- Anzeige -

Ein erfolgreiches Trainingslager mit Zwischenfällen

Gute drei Wochen war Anne Reischmann im Trainingslager auf Fuerteventura. Da blieb viel Zeit für unangenehme Zwischenfälle.

Mit starken Trainingspartnerinnen läuft es bei Intervallen noch ein bisschen besser. Viele Einheiten hat Anne Reischmann mit Valeria Kleiner (links) und Johanna Ahrens (Mitte) absolviert.

 23 Tage im Trainingslager im Playitas Resort auf Fuerteventura sind eingetütet. Es war mein bislang längstes Trainingslager und auch mit drei Wochen Training nach der Saisonpause das frühste in der Vorbereitung. Bereits im Herbst 2021 hatte ich mit den „Utz-Brenner-Mädels“ Laura Zimmermann, Jana Uderstadt, Johanna Ahrens und Valeria Kleiner ein gemeinsames Camp geplant und dank Hannes Hawaii Tours durften wir ein Apartment beziehen. Mit gepackten Koffern, guter Aussicht auf starke Trainingspartnerinnen und jeder Menge Vorfreude ging es am 30. Januar los in Richtung Sonne. Ziel dieses Camps war es, im Radfahren eine gute Grundlage aufzubauen und im Schwimmen und Laufen kurze und schnelle Einheiten mit Swiss Triathlon zu absolvieren, die wie im vergangenen Jahr zeitgleich im Trainingslager waren. Im Blog letztes Jahr habe ich bereits berichtet, wie wertvoll die gemeinsamen Einheiten mit der Schweizer Kurzdistanznationalmannschaft waren und da ich mich in der Gruppe einfach auch richtig wohlfühle, habe ich mich sehr gefreut, dass es in 2022 wieder passt.

- Anzeige -

Die erste Woche verlief bis auf zwei platte Hinterräder sehr gut: Zwei schnelle Laufeinheiten und drei härtere Schwimmsets, sowie einige (ruhige) Kilometer auf dem Rad standen an. Meine anfängliche Sorge, dass ich aufgrund meines Trainingsrückstands nicht gut mithalten kann, bestätigte sich glücklicherweise nicht und so war ich vor allem bei den Laufintervallen positiv überrascht, wie gut es läuft. Abseits vom Training habe ich natürlich das schöne Wetter, das leckere Buffet und die gut gelaunten und motivierten Menschen um mich herum genossen. Die zweite Woche unterschied sich kaum von der ersten, auch wenn sich gegen Ende der Woche die ersten muskulären Wehwehchen bemerkbar machten. Ich hatte besonders mit einer verhärteten Wadenmuskulatur und der linken Oberschenkelaußenseite zu kämpfen. Eine Einheit, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Speed Set im Schwimmen am Mittwoch mit 2 x 200 Meter all out und einer fünfminütigen Pause dazwischen. Als nicht so starker Schwimmerin – vor allem im Vergleich zu Kurzdistanzathletinnen – ging mir im Vorhinein ziemlich die Düse. Im Endeffekt war es aber irgendwie echt cool, sich voll zu verausgaben und einfach das Beste, was im Moment möglich ist, zu geben. Ein weiteres Highlight in der zweiten Woche war die fünfstündige Ausfahrt nach Corralejo mit dem Team Utz und der Hamburger Profiathletin Leonie Konczalla.

Erzwungene Ruhe

Leider wendete sich dann das Blatt: Nach der langen Radausfahrt merkte ich ein leichtes Ziehen am linken Knie: Da ich 2016 eine Entzündung an derselben Stelle hatte, beschlossen mein Trainer Reto Brändli und ich direkt zu reagieren und es die nächsten Tage ruhiger angehen zu lassen, bis sich das Knie und die umliegende Muskulatur wieder normal anfühlen. Um ehrlich zu sein: Das war leichter gesagt als getan, denn mit so vielen trainingsfleißigen und motivierten Menschen ringsherum fiel es mir echt schwer, Ruhe zu bewahren und die Trainingseinheiten an den folgenden Tagen zu kürzen oder ganz zu streichen. Von Montag bis Mittwoch bin ich deshalb nur locker und kürzer geradelt und habe die Laufintervalle gestrichen, nur im Schwimmen blieb alles wie geplant.

Das Kürzertreten, die enge Kommunikation mit Reto und das flexible Anpassen des Trainings haben sich zum Glück direkt ausgezahlt, das Ziehen am Knie verschwand schnell und auch die Muskulatur löste sich wieder. Donnerstag wollte ich dann wieder „normal“ trainieren, allerdings spielte mir dann meine Verdauung einen Streich. Während des Schwimmtrainings am Morgen bekam ich starke Krämpfe im Unterleib und wenig später dann auch Übelkeit. Dank des mit der DTU mitgereisten Arztes wurde mir allerdings schnell die Sorge genommen, dass ich mir etwas Ernsthaftes geholt haben könnte und ich nur abwarten müsse. Ich erspare euch an dieser Stelle die Details, aber so verbrachte ich einen weiteren sonnigen Trainingstag ans Bett beziehungsweise an die Toilette gefesselt. Das Schöne an diesem Tag war zu erleben, wie fürsorglich sich die HHT-Crew und vor allem meine Zimmerkolleginnen sich um mich gekümmert haben. Vielen Dank euch!

Waschmaschine im Meer: Die perfekten Bedingungen für das Freiwassertraining werden genutzt.

Die letzten fünf Tage verliefen dann ohne Zwischenfälle. Highlight in diesem letzten Block war ein Threshold Set im Meer mit Swiss Triathlon. Wir hatten eine kleine Runde, die wir mehrere Male schnell geschwommen sind. Für mich war allein das „Dranbleiben“ eine große Herausforderung und entsprechend erschöpft war ich nach der Einheit. Meist habe ich den Anschluss an die Gruppe an der letzten Boje verloren, bei der letzten Runde habe ich die Füße aber bis zum Ende halten können. Das hat mich sehr gefreut und als wir beim lockeren Ausschwimmen einen großen Seestern auf dem Meeresgrund liegend entdeckt haben, war das ein perfekter Abschluss für das harte Schwimmtraining.  

Positives Fazit

Insgesamt waren es tolle 23 Trainingstage, auch weil die Atmosphäre allgemein richtig schön war. Die Gruppe um Hannes Hawaii Tours ist mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen und ich finde es einfach toll, dass in den Camps alle Leistungsklassen willkommen sind. Meine Mama und meine jüngere Schwester Katrin haben ihren ersten Triathlon im Camp mitgemacht. Zu sehen, wie sehr sie aufblühen und wie viel Freude sie an dem Sport haben, den ich auch mit so großer Leidenschaft ausübe, war besonders schön. Nach ein paar Tagen auf der Insel rückte für mich das erste Mal seit langem Covid in den Hinterkopf: Gespräche beim Abendessen drehten sich nur selten darum und insgesamt fühlte sich alles wieder „normaler“ an. Klar, in Innenräumen galt die Maskenpflicht und das Hände-Desinfizieren gehörte bei jedem Gang zum Buffet dazu, aber insgesamt fühlte ich mich sicher. Vielleicht liegt das auch an der Klientel in der Anlage, viele ambitionierte Sportler, denen ihre Gesundheit wichtig ist und die verantwortungsbewusst handeln. „Clowns“, wie ich sie aus Bus und Bahn zu Hause kennen, die ihre Maske ständig unterhalb der Nase tragen, sind mir beispielsweise so gut wie nicht aufgefallen.

Trotz aller schöner Eindrücke und erfolgreichen Trainingseinheiten, habe ich mich auch sehr auf zu Hause gefreut. Ich bin einfach gerne daheim, bei meinem Mann und in meinem Rhythmus. Außerdem gibt es auch noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor die Wettkampfsaison dann losgeht. Das nächste Ziel heißt jetzt: gesund daheim ankommen und gesund bleiben, sich ausruhen und dann die nächsten Schritte planen.

- nichts verpassen -

Erhalte Updates direkt auf dieses Gerät – abonniere jetzt.

Das könnte dir auch gefallen
2 Kommentare
  1. Nicole Bauer

    Schöner Bericht, Anne, und schön dich kennenzulernen! Stefan und ich waren mit Katrin und Gabi zusammen in der HHT Gruppe und haben ebenfalls viiieel Spass gehabt. Es war unser erstes Triathlon Trainingslager überhaupt, und ganz bestimmt nicht das letzte 🤩

  2. Roland

    Hallo Anne,

    vielleicht merkst du in nächster Zeit oder erst in Jahren der Nachbereitung, dass du der „Clown“ warst. Viele jetzige „Clowns“ achten auf ihre Gesundheit und sind verantwortungsbewusst.

Hier kannst du diesen Beitrag kommentieren

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.