Samstag, 24. Februar 2024
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Drei Südafrikaner machen ersten Ironman des Jahres unter sich aus

Chris Hitchcock / Ironman Kyle Buckingham läuft als Sieger ins Ziel.

Der Ironman South Africa ist fest in den Händen der Südafrikaner: Am Sonntag gewann Kyle Buckingham sein Heimrennen über die verkürzte Distanz von 700 Metern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,2 Kilometern Laufen in 7:16:31 Stunden. Nur Sekunden nach dem Sieger machten Bradley Weiss und Matt Trautman das südafrikanische Podium beim ersten Ironman des Jahres mit den Plätzen zwei und drei perfekt. Trotz namhafter Triathleten am Start spielten die deutschen Profis bei der Entscheidung in Port Elizabeth keine Rolle. Die drei Hawaii-Slots holten andere. „Die letzten zwei Kilometer waren extrem hart. Ich weiß gar nicht, wo ich die Kraft herholen konnte“, sagte Buckingham, der aus Port Elizabeth kommt, im Zielinterview. „Ich habe meinen Vater 2018 verloren und meine Mutter ist letztes Jahr gestorben. Dieser Sieg ist für sie. Ich wollte nicht aufgeben und bin so froh, dass es gereicht hat.“ Das Frauenrennen gewann die Darmstädterin Daniela Bleimehl.

Profis schwimmen kurz, Agegrouper gar nicht

Regen, Wind und kaltes Wasser sind nicht gerade die Bedingungen, die Triathleten im Zusammenhang mit dem Ironman Südafrika als Erstes in den Sinn kommen. Beim Rennen in Port Elizabeth, Spitzname „The Windy City“, muss mit Wetterkapriolen aber immer gerechnet werden. So auch an diesem Tag. Wegen der starken Brandung in der Nelson Mandela Bay, Regen und nur 16 Grad Wassertemperatur wurde der Auftakt auf wellige 700 Meter verkürzt. Für die Agegrouper ging es mit einem Time Trial sogar direkt aufs Rad.

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Nils Frommhold, Sieger des Rennens 2014, und Franz Löschke kämpften sich am besten durch die hohen Wellen und ließen sich nach knapp acht Minuten als Erste zurück an den Strand spülen. Für einen großen Vorsprung reichte die kurze Distanz allerdings nicht, denn fast zeitgleich erreichten auch die anderen Topathleten wieder festen Boden. Lediglich Joe Skipper, bekannt für sein mäßiges Schwimmtalent, kam mit Rückstand aus dem Wasser. Die 50 Sekunden holte der Brite auf dem Rad aber schnell wieder auf. Auch ein kurzer Stopp wegen einer heruntergefallenen Kette konnte ihn nicht aufhalten.

Raelert erst vorn, dann raus

Auf dem Rad bildete sich schnell ein langer Zug mit 13 Athleten an der Spitze. Dabei zeigte sich neben Skipper und Frommhold immer wieder auch Michael Raelert ganz vorn im Wind. Der Rostocker, der sich in Thailand auf das Rennen vorbereitet hatte, schien zu diesem Zeitpunkt mit den Besten mithalten zu können. Ein Trugschluss: Ab etwa einem Drittel der Radstrecke fiel der 41-Jährige Minute um Minute zurück, bis sein Name irgendwann gar nicht mehr im Ticker auftauchte. Bis zur 90-Kilometer-Marke reduzierte sich die Spitzengruppe auf zehn Athleten. Zu Beginn der zweiten Radrunde musste dann Franz Löschke abreißen lassen, später konnte auch der hochgehandelte US-Amerikaner Colin Chartier dem Tempo von Jesper Svensson, Joe Skipper, Nils Frommhold & Co. nicht mehr folgen. Svensson erreichte T2 schließlich als Erster, nur eine Sekunde vor Skipper. Frommhold, Trautman, Samuel Hürzeler, Buckingham und Weiss folgten eine halbe Minute später.

Nach dem Wechsel in die Laufschuhe sortierte sich die Spitze neu, und es dauerte nur rund zehn Kilometer, bis sich die drei Südafrikaner, Buckingham, Weiss und Trautmann, das erste Mal auf den Plätzen eins bis drei zeigten. Frommhold hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Minuten und damit jegliche Siegchancen eingebüßt. Stattdessen arbeitete sich Löschke mehr als zehn Minuten hinter der Spitze liegend wieder Platz um Platz nach vorn. Am Ende wurde der 33-Jährige Sechster. Frommhold erreichte angeschlagen als 14. das Ziel.

Buckingham kontert alle Attacken

Bei Kilometer 30 war der südafrikanische „Clean Sweep“ so gut wie sicher. Joe Skipper, nur zwei Minuten zurück, machte nicht mehr den Eindruck, noch einmal angreifen zu können, und so ging es im Finish zwischen Buckingham, Weiss und Trautman nur noch um die Reihenfolge auf dem Podium. Drei Kilometer vor der Ziellinie schien es, als habe sich Weiss den Marathon am besten eingeteilt. Trautman hatte er bereits hinter sich gelassen, nun machte er sich daran, auch den nur Sekunden vor ihm laufenden Buckingham einzuholen. Doch dieser konterte noch einmal und verteidigte mit aller Kraft seinen Minivorsprung bis ins Ziel. Für den 38-Jährigen war es nach 2018 der zweite Sieg in seiner Geburtsstadt Port Elizabeth.

Ironman South Africa 2022 | Profi-Männer

3. April 2022 | Port Elizabeth (Südafrika)
PlatzNameLandGesamt0,7 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Kyle BuckinghamRSA7:16:318:084:22:522:41:35
2Bradley WeissRSA7:16:508:234:22:352:41:51
3Matt TrautmanRSA7:17:378:234:22:282:42:40
4Jos SkipperGBR7:19:438:464:21:442:45:13
5Colin ChartierUSA7:26:437:574:27:232:47:19
6Franz LöschkeGER7:30:527:564:29:062:49:43
7Kevin MaurelFRA7:31:158:304:28:432:50:09
8Samuel HürzelerSUI7:32:138:304:22:242:56:52
14Nils FrommholdGER8:13:457:554:22:573:38:56
15Sven WiesGER8:15:488:005:01:113:02:16
DNFNiclas BockGER
DNFSilas KöhnGER
DNFPer van VlerkenGER
DNFMichael RaelertGER
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Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.
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8 Kommentare

  1. Tolle Leistung der Südafrikaner, die sich beim Marathon nichts geschenkt haben. Fast wäre es auf einen Zielsprint hinausgelaufen.
    Die Deutschen waren leider doch etwas enttäuschend. Löschke ist noch vermeintlich solide durchgekommen. Ihm hätte sicherlich ein normales Schwimmen geholfen. Von einem 2:40 Marathon ist er aber auch einige Minuten entfernt. Bei Frommhold muss man leider festhalten, dass Roth 2021 eher mal ein Ausreißer nach oben war, als seine wahre Leistung widerspiegelt. Er bekommt das Gesamtpaket nur noch sehr selten zusammen und heute hat es mal wieder nicht gepasst. Schön M. Realert mal wieder in Action gesehen zu haben. Und genauso schnell war er dann auch wieder raus. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, was er mal für eine Rakete auf der Halbdistanz gewesen war.

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