpfigen Familie – als Altersklassensieger der M35-39, die er in 9:10:20 Stunden knapp mit 2:20 Minuten Vorsprung gewann.
  • In der jüngsten Männerklasse durfte sich der Zweitplatzierte Lukas Schnödewind über den einzigen Hawaii-Platz freuen – denn Sieger Timo Schaffeld, der 22 Minuten schneller als Schnödewind war, ist als WM-Titelverteidiger bereits seit Oktober für Kona qualifiziert.
  • Von den 30er-Klassen bei den Frauen und Männern an wird die letzte Qualizeit in jeder älteren Altersklasse konsequent langsamer. Allerdings reichte in beiden 25er-Klassen jeweils eine langsamere Zeit als in der F30 und M30. 
  • In den beiden 30er-Klassen finden sich auch die schnellsten Nicht-Qualifizierten: Jana Jennerich ging bei den Frauen in 10:29:27 Stunden ebenso leer aus wie der Belgier Jan de Clercq in 9:10:38 Stunden bei den Männern.
  • Am knappsten an der Quali vorbei schrammte der Siebtplatzierte der M40-44, Frank Plamann, dem am Ende nach 9:36:59 Stunden nur fünf Sekunden für das Hawaii-Ticket fehlten. 

Die Hawaii-Quali-Zeiten des Ironman Hamburg 2019

AGEGROUPSTARTERVERFÜGBARE SLOTSZEIT FÜR DIESEN PLATZLETZTER NACHRÜCKERZEIT NACHRÜCKER
FPRO8108:58:02509:29:03
F18-246110:29:59210:37:45
F25-2929111:00:54111:00:54
F30-3442110:03:27110:03:27
F35-3949210:33:56210:33:56
F40-4455210:33:27310:37:13
F45-4947110:35:11310:48:06
F50-5446111:01:51311:23:48
F55-5916112:43:38312:43:38
F60-6421keine Finisherin0keine Finisherin
F65-691114:31:550Slot nicht angenommen
MPRO13108:11:26108:11:26
M18-2439108:57:04209:19:29
M25-29151208:59:01509:28:28
M30-34265309:06:08409:07:24
M35-39372509:16:05509:16:05
M40-44381509:31:55609:36:54
M45-49402509:31:24909:48:25
M50-54339409:55:38510:04:37
M55-59156210:07:09310:23:48
M60-6459110:50:04311:01:07
M65-6910112:38:44212:46:24
M70-743114:22:21215:36:19
M75-7921kein Finisher0kein Finisher
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Unser Video: So lief die Slotvergabe beim Ironman Hamburg 2019
Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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