Sonntag, 25. Februar 2024
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Sprint-Weltmeisterschaft in Hamburg: Startfelder, Strecken, Live-Übertragung

Wer kämpft um den Weltmeistertitel, wo finden die Wettbewerbe statt, was ist das Besondere am neuen Format und wo kann man das ganze Spektakel überhaupt verfolgen? Wir liefern die wichtigsten Informationen rund um die Sprint-Weltmeisterschaften an der Alster.

Petko Beier

Es ist angerichtet. Nach den Junioren, die morgen bereits ins Geschehen eingreifen, starten ab Freitag in Hamburg die Eliteathleten und Agegrouper in die Sprint- und Mixed-Relay-Weltmeisterschaften. Dabei werden bei den Profis im rasanten Eliminator-Format die ersten Supersprint-Weltmeister gekrönt. Nebenbei gehen beim sogenannten „World’s biggest Tri“ Tausende Altersklassenathleten in den offenen Kategorien über die Sprint- und olympische Distanz ins Rennen. Ein Massenspektakel, das die Hamburger Innenstadt dieser Tage für sich einnehmen wird. Nach dem Zeitplan liefern wir dir hier die wichtigsten Informationen zu den WM-Entscheidungen.

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„Innovationstreiber im Triathlon“

Dass der Weltmeistertitel in Hamburg im Eliminator-Format vergeben wird, kommt nicht von ungefähr. „Hamburg ist ein Innovationstreiber im Triathlon. Vielleicht schafft es auch das Eliminator-Format 2028 oder 2032 ins Olympiaprogramm“, sagte Prof. Dr. Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union (DTU), der im Rahmen einer Pressekonferenz zusammen mit unter anderem Hamburgs Innensenator Andy Grote und World-Triathlon-Präsidentin Marisol Casado auf die lange Historie des Triathlonstandorts Hamburg zurückblickte. So sei an der Alster das Mixed-Relay-Format bis zur Olympia-Reife entwickelt worden. „Hamburg hat Schlaglichter gesetzt“, betonte Casado. Sie ergänzte: „Wir wissen, was in Bezug auf die Atmosphäre und die gute Organisation auf uns zukommt. Das Eliminator-Format passt richtig gut in die Stadt.“ Andy Grote erklärte vor der 21. Auflage des Events: „Hamburg war eine der ersten Städte, die Triathlon in die Innenstadt geholt – und diese zu einer wahren Triathlon-Arena gemacht – hat. Uns war wichtig, dass wir das neue WM-Format nach Hamburg holen und in der Entwicklung involviert sind. Die WM ist das sportliche Highlight dieses Jahres.“ Ein Höhepunkt, der im Vorfeld eine von World Triathlon verliehene Nachhaltigkeitsauszeichnung erhielt.

Ältester Teilnehmer ist 89 Jahre alt

Insgesamt werden mehr als 10.000 Athleten an vier Tagen rund um den Rathausmarkt den schönsten Sport der Welt betreiben. Der jüngste Starter ist 15 Jahre alt. Der älteste zählt 89 Jahre. Oliver Schiek, Geschäftsführer von Ausrichter Ironman, sagte: „Die WM ist ein Ritterschlag für uns. Aber es ist auch wichtig, dass es nicht nur eine Elitesportveranstaltung ist.“ Profis und Amateure zusammen – das sei die Erfolgsformel. Während sich auf Langdistanzen die Quote der Athletinnen bei rund 13 Prozent bewege, seien beim Hamburg World Triathlon 30 Prozent der Gemeldeten Frauen.

Das Startfeld der Elitemänner

Bei den Profis sind viele Kurzdistanzathleten von Rang und Namen in Hamburg dabei – aber nicht alle. Mit den Franzosen Léo Bergère und Dorian Coninx fehlen die Nummer zwei und drei der aktuellen WTCS-Rangliste auf der Startliste. Dennoch ist das Feld gespickt mit Topathleten, die spektakuläre und spannende Wettkämpfe versprechen. Neben dem Führenden des WTCS-Rankings, dem Portugiesen Vasco Vilaça, sind mit Hayden Wilde (Neuseeland), Matthew Hauser (Australien), Alex Yee (Großbritannien), Jonas Schomburg (Deutschland) und Kristian Blummenfelt (Norwegen) fünf weitere Starter aus den Top Ten des Rankings vertreten.

Auch den Belgier Jelle Geens, der jüngst in Montreal Dritter wurde, und den Brasilianer Manoel Messias, der in dieser Saison bereits zwei WTCS-Podien für sich verbuchen konnte, sollte man im Kampf um die vorderen Plätze im Auge haben. Im Fokus steht sicherlich auch Gustav Iden. Ob der aktuelle Ironman-Weltmeister aus Norwegen den Sprung ins Finale und damit einen weiteren Schritt in Richtung Olympische Spiele 2024 in Paris schafft? Für Deutschland gehen neben Schomburg außerdem die drei Erstplatzierten der Deutschen Meisterschaft, Lasse Priester, Tim Hellwig und Simon Henseleit, sowie Lasse Lührs, Johannes Vogel und Valentin Wernz ins Rennen.

Das Startfeld der Elitefrauen

Die US-Amerikanerinnen Taylor Spivey und Summer Rappaport führen nicht nur das Tableau der Rennserie an, sie führen auch das Frauenfeld ins Rennen rund um den Hamburger Rathausmarkt. Spivey hat in der aktuellen Saison immerhin bereits zweimal auf dem Podium gestanden, Rappaport einmal. In den Schatten stellte die beiden zuletzt allerdings Beth Potter, die an der Alster nach dem WM-Titel strebt und bisher 2023 zwei WTCS-Siege einfuhr. Obendrein gewann sie die Finals der Arena Games in London und dürfte auf Erfahrungen im Supersprint-Format zurückgreifen können.

Darauf baut sicherlich auch die Französin Cassandre Beaugrand, die an der Themse Zweite wurde. Im deutschen WM-Kader ist der deutschen Meisterin Lisa Tertsch einiges zuzutrauen. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form sich Laura Lindemann präsentiert, die bei den nationalen Ausscheidungen wegen einer Lebensmittelvergiftung passen musste. Selina Klamt, Zweitplatzierte der Deutschen Meisterschaften, ist in letzter Sekunde in den Kader gerutscht und ersetzt Nina Eim, die in Düsseldorf aufgrund von Fußproblemen auf dem Rad aussteigen musste. Außerdem dabei: die DM-Dritte Marlene Gomez-Göggel, Anabel Knoll, Annika Koch und Lena Meißner.

Das Format

Die Einzelentscheidungen bei den World Triathlon Sprint & Relay Championships werden im Eliminator-Format ausgetragen. Dieses intensive Vollgas-Rennformat fordert die Athletinnen und Athleten über zwei Tage. Als Distanz-Grundlage dient eine Supersprint-Strecke, die aus 300 Metern Schwimmen, 7,5 Kilometern Radfahren und 1,75 Kilometern Laufen besteht. Für die Qualifikation am Freitag werden 60 Aktive bei Frauen und Männern jeweils auf zwei Startgruppen aufgeteilt. Die zehn Besten jedes Rennens ziehen direkt in die Finalläufe am Samstag ein. Die jeweils übrigen 20 Sportlerinnen beziehungsweise Sportler bekommen in den Hoffnungsläufen am Freitagabend, die ebenfalls in zwei Startgruppen pro Geschlecht ausgetragen werden, nochmals die Chance, sich ebenfalls für die Finalläufe zu qualifizieren. Hier steigen die jeweils schnellsten Fünf auf.

Damit treten in der ersten von drei Finalrunden 30 Triathletinnen und Triathleten gegeneinander an, von denen die langsamsten zehn Starter ausscheiden. Nach der zweiten Runde müssen wiederum zehn Sportlerinnen und Sportler das Rennen verlassen, sodass im großen Finale zehn Athletinnen beziehungsweise Athleten die WM-Medaillen unter sich ausmachen. Erschwert werden die Finalläufe durch die extrem kurzen Erholungsphasen zwischen den Runden. 

Zeitplan der Elite-Einzelrennen

Freitag
8 Uhr: Elite Männer, Qualifikation, Startgruppe 1
8:35 Uhr: Elite Männer, Qualifikation, Startgruppe 2
10 Uhr: Elite Frauen, Qualifikation, Startgruppe 1
10:35 Uhr: Elite Frauen, Qualifikation, Startgruppe 2
19 Uhr: Elite Männer, Hoffnungslauf, Startgruppe 1
19:35 Uhr: Elite Männer, Hoffnungslauf, Startgruppe 2
20:15 Uhr: Elite Frauen, Hoffnungslauf, Startgruppe 1
20:50 Uhr: Elite Frauen, Hoffnungslauf, Startgruppe 2

Samstag
16:20 Uhr: Elite Männer, Finale, Runde 1
16:55 Uhr: Elite Frauen, Finale, Runde 1
17:30 Uhr: Elite Männer, Finale, Runde 2
18:05 Uhr: Elite Frauen, Finale, Runde 2
18:40 Uhr: Elite Männer, Finale, Runde 3
19:15 Uhr: Elite Frauen, Finale, Runde 3

Die Strecke im Einzelrennen

Das Setting ist nahezu einzigartig: ein komplettes Rennen in der Innenstadt, entlang der touristischen Hotspots und vorbei an Tausenden von begeisterten Zuschauern, die bereits beim Schwimmen das Alsterufer säumen und später an der Rad- und Laufpassage die Athleten dicht gedrängt nach vorne tragen. Gewissermaßen Triathlon zum Anfassen.

In den Einzelrennen erfolgt der Start beim Schwimmen von einem Ponton an der Kleinen Alster. Nach 140 Metern, teilweise durch einen dunklen Tunnel hindurch, ist der Wendepunkt erreicht und es geht zurück – erneut durch den Tunnel, eher der Ausstieg am Rathausmarkt erfolgt und es dort in die Wechselzone geht. Die Radstrecke durch die Innenstadt hält ein flaches Profil ohne nennenswerte Steigungen parat. Stattdessen bieten die drei Runden à 2,5 Kilometer entlang des Jungfernstiegs technisch anspruchsvolle Passagen durch viele Richtungswechsel und enge Kurven. Unter anderem geht es um zwei 180-Grad-Kurven. Das Szenario „Erster Läufer – letzter Radfahrer“ kann unter Umständen eintreten, weshalb die Athleten von den Technischen Offiziellen gemäß den Regeln von World Triathlon aus dem Rennen genommen werden können. Die Laufstrecke führt ebenfalls über einen flachen Kurs, der über zwei Runden mit insgesamt 1,6 Kilometern absolviert wird. Wie auf dem Rad geht es auch beim Laufen in zwei 180-Grad-Kurven.

Der Mixed-Relay-Kurs

Das Eliterennen der Mixed Relay findet auf einer nahezu identischen Strecke statt. Auf dem Rad allerdings erfolgt der Wendepunkt für das Feld nicht am Ende der Straße Neuer Jungfernstieg, sondern erst nach Überquerung der Lombardsbrücke, die die Binnen- von der Außenalster trennt. So geht es für die Athleten in der zweiten Disziplin auf der technisch anspruchsvollen Strecke über zweimal 3,5 Kilometer. Jeder Starter, der überrundet wird, wird zusammen mit dem Rest des Teams aus dem Rennen genommen. Die Laufstrecke ist exakt wie im Einzelrennen. Die Staffelzone für den Athletenwechsel befindet sich im Zielbereich. Von dort aus geht es für die folgenden drei Starter per Sprint zum Ponton an der Kleinen Alster und per Hechtsprung ins Wasser.

Die Live-Übertragung

Wer die Athleten nicht live vor Ort anfeuern kann, erhält zumindest die Möglichkeit, die Rennen am Schirm zu verfolgen. Los geht es mit den Juniorinnen und Junioren am Donnerstag ab 16:57 Uhr im Livestream auf sportschau.de. Schließlich laufen die Qualifikationsevents der Elitefrauen und -männer am Freitag ab 7:50 Uhr ebenfalls als Livestream auf sportschau.de läuft. Die Hoffnungsläufe am Abend überträgt kein TV-Sender. Die Finalrunden am Samstag werden ab 16:15 Uhr zunächst im ARD-Livestream gezeigt. Ab 18:20 schaltet sich das TV dazu und überträgt die letzte Finalrunde der Männer und Frauen im Fernsehprogramm. Die Mixed Relay der Elite am Sonntag überträgt der Livestream von sportschau.de ab 14:10 Uhr, das TV-Programm liefert Bilder ab 14:30 Uhr. Einen TV-Fahrplan für die WM und kommende Events findet ihr als triathlon+-Mitglied hier.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.
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