Freitag, 7. Oktober 2022
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SzeneLuis, Mola und Gomez kämpfen bei WTS-Finale um WM-Titel

Luis, Mola und Gomez kämpfen bei WTS-Finale um WM-Titel

Die Schweizer Olympiastadt Lausanne wird dieses Wochenende Gastgeber des Grand Final 2019 sein. Das 1,5 km lange Schwimmen wird im Genfer See ausgetragen, die Radstrecke ist profiliert und hat zwei starke Anstiege dabei, die auf den sieben Runden zu einem rennentscheidenden Faktor werden könnten. Der zehn Kilometer lange Lauf findet abschließend über drei Runden statt.

Vincent Luis als Favorit

Bei den sieben bisherigen Rennen in diesem Jahr gab es so viele unterschiedliche Podiumsplatzierte wie selten zuvor. 15 männliche Athleten haben es in dieser Saison auf das WTS-Podium geschafft. Derjenige, der die Tabelle mit fast 500 Punkten anführt, ist der Franzose Vincent Luis. Aber auch fünf weitere Athleten haben, rein rechnerisch, noch die Möglichkeit, Weltmeister zu werden. 

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Die Saison begann für Vincent Luis, dem Sieger der Grand Finals 2017 und 2018, mit einem fünften Platz in Abu Dhabi und einem vierten Platz in Bermuda vermutlich nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Mit einem Sieg beim WTS-Rennen in Yokohama und einem zweiten Platz beim Rennen in Hamburg konnte Luis nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch wichtige Punkte für den Gesamtsieg sammeln. Luis größter Konkurrent und Trainingspartner ist Mario Mola. Der Spanier konnte beim Auftakt in Abu Dhabi Gold gewinnen und geht nach zwischenzeitlich kurzer Durststrecke als Zweiter der Gesamttabelle in das Finale in Lausanne.

Der Spanier Javier Gomez ist der dritte große Siegkandidat auf dem aktuellen Podest. Gomez, der in dieser Saison erst auf die Kurzdistanz zurückgekehrt ist, konnte sich gleich beim Rennen auf den Bermudas den zweiten Platz sichern. Dieser sowie ein vierter Platz in Yokohama und ein dritter Platz in Leeds zeigen, dass noch immer mit Gomez zu rechnen ist.
Damit Mola und Gomez noch realistische Chancen auf den Sieg hätten, müsste Vincent Luis allerdings patzen. Der Franzose muss bei einem Mola-Sieg schlechter als Platz fünf abschneiden, damit Mario Mola ihm den Weltmeistertitel noch streitig machen kann. Damit Gomez sich die Goldmedaille sichern könnte, müsste Luis den achten Platz oder schlechter belegten und Mola höchstens den dritten Platz.

Starke Konkurrenz auf das Podium

Die verbleibenden Herausforderer Fernando Alarza (ESP), Jacob Birtwhistle (AUS) und Marten van Riel (BEL) sind alle mit einer theoretischen, wenn auch unwahrscheinlichen Chance um den Titelgewinn dabei. Alarza stand 2019 nur einmal auf dem Podium, hat aber mit sechs Top-10-Platzierungen eine hervorragende Saison gehabt. Im Gegensatz dazu ist Jake Birtwhistle nur dreimal in den Top zehn gelandet, aber zweimal davon, beim WTS-Rennen in Leeds und beim WTS Hamburg, dafür auf Platz eins.
Auch Jonathan Brownlee hat mit einem eindrucksvollen Sieg in Edmonton gezeigt, dass er im vorderen Feld mitmischen kann. Auch Henri Schoemann (RSA), der Franzose Leo Bergere sowie Hayden Wilde (NZL) und Tyler Mislawchuck (CAN) haben eine starke Saison gehabt, Mislawchuck siegte beim Testevent in Tokio. Die Norweger Casper Stornes und Gustav Iden sind ebenfalls für eine Überraschung gut, für Landsmann Kristian Blummenfelt ist der Start seinem Sturz beim Testevent noch fraglich.

Der deutsche Starter Jonas Schomburg konnte in diesem Jahr schon mehrfach im vorderen Feld mitmischen und zeigte seine starke Leistung beim Testevent in Tokio, bei dem er sich für die Olympischen Spiele 2020 qualifizierte. Für Deutschland werden ebenfalls Lasse Lührs, Valentin Wernz und Jonas Breinlinger an den Start gehen.

Katie Zaferes kurz vor dem Weltmeistertitel

Nachdem Katie beim Grand Final 2018 denkbar knapp den Weltmeistertitel an Landsfrau Vicky Holland abgeben musste, ist sie dieses Jahr auf Erfolgskurs. Gleich den Auftakt in Abu Dhabi konnte sie gewinnen. Es folgten weitere Siege auf den Bermudas und in Yokohama und Silber in Leeds. Ein Sturz in Hamburg verhinderte eine weitere Podiumsplatzierung und auch beim Testevent in Tokio stürzte Zaferes schwer, brach sich die Nase und musste mit mehreren Stichen im Mund genäht werden. Da Katie Zaferes bereits ein sicheres Polster aus den vorherigen Rennen hat, reicht ihr ein zwölfter Platz, unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrentinnen, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

Ihre größten Konkurrentinnen sind die Britinnen Jessica Learmonth und Georgia Taylor-Brown. Beide konnten das Testevent in Tokio zunächst für sich entscheiden, wurden aber später disqualifiziert, da sie Hand in Hand über die Ziellinie liefen. Ein Sieg beim Rennen in Lausanne würde Learmonth auf fünf Punkte vor Zaferes bringen, wäre die Amerikanerin auf dem 13. Platz. Georgia Taylor Brown kann mit einem Heimsieg in Leeds und dem darauffolgenden Silber in Montreal ebenfalls auf eine starke Saison zurückblicken. Der Sieg in Lausanne und ein 15. Platz für Katie Zaferes wären für die 25-jährige Taylor-Brown der Weltmeistertitel. Auch die US-Amerikanerin Taylor Spivey hat noch Chancen auf den Gesamtsieg, wenn auch sehr geringe. Trotzdem hat Spivey mit Silber in Abu Dhabi und einem dritten Platz beim WTS-Rennen in Yokohama eine starke Leistung gezeigt und ist auch auf den Sieg in Lausanne eine der Favoritinnen.

Breites Favoritenfeld, Duffy mit WTS-Comeback

Wie auch im Männerrennen, ist die Startliste des Grand Final voller Athletinnen, die eine gute Chance aufs Podium in Lausanne haben. Eine von ihnen ist die Australierin Ashleigh Gentle, die Vorjahressiegerin des Grand Final an der Gold Coast. Der Schweizerin Nicola Spirig ist nach ihrer Babypause ebenfalls ein Podiumsplatz zuzutrauen. Auch der WTS-Hamburg-Siegerin Non Stanford (GBR), der Amerikanerin Summer Rappaport und der deutschen Athletin Laura Lindemann kann an guten Tagen der Sprung auf das Podium gelingen.

Wer ebenfalls nicht vergessen werden sollte, ist die aus Bermuda stammende Flora Duffy. Die Weltmeisterin aus den Jahren 2016 und 2017 musste verletzungsbedingt eine Saison pausieren, um dann, bei ihrem Comeback in Tokio vor wenigen Wochen gleich mit einem Sieg einzusteigen. Als starke Radfahrerin wird ihr die Strecke in Lausanne liegen und sie wird eine der Favoritinnen auf den Sieg sein. Für Deutschland wird ebenfalls Nina Eim an den Start gehen.

Das Herrenrennen startet am Samstag, 31. August, um 14:21 Uhr Ortszeit. Das Frauenrennen startet ebenfalls am Samstag, 31. August, um 17:06 Uhr Ortszeit.

Alle Rennen des Wochenendes – inklusive Paratriathlon-, Junior- und U23-Weltmeisterschaften und des Junior/U23 Mixed-Relay-Rennens – können auf triathlonlive.tv verfolgt werden.

Helena Wetjen
Helena Wetjen
Helena Wetjen wurde bei der Zeitschrift triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die studierte Medienwisschenschaftlerin ist passionierte Reiterin und hat seit einigen Jahren im Triathlon eine zweite Leidenschaft gefunden. Ihre Begeisterung gilt insbesondere der Videoproduktion.
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