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Ironman Hawaii mangelt es an freiwilligen Helfern

WM-Titelverteidiger Kristian Blummenfelt und seine Konkurrenten können sich auf Hawaii nur alle circa 2,5 Kilometer versorgen.

„Volunteers gesucht!“ Eine Woche vor dem Start der Ironman-WM auf Hawaii deutet eine große Anzeige in der Lokalzeitung „West Hawaiian Today“ an: Es gibt nicht genügend freiwillige Helfer für das Großevent.

Der Mangel an Helfern ist in diesem Jahr offensichtlich ein weltweites Problem. Auf Hawaii sicher dem Umstand geschuldet, dass die Weltmeisterschaft erstmals an zwei Tagen ausgetragen, am Donnerstag und Samstag kommender Woche (6./8. Oktober). 8.000 ehrenamtliche Helfer werden in diesem Jahr benötigt, Veranstalter Ironman ist noch auf der Suche nach Freiwilligen.

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Beim Marathon kommt nur noch alle 1,6 Meilen eine Verpflegungsstation

Erste Konsequenz des Personalmangels: Die Versorgungstationen unterwegs werden weiter auseinandergezogen. Brad Culp, Kolumnist beim „Triathlete Magazine“ twitterte, was das genau bedeutet: „Auf der Radstrecke kommen die Verpflegungsstationen im Abstand von zehn Meilen statt wie vorher alle sieben Meilen. Beim Marathon sind die Abstände von einer Meile auf 1,6 Meilen vergrößert worden. Das wird besonders hart für die langsameren Athleten – und davon gibt es mehr als je zuvor.“ 

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33 Kommentare

  1. Es ist wie bei jedem Rennen: das profitorientierte Unternehmen „Ironman“ geht davon aus, dass sich genügend freiwillige (=unbezahlte) Helfer finden. Und wenn das nicht klappt, wird einfach der Service für die zahlenden Kunden gekürzt. Mal sehen, wann das Geschäftsmodell nicht mehr trägt, weil sich die freiwilligen Helfer und die freiwilligen Zahler nicht mehr für dumm verkaufen lassen wollen.

    • Jedes Unternehmen ist profitorientiert. Wie profitabel Ironman ist, wissen wohl nur die Wenigsten. Aber letztlich erbringt Ironman eine Dienstleistung (Organisation der Veranstaltung) für die Teilnehmer. Wenn die Helfer bezahlt würden, wären das Kosten, die der Dienstleister berechtigterweise an die Teilnehmer weitergeben dürfte. Also, ich bin sehr glücklich, dass es viele freiwillige Helfer gibt, die so eine Veranstaltung erst ermöglichen, auch wenn andere dabei verdienen.

      • Es ist die souveräne Entscheidung eines jeden Unternehmens, über die Preisgestaltung (und ggf. Helfervergütung) selbst zu entscheiden. Naürlich im Rahmen dessen, was wirtschaftlich möglich ist. Aber hier hat IM wie jedes Unternehmen verschiedene Stellschrauben, zum Beispiel die Renditeerwartung. Unbezahlte Helfer in großer Zahl für zwei Tage an einem teuren Ort einfach als gegeben einzukalkulieren ist kein nachhaltiges Businessmodell. Zumal die wirtschaftliche Tragfähigkeit neben anderen Faktoren AUCH von den Renditeabflüssen abhängt. Sind diese zu hoch, killt sich der selbsterzeugte Zwang zu wachsen am Ende selbst. Also entweder Wachstumszwang drosseln (z.B. zurück zum Eintagesevent, welches ja vielleicht sowieso der ökonomische „sweet spot“ wäre), oder sehenden Auges den Kurs so lange fahren, bis die Musik aufhört zu spielen. Um es klar zu sagen: Mir täte es sehr leid, wenn IM und das Event auf Hawaii irgendwann Geschichte wären. Aber ich sehe durchaus die Gefahr, daß das Geschäftsmodell irgendwann nicht mehr trägt. Das wäre dann aber auch ein Stück weit selbstverschuldet. Mr Messick, reconsider your values and mission!

  2. Erinnert mich an den „Fachkräftemangel“: Viele Leute gesucht, die maximal günstig arbeiten, damit maximaler Gewinn rum kommt. Bei 2.000€ pro Nacht sollen die Leute bitte zusätzlich kostenlos dem Geld scheffelnden Unternehmen helfen. Kann verstehen, dass es auf Hawaii weniger Volunteers gibt. Mehr als überall anders.

  3. Die Geister, die ich rief… leider Gottes müssen hier die Athleten (=Kunden) für die schamlose Profitgier noch mehr bezahlen als die ausgearteten Übernachtungskosten und Startgeld. Hätte mir nicht vorstellen können das dieser einmalige Wettkampf in solch einem kurzen Zeitraum von Advance Publications dermaßen demystifiziert wird.

  4. Ich bin 2011 bei 38°C auf auf die Laufstrecke gewechselt und war gottfroh, jede Meile eine Tonne mit Eiswasser vorzufinden, um mich zu kühlen. 🥵 Die Abstände der Verpflegungsstationen beim Marathon auf 1,6 Meilen zu vergrößern die Athleten damit vor eine weitereHerausforderung.

  5. Genau. Lächerlich, wenn ein Sport nur möglich ist, wenn Teilnehmer Unsummen zahlen und Helfer nicht bezahlt (nur entschädigt) werden.
    Manchmal muss etwas crashen, um gesünder wieder aufzuerstehen.
    3 meiner Standard-Triathlons fallen 2023 weg, da die olympische Distanz dann jeweils über 100 Euro kosten soll. Erkner fiel bereits dieses Jahr – aufgrund Gentrifizierung – weg. Die Einheimischen leisten sich den Ironman Aufschlag nicht. Die hunderte Kilometer angereisten meckern über den schönen Triathlon, da der gar nicht, wie ein anderer Großstadttriathlon ist, da sie auf die Werbeaussage reingefallen sind, dass Erkner etwas mit Berlin zu tun haben soll…
    Geld macht jeden Sport kaputt!

  6. Das kommt davon wenn man auf 2Tage das ganze streckt!
    Rechnung: 2000 Männer und 2000 Frauen zahlen um die 1000€ Startgeld, macht 4000000€ Umsatz für IRONMAN!
    Und da sollen sich Helfer bei ca. 40*V in die Sonne stellen und Wasser reichen oder Nudeln auf Papptellern servieren.
    Das wird nüscht!!!

  7. Die Einstellung in der Gesellschaft wandelt sich. Da ist immer weniger Platz für ehrenamtliche Tätigkeiten und dahingehend werden Veranstalter Anpassungen machen müssen.
    Ich bin neugierig, wie sich das Ganze weltweit entwickeln wird und die verringerte Anzahl an Verpflegungsstationen bringt definitiv ein neues Spannungselement in die Rennen, wenn die Athleten nicht von vorne bis hinten all inclusive erhalten.

    • Es geht darum, dass sich hier ein Unternehmen schamlos die Taschen vollwirtschaftet aber gleichzeitig erwartet, dass sich im Gegenzug Menschen umsonst den kompletten Tag hinstellen, um für dieses Unternehmen die kostenlose Arbeitskraft zu spielen. Finde ich sehr dreist und ist 100% Ironman.

  8. Man muss das in Relation setzen: Wenn man als wirtschaftliches Unternehmen ein Triathlon-Event auf die Beine stellt muss man sich schon mit der Frage nach der fairen Entlohnung auseinandersetzen. Umgekehrt dürfen wir uns als Triathleten dann aber auch der Konsequenz stellen und faire Preise für die Veranstaltung bezahlen.
    Die Rechnung ist doch einfach 8.000 Helfer x 20h = 160.000 Mannstunden x 15 EUR = 2,4 Mio EUR an Kosten. Teil das mal durch 4.000 Athleten -> 600 EUR/Athlet (ohne zusätzliche Kosten).
    Was wäre denn dann eine wirtschaftlich faire Startgebühr ?

  9. Ich wende mich von Ironman-Veranstaltungen langsam aber sicher ab. Es gibt sehr viele sehr gut organisierte Veranstaltungen ohne dieses Label.
    Eines mache ich aber seit ein paar Jahren, ich plane in meinen jährlichen Wettkampfplan regelmässig eine Veranstaltung als Helfer ein.
    Etwas, dass sich alle Wettkampteilnehmer zu Herzen nehmen sollten, denn auch so kann unser schöner Sport weiterleben und überleben. Ich bin nicht weniger schnell beim nächsten Triathlon, wenn ich an einem Wochenende als Helfer teilnehme …

  10. Das System Ironman kollabiert wegen der Profitgier einer Investment-Gesellschaft, die sich die Rechte an einem Begriff gekauft hat. Warum ist eine Sportveranstaltung überhaupt rechtlich geschützt? Wir Sportler machen die Veranstaltung und wir sollten die gemeinnützige Durchführung über unsere Verbände ausschreiben und ohne Gewinngier durchführen lassen. Aber da bräuchten wir unbestechliche Sportfunktionäre. Gesellschaftlich ist schon viel zu viel aus dem Ruder gelaufen. Wenn es so weitergeht, müssen wir eines Tages für jeden Atemzug und für ein freundliches „Guten Morgen“ einen Euro von Jemandem abbuchen lassen, der sich mit Geld und Connection die Rechte daran von Politikern gekauft hat.

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Christian Wriedt
Christian Wriedt
Schreiben und Bearbeiten von Texten, Verbesserung der internen Abläufe und Erstellung von Abgabeplänen – das ist der tägliche Dreikampf von Christian Wriedt in der triathlon-Redaktion. Der studierte Sportwissenschaftler ist vor allem aufgrund seiner langjährigen journalistischen Erfahrung verpflichtet worden. Dem Triathlon begegnet der gebürtige Hamburger und leidenschaftliche Fußballer mit großer Neugier und noch größerem Respekt.

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