Frederic Funk bloggt:
Startschuss für den Weg nach Taupo

2020 bloggt Frederic Funk auf tri-mag über den Weg zu seiner ersten Ironman-70.3-WM als Profi: Hier kommt sein erster Blogeintrag mit einer kleinen Vorstellung und den Veränderungen, die bereits für dieses Jahr anstanden.

Lang ist es her, dass ich einen Blogeintrag geschrieben habe. Um genau zu sein, war der letzte über meinen ersten internationalen Profi-Sieg beim Ironman 70.3 Lanzarote Anfang Oktober 2019, wo ich mir auch die frühe Qualifikation für die Ironman 70.3 WM in Taupo dieses Jahr holen konnte. Da die Saison nun aber so langsam Fahrt aufnimmt und bald auch schon die ersten Rennen anstehen, ist es an der Zeit wieder eine gewisse Routine zu entwickeln. Von nun an werde ich meine Blogeinträge für die anstehende Saison hier auf tri-mag veröffentlichen, was mir dementsprechend eine neue Motivation zum Schreiben verleiht und mich sehr freut. Mein Ziel ist es, euch auf den Weg zu meiner ersten Ironman-70.3-WM Ende November mitzunehmen und ich werde hier persönlich über die Rennen und das Training bis dahin berichten. Leider ist mir aufgefallen, dass Blogeinträge von Profi-Triathleten ziemlich ausgestorben sind, obwohl das teilweise doch die Interessantesten sind (zumindest für mich). Meine Favoriten sind dabei definitiv die von Cody Beals und Cameron Wurf. Ich hoffe, dass ich etwas daran anknüpfen kann und meine Erfahrungen als Profi-Neuling hoffentlich ebenso interessant für euch sind.

Da dies nun wie gesagt eine neue Plattform für meinen Blog ist, gibt es vielleicht ein paar unter euch, die mich noch nicht kennen, da ich ja nun mit 22 Jahren auch noch nicht ganz so lange in dem “Profibusiness” dabei bin. Triathlon mache ich ambitioniert seit 2011. Mir wurde es zwar dank meiner Eltern bereits in die Wiege gelegt, aber bis auf ein paar wenige Wettkämpfe und zumindest Kraulen lernen hat mich das nicht so wirklich interessiert und ich hab mir meine Kondition über das Fußballspielen im lokalen Dorfverein erarbeitet. Als ich es dann aber damit nebenher in den Bayerischen Triathlon Kader geschafft habe, hat mich eine neue Motivation gepackt und ich hab sogar das Fußballspielen an den Nagel gehängt. In meinen Jugend- und Juniorenjahren startete ich bei nationalen Wettkämpfen und auch bei einigen Europa-Cups. Abschließen konnte ich das Ganze mit einem Deutschen Meistertitel 2016 in Nürnberg, womit ich mich auch für die Junioren-WM in Cozumel qualifizieren konnte. Die Jahre drauf startete ich zwar bei Elite-Europa-Cups, aber erfolgreich war ich eher bei den nationalen Rennen mit Windschattenverbot wie der Rothsee Triathlon oder der Frankfurt City Triathlon, wo ich meine Radstärke ausspielen konnte.

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Privat Das Radfahren gilt als Frederics stärkste Disziplin.

Dies führte dazu, 2018 mal eine Mitteldistanz zu probieren und bei der Challenge Riccione landete ich mit Platz 3 gleich auf den Podest. Somit hatte ich Blut geleckt und startete wenig später gleich meine nächste Mitteldistanz in Ingolstadt, wo ich den deutschen Meistertitel der Elite gewinnen konnte. Das Ganze nahm so also Fahrt auf und ich konnte seitdem einige weitere Podiumsplatzierungen und nun auch einen internationalen Sieg sammeln. Letztes Jahr war ich außerdem Mitglied im Erdinger Alkoholfrei Perspektivteam und nun konnte ich den Sprung in das Profiteam schaffen, womit sich jetzt über den Winter einiges getan hat im Hinblick auf Sponsoren. Außerdem trainiere ich seit Beginn dieser Saison (Ende November) bei Dan Lorang, nachdem ich davor seit 2011 von Roland Knoll trainiert wurde. Der Grund für den Trainerwechsel war einerseits der neue Fokus auf die längeren Distanzen und die damit verbundene individuellere Betreuung. Roland ist Trainer der U23/ Elite-Athleten vom Stützpunkt in Nürnberg, wo ich seit Ende 2017 wohne, und auch von einigen österreichischen Kurzdistanzathleten wie z.B. Luis Knabl. Das funktioniert also sehr gut, wenn man in der Gruppe mittrainiert, was ich auch beim Schwimmen weiterhin mache und machen werde, aber da ich beim Radfahren und Laufen doch sehr viel anders trainieren muss, haben Roland und ich uns gemeinsam dazu entschieden unsere Zusammenarbeit zu beenden und es motiviert mich natürlich unheimlich nun bei Dan untergekommen zu sein.

Standardfrage der letzten Monate: Was hat sich verändert? Meine Zusammenarbeit mit Dan soll langfristig sein, dementsprechend hält sich die Veränderung auch erstmal in Grenzen und ich kann euch da vielleicht in Zukunft mehr zu erzählen. Natürlich ist das Training „moderner“ bzw. wissenschaftlicher, also auch hier und da intensiver und weniger umfangreich, vor allem in den Monaten Dezember/ Januar, was mir auch schon eine neue 10-km-Bestzeit von 31:16 min beim Silvesterlauf in Nürnberg bescherte. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird, einerseits bereits auf diese Saison bezogen und andererseits langfristig, denn mein großes Ziel ist es, den Ironman Hawaii zu gewinnen. Ja, das klingt jetzt natürlich großmäulig, aber ist es nicht das, worauf alle Profi-Triathleten irgendwie hinarbeiten? Für manche ist es das Ziel und für andere nur ein Traum. Ich brauche große Ziele und ich träume davon, dass ich dieses Ziel irgendwann erreichen kann.

Mein großes Ziel ist es, den Ironman Hawaii zu gewinnen. Ja, das klingt jetzt natürlich großmäulig, aber ist es nicht das, worauf alle Profi-Triathleten irgendwie hinarbeiten?

Frederic Funk

Im Moment befinde ich mich in meinem zweiten Trainingslager in Girona und nicht weit weg von hier werde ich auch mein erstes Rennen 2020 bestreiten: Challenge Salou am 29. März. Ich bin sehr gespannt auf das Rennen bei einem extrem starken Starterfeld unter anderem mit meinem Teamkollegen und Doppelweltmeister Patrick Lange, aber auch Pieter Heemeryck, Pablo Dapena und David McNamee. Wieso so ein früher Einstieg, wenn der Saisonhöhepunkt erst Ende November ist? Weil die WM schon wieder so spät ist, dass Dan und ich uns dazu entschieden haben, 2020 quasi in zwei Saisons zu unterteilen mit einer Saisonpause im Juli, also kann man dann auch schon früh anfangen und die Form ist gar nicht mal so schlecht für den jetzigen Zeitpunkt. Der Saisonhöhepunkt für den ersten Teil der Saison wird die Challenge Samorin Ende Mai sein bzw. der Collins Cup, falls ich das Glück haben sollte für eine Wild Card in Betracht gezogen zu werden 😉

Ich würde mich sehr über Feedback zu meinen Blogeinträgen freuen, natürlich ist auch Kritik erwünscht. Schreibt mir außerdem gern, was ich mal erzählen könnte und was euch interessiert! Für fast tägliche Updates könnt ihr mir auf Instagram folgen und wer speziell an meinem Training interessiert ist, kann mir gerne auf Strava folgen, wo ich alle Rad- und Laufeinheiten veröffentliche, da ich Transparenz gut finde 😉

Bis dahin,

Frederic

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3 Kommentare
  1. Franzi

    Hallo Frederic,
    ich bin sehr gespannt auf deinen Blog als junger und erfolgreicher Profitriathlet.

    Wünschen würde ich mir ehrliche Einblicke ins Profi Dasein. Das heißt, schön wäre es auch zu erfahren was du kritisch an der Szene siehst und was mal nicht so läuft wie erwartet. Falls möglich auch, was du für ein Team um dich rum aufbaust, wie du diese Personen auswählst und welche Aufgaben diese für dich übernehmen (z.B. Physio, Manager)

    Viel Erfolg für die Saison!

  2. Doc Tom

    Moin FreFu, ich hoffe auch weiterhin auf Beiträge von Dir auf dem TS Forum. Schreib mal etwas zu Deiner Ausrüstung, wobei die ja immer sehr individuell ist.
    Grüße und viele Erfolge dieses Jahr
    Tom

  3. Rüdiger

    Hallo Frederic,

    freut mich zu hören, dass es sportlich bei dir so voran geht.
    Eine Frage hätte ich aber dann noch: Wie kann man bei einem nicht-amtlich vermessenen 10km-Straßenlauf der nicht in der DLV-Liste der vermessenen Straßenläufe auftaucht eine 10km Bestzeit aufstellen?…

    Scheint aber so ein allgemeines Triathleten-Problem zu sein, also nicht persönlich nehmen.

    Beste Grüße
    Rüdiger

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